Virtuelle Kreiskonferenz

Mehrheit der Waldecker Vereine stimmt für Abbruch der Saison mit Aufstieg

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Waldecks Fußballvereine sind mit deutlicher Mehrheit für einen Abbruch der Saison - und zwar mit Auf-, aber ohne Absteiger.

Korbach– 31 von 48 zugeschalteten Klubvertretern, also fast zwei Drittel, sprachen sich bei der ersten virtuellen Kreiskonferenz des Fußballkreises am Montagabend für dieses Szenario als Konsequenz aus der Corona-Krise aus. Das teilte Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann mit.

Dafür, die seit Mitte März ausgesetzte Spielzeit über den 30. Juni hinaus fortzusetzen, waren sieben Vereinsvertreter. Zehn votierten für das zweite Szenario, dass ebenfalls den Abbruch, aber mit Auf- und Absteigern gemäß Spielgeschehen vorsieht. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hatte den Kreisfußballwarten drei verschiedene Szenarien samt Pro- und Contra-Argumenten an die Hand gegeben, um auf verbandsweit einheitlichen Grundlagen die Stimmung an der Basis zu ermitteln.

Abschlusstabelle nach Quotientenregel

Allerdings muss die endgültige Entscheidung nicht zwingend auf eines der drei abgefragten Szenarien hinauslaufen. Das sagte am Montag das zugeschaltete Präsidiumsmitglied Claus Menke (Freizeit- und Breitensport) auf Nachfrage. Bei der Konferenz favorisierten drei Vereinsvertreter zum Beispiel Lösungen, bei denen auch der Vize aufsteigen darf, sechs plädierten für ein Ende sowohl ohne Auf- als auch ohne Abstieg.

Den beiden Abbruchvarianten gemeinsam ist: Die Abschlusstabellen werden nach der Quotientenregel aufgestellt, damit die unterschiedliche Anzahl ausgetragener Spiele berücksichtigt werden kann. Da „gefühlt“ (Henkelmann) alle Waldecker Mannschaften im Spielbetrieb bei der historischen Videoschalte vertreten waren, ist das Mehrheitsvotum repräsentativ.

In Waldeck keine größeren Klassen

„Insgesamt ein voller Erfolg“, lobte der Kreisfußballwart die Konferenz: „Es hat alles funktioniert, die Leitungen standen, es haben sich alle diszipliniert verhalten.“ Der neue Kreisadministrator Matthias Schäfer habe das „gut im Griff gehabt“.

Würde das Mehrheitsvotum eins zu eins in die Tat umgesetzt, blieben die Mannschaftszahlen in drei Waldecker Klassen gleich, lediglich die C-Liga würde ein Team einbüßen. Das gilt freilich nur, wenn sich kein Verein zum freiwilligen Abstieg oder zur Abmeldung von Mannschaften entschließt.

Härtefall: die Kreisliga B

Spannender ist die Betrachtung der Aufsteiger. Für TSV Altenlotheim (Kreisoberliga) und SG Edertal (Kreisliga A) als jeweilige Rangerste führt der Weg auch nach Quotientenregel in die höhere Klasse, in der Kreisliga C weist der SV Hillershausen (Dritter) den besseren Quotienten als Primus TuS Massenhausen vor.

Ein „Härtefall“ ist für Henkelmann die Kreisliga B. Der SC Blau-Gelb Korbach II und die SG Nieder-Waroldern Landau führen bei gleicher Anzahl von Spielen die Tabelle punktgleich an. Der direkte Vergleich hinkt, da lediglich das Hinspiel stattgefunden hat (2:0 für Korbach); in der Tordifferenz liegt die SG einen Treffer besser. Er wolle sich deshalb mit Verbandsfußballwart Jürgen Radeck beraten, kündigte Henkelmann an.

Verbandstag hat das letzte Wort

Es dauert noch, bis die Vereine endgültig Klarheit zur laufenden Saison haben. Das Prozedere sieht vor, dass die Kreisfußballwarte die in den Konferenzen gewonnenen Meinnungsbilder an die jeweiligen Regionalbeauftragten übermitteln. 

„Ich nehme die Entscheidung der Vereine ernst“, betonte Gottfried Henkelmann. Er werde sie genauso weitergeben, auch wenn er selbst mittlerweile eine Regelung mit Auf- und Abstieg bevorzuge. 

Die Regionalbeauftragten – für Nordhessen Horst Riemenschneider, der auch an der Waldecker Konferenz teilnahm – formulieren in einer Telefonkonferenz mit dem Präsidium am Freitag eine Tischvorlage für die virtuelle Vorstandssitzung des HFV am Samstag. Der Vorstand wiederum trifft dann eine Entscheidung, das letzte Wort hat aber ein virtueller Verbandstag. 

Die höchste Instanz des HFV wird vermutlich erst Mitte Juni tagen. Für Hessen relevante Weichenstellungen, etwa zur Zukunft der Regionalliga, werden auch vom außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai erwartet

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