Daniel Standkes "Abschieds-Tor-Dreierpack" im Relegations-Rückspiel

3:1 gegen SG Eppe – Berndorfer Fußballer  bleiben in der Kreisoberliga

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Fair klatschten sich Sieger und Verlierer am Ende ab - eine schöne Geste, nachdem die Gemüter teilweise hochgekocht waren. 

Berndorf – Wieder kein Glück für die SG Eppe/Niederschleidern, der TSV Berndorf bleibt in der Kreisoberliga. Mit 3:1 hat er auch das Rückspiel gegen den A-Liga-Vierten gewonnen.

Der TSV Berndorf hat nach einer „wilden“ Saison gerade den Kopf aus der Schlinge gezogen. Vier Torhüter im Einsatz, eigentlich schon abgestiegen, Trainer nach dem letzten Saisonspiel vor die Tür gesetzt – aber es hat gereicht: 3:1 gegen die SG Eppe/Niederschleidern im Rückspiel der Relegations; das Hinspiel war 2:0 ausgegangen; die Twistetaler bleiben in der Kreisoberliga Waldeck.

Nach dem letzten Spieltag waren sie eigentlich schon draußen, dann war Rhodens Verzicht ihr Glück – und dieses Glück hielt bis zum gestrigen Spiel an. In einem Vergleich zweier Teams auf Augenhöhe fehlte der SG Eppe hingegen genau das, was Trainer „Spielglück“ nennen. Denn auch im Rückspiel nahm der Schiedsrichter nicht unerheblich Einfluss auf das Ergebnis.

Unnötiger Elfmeterpfiff

Nach einem weggepfiffenen Tor am vorigen Freitag musste der A-Ligist diesmal einen Elfmeter gegen sich hinnehmen, der keine krasse Fehlentscheidung war, den Schiri Philipp Henry aber gemessen an seiner Linie und aufgrund zweier vorangegangener strittiger Szenen nicht hätte geben dürfen. Zwei „Kann-Elfmeter“ im Berndorfer Strafraum waren im ersten Durchgang nicht gegeben worden. 

Als dann Mathias Westmeier im Laufduell nach einem handelsüblichen Rempler den Rasen aufsuchte, maß Henry mit anderlei Maß. Den Gästen entglitten Gesichtszüge und Manieren – Trainer Björn Emde wurde hinter die Bande verwiesen. Den Gastgebern freilich war das egal. Daniel Standke verwandelte den Strafstoß zum 1:1 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte.

Damit war Eppe/Niederschleidern der erste Zahn gezogen. In den 44 Minuten zuvor präsentierte sich die SG als die präsentere und angriffslustigere Elf; der TSV versuchte es vor allem mit Abgeklärtheit und Ruhe, ließ nicht viel zu, fand aber offensiv nicht ins Spiel.

Lattenschlenzer und Emdes Führungstor

Marco Rupprath ließ Martin Bangert schlecht aussehen, sein Schlenzer von halblinks ging aber auf die Latte (15.). Die erste gefährliche Szene nach 15 Minuten Abtastgeplänkel war für Jan Kleeb durchaus eine „positive Schlüsselszene“, da seine Elf danach mehr in die Zweikämpfe ging. 

Dennoch besaß allein die SG Eppe gute Chancen: Nach Ecke von Elmar Figge boxte sich TSV-Torhüter Uwe Nolte den Ball fast ins eigene Tor (23.), Christopher Emdes Freistoß ging knapp daneben (32.).

Besser war Figges Ecke in Minute 36: Sie fand Emde, der unbedrängt zum 0.1 einköpfte – die Gäste waren auf Kurs., zumal Berndorf durch Standke nur einmal gefährlich war (29.).

Drei Tore zum Ausstand: Berndorfs Daniel Standke (links), war der Matchwinner für den Klassenerhalt. Die SG Eppe mit Timo Nawroth hatte das Nachsehen. Foto: Artur Worobiow

Anders lief die Partie nach dem Seitenwechsel. Hoffte der zahlreiche Epper Anhang auf eine Trotzreaktion nach dem Elfmeterpech, so war doch der zweite Zahn recht schnell gezogen. 53. Minute: Typisch langer TSV-Ball auf Standke, der sich schnell um den Gegenspieler drehte und trocken ins lange Eck abzog – 2:1. 

Danach gingen die Köpfe runter, aber das kann ich verstehen nach all den Schirientscheidungen und der vergeblichen Energie, die wir reingesteckt haben“, sagte SG-Trainer Emde, der seinem team keine Vorwürfe machte. Im gegenteil: Er durfte es zusätzlich loben, weil es die emotionale Partie fair und mit Anstand zu Ende spielte.

Zwei Spieler wechseln, drei hören auf

Die Berndorfer Routine samt Effizienz und Glück hatten sich ausbezahlt. Nach der Führung geriet ihr Sieg nicht mehr in Gefahr; nun besaßen sie gegen aufsteckende Gäste auch die besseren Offensivszenen. Standke veredelte seinen Abschied nach Maßflanke von Martin Wilke mit dem 3:1 (68.), weitere Chancen blieben ungenutzt, was niemanden mehr störte in Berndorf. 

Die Klasse ist gehalten – dank eines Torjägers, den sie vermissen werden. Und nicht nur ihn: Daniel Standke hört ebenso wie Benny Trotte und Martin Bangert auf, Sascha Kreis (Neukirchen/Sachsenberg) und Max Steger (SG Goddelsheim) wechseln den Verein. (schä)

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