Wiedersehen, obwohl sie nie Titel geholt haben - „Weil sie sich mögen“ 

Landauer F-Jugendfußballer treffen sich nach 20 Jahren

Landau. Wenn Fußballer nach ihrer Karriere ein Wiedersehen feiern, ist der Anlass meist eine runde Jahreszahl eines Titelgewinns, ob Welt- oder Kreisligameister, Champions-League-Gewinner oder Waldecker Pokalsieger. Von solchen Trophäen-Hochhebe-Aktionen waren die Spieler der F-Jugend des TSV Landau aus der Saison 1997/98 weit entfernt.

Trotzdem haben sich die Kinder von damals nun 20 Jahre später als Männer in Landau wiedergesehen. „Weil sie sich mögen – heute wie damals“, sagt ihr damaliger Trainer Reiner Friele, der dieser Mannschaft – alles Landauer Jungs - mit Henning Schneider bis zur D-Jugend das ABC des Fußballs vermittelte. Ein Beleg dieser „Elf-Freunde-Theorie“ ist die Anzahl der Spieler, die dieses Mal auf dem Mannschaftsbild zu sehen ist. Alle haben sich in der Kabine des Landauer „Watterstadion“ noch einmal in Schale geworfen, keine Stutzen, kurze blaue Hose wenn’s geht, gelbes Trikot und ein Schuhwerk zum Weglaufen, aber egal.

Äußerlichkeiten haben diese Truppe noch nie sonderlich interessiert. Hauptsache die Personen stehen und hocken, da wo sie auch schon auf dem Foto von vor 20 Jahren gestanden und gehockt haben. Und fast alle sind auch da, bis auf Dominik Düss, der aus beruflichen Gründen Düsseldorf nicht verlassen durfte.

Anlass Junggesellenabschied

Die Kicker stehen heute nicht nur wegen der 20 Jahre F-Jugend auf dem Landauer Sportplatz, sondern weil ihr ehemaliger Mitspieler Fabian Tank seinen Junggesellenabschied feiert und sein ehemaliger Teamkollege, Freund und Trauzeuge Fabian Friele für ihn als Überraschung das Treffen der alten F-Jugendkicker organisiert hat.

Vier von ihnen treten auch heute noch in einem Verein gegen den Ball – als Fast-30er als Routinier. Und ein Quartett von diesem Team wohnt auch noch in Landau. Den Rest hat es bis nach Paderborn, Kassel, Baunatal oder eben Düsseldorf verschlagen.

Kein Anführer oder Star

Dieses Team hatte keine hervorstechenden fußballerischen Merkmale, es gab weder einen Anführer, noch einen Starspieler oder einen mit Torjägerinstinkt. „Dass sich keiner mit irgendetwas hervorgetan hat, war aber auch wieder das Besondere an diesem Team“, sagt Friele.

Die beiden Trainer hatten damals schon „Die Mannschaft“ beisammen, da waren diese zwei Worte bei Bundestrainer Joachim Löw und seinem PR-Stab noch gar nicht im Kopf.

Keine großen Erfolge

Allerdings feierte diese junge Landauer Mannschaft nicht allzu viele Erfolgserlebnisse auf dem Rasen. Dadurch hätten die Jungs aber auch gelernt, sich über die kleinen Dinge zu freuen, meint der Coach, wie etwa ein Tor oder „wenn sie mal gewonnen haben, waren sie die Könige“. Die Gemeinschaft und Freundschaft habe bei dem Team im Vordergrund gestanden nicht die Leistung.

Die Trainer waren mit den Jungs an der Nordsee zum Zelten und sie haben ihnen das Feiern gelernt, beim Saisonabschluss oder auch zu Weihnachten.

Zu diesem Team passten auch die Eltern. „Der Fußball der Kinder hat Freundschaften bei den Eltern entstehen lassen, die es heute noch gibt. Das habe ich später in diesem Maß bei keiner meiner Mannschaften mehr erlebt“, sagt Friele.

Bild hängt beim Bäcker

Und wer die Mannschaft heute noch mal sehen will, kann das tun. Er muss nur zur Bäckerei Götte in Landau gehen und nach oben schauen. Das Mannschaftsfoto hängt im Verkaufsraum. Friele: „Wenn die Auswärtigen dieser Mannschaft mal in Landau vorbeikommen, fahren sie zur Bäckerei holen sich etwas zu Essen und gucken auf das Bild.“ (rsm) 

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