Überraschungseffekte ausgeschlossen

Kreispokalfinale SG Münden gegen SC Willingen - mehr als 250 Zuschauer erlaubt

Florian Heine (Willngen, rechts) gegen Florian Mitze (Goddelsheim).
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Wiederholungsspiel: Der SC Willingen und die SG Goddelsheim/M. standen sich im Mai 2019 auch im Kreispokalfinale gegenüber, dass die Upländer 2: 1 gewannen. Das Bild zeigt Florian Heine (Willngen, rechts) gegen Florian Mitze (Goddelsheim).

Korbach – Finaltage im August. Das ist neu für Fußballer. Nach dem großen Endspiel des FC Bayern am vergangenen Sonntag steht am heutigen Dienstag erneut ein Finale an.

Dabei stehen sich die beiden besten Teams gegenüber, die der Fußballkreis Waldeck derzeit zu bieten hat. Der Gruppenligist SG Goddelsheim/Münden empfängt ab 19 Uhr den Verbandsligisten SC Willingen. Der Gewinner darf sich Kreispokalsieger der Saison 2019/20 nennen.

Die Mannschaften sollten sich eigentlich aus dem Effeff kennen, aber beide Teams haben neue Trainer, die ihren heutigen Gegner erst noch richtig kennenlernen wollen.

Die beiden Coaches haben bisher mehr auf den westfälischen als auf den hessischen Fußball geblickt. Jens Fresen kam vom TuS Medebach zu den Lichtenfelsern und Dardan Kodra stammt aus Marsberg. Die Willinger sind hier allerdings leicht im Vorteil, denn ihr zweiter Trainer, Rainer Schramme, kennt die Mannschaft der SG Goddelsheim/Münden sehr gut.

Für Fresen ist dieses vorübergehende Nichtwissen aber kein Problem, denn „wir haben ja Spieler im Team, wie etwa Steffen und Daniel Butterweck, die bereits in Willingen gespielt haben“. Er habe mit ihnen gesprochen und „ich denke, es wird keine Überraschungen geben - auf beiden Seiten“. Außerdem habe er auch schon einige Spiele der Willinger gesehen, betont Fresen.

Für beide Trainer hat diese Begegnung schon mehr Bedeutung als nur ein Testspiel. Aber hat das Gewinnen oberste Priorität? „Es ist ein Endspiel und Endspiele will man immer gewinnen“, sagt Fresen. Deshalb stehe das Gewinnen natürlich schon im Vordergrund. „Und wenn ich so in meine Jungs hineinhöre, ist es auch für sie ein wichtiges Spiel.“

Umschaltspiel erhält tragende Rolle

Sein Trainerkollege aus dem Upland sieht es etwas differenzierter. „Uns ist zunächst die Leistung der Mannschaft wichtig, aber wenn die stimmt, gewinnen wir auch dieses Spiel. Es ist quasi der erste Titel den wir in der neuen Saison gewinnen können und wir wollen ihn auch holen.“ Anstrengende Wochen liegen hinter beiden Teams. Wie weit sind sie in der Vorbereitung? „Wir haben viel gearbeitet und ausprobiert“, sagt Fresen, „nur im taktischen Bereich haben wir bislang noch nicht ganz so viel gemacht“. Die Trainingsspiele seien aber alle gut gelaufen. Er weiß, dass die Willinger viele Neuzugänge integrieren müssen und dieser Prozess bis heute nicht abgeschlossen sein wird.

Das bestätigt sein Kollege Kodra: „So langsam aber sicher finden wir uns als Mannschaft, klar, passt noch nicht alles, das ein oder andere wird noch Zeit brauchen.“

Fresen baut in dieser Partie natürlich auch auf den Heimvorteil. Und die SG-Verantwortlichen haben alles dafür getan, damit viele Menschen dieses Spiel sehen können. Der Antrag auf mehr als nur 250 Zuschauer sei durch das vorgelegte Hygienekonzept angenommen worden, erzählt Fresen. „Ich hoffe auf viele Zuschauer, die uns unterstützen werden.“

Wird es ein Spiel auf Augenhöhe, Herr Fresen? „Willingen ist Favorit, aber ich glaube, dass es ein enges Spiel mit leichten Ballbesitzvorteilen für Willingen wird“, sagt der SG-Coach. Bis auf Daniel Butterweck, dessen Einsatz noch ungewiss ist, hat er alle Mann an Bord.

Wer in Corona-Zeiten Fußballspiele austragen will, muss alles gängeln und regeln. Das Bild zeigt den Sportplatz in Goddelsheim, der in verschiedene Bereiche aufgeteilt ist.

Das gleicht gilt für das Trainergespann Schramme/Kodra. Bis auf Matthias Bott, der in Corona-Zeiten weiter auf einen Einsatz verzichtet, weil er Vater wird, sind alle Spieler einsatzfähig. Für die Willinger ist die SG auch deshalb ein passender Gegner, weil sie im ersten Saisonspiel beim Aufsteiger FSV Thalau antreten müssen und sie dort ein ähnliches Spiel erwartet.

„Wir sind dann auch Favorit und wollen diese Rolle annehmen und ihr gerecht werden“, betont Kodra. Gegenüber den Testspielen gegen die Gladbacher U23 und den Sportfreunden Siegen müsse seine Mannschaft mal wieder das Spiel machen, das sei wichtig. „Wir wollen zeigen, dass wir in der Lage sind, ein Spiel zu gestalten und es zu dominieren.“

Aus taktischer Sicht erwartet Kodra vom kommenden Gegner, dass die SG Goddelsheim/Münden defensiv beginnen und vermutlich versuchen wird, mit schnellem Umschaltspiel Nadelstiche zu setzen. „Das heißt für uns, unser Umschaltspiel gegen den Ball muss gut funktionieren, um Räume und Passwege zuzustellen.“ Möglicherweise können die Willinger ihren Gegner auch im taktischen Bereich durch plötzliche Systemwechsel beeindrucken. „Im Testspiel beim 1:0-Sieg gegen Marsberg hat der Wechsel von Vierer- auf Dreierkette um umgekehrt schon ganz gut funktioniert“, erklärt der Coach.

Doch auch diese Ankündigung jagt seinem Trainerkollegen aus Lichtenfels keine Furcht ein. Fresen: „Ich bin sicher, dass wir uns gut verkaufen werden.“ rsm

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