Aufstiegsrunde zur Gruppenliga entschieden

0:3 in Sachsenhausen: SV kann BC Sport Kassel nicht stoppen 

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Große Chance kurz vor Schluss: Marvin Schneider (knieend) hat knapp am Tor vorbei geköpft, noch dabei sein Teamkollege Simon Schwechel sowie die Kasseler Ismet Yeguel, Adnan Sirip und Mergim Hajzeraj; Torwart Kai Steinert ist verdeckt. 

Sachsenhausen - Deutlich war's. Schön nicht. Mit 3:0 (1:0) hat Topfavorit BC Sport Kassel das vorgezogene Endspiel um den Aufstieg in die Gruppenliga bei der SV Freienhagen/Sachsenhausen gewonnen. Zurück blieb auch Zorn.  

Hinterher schäumte nicht nur der Sekt. Auch die Gastgeber, zumindest ein wenig. Sie fühlten sich provoziert durch Sprüche und das Verhalten der Kasseler, die  noch vor dem Abpfiff den seit Jahren herbeigesehnten Erfolg mit fliegenden Sektkorken und spritzendem Schaumwein teils auf dem Platz feierten.

"Wie sich der Gast hier präsentiert hat, das ist respektlso und niveaulos, das habe ich im Fußball so noch nicht erlebt", regte sich Angelo Micino, der Trainer der unterlegenen SV, direkt nach Schluss auf. "Man kann auch abwarten, bis das Spiel vorbei ist, dann gibt man sich die Hand und kann feiern", setzte er hinzu.

Am Ende noch eine Rudelbildung

Vielleicht hätte Schiedsrichter  Daniel Losinski einfach den Beteiligten die Nachspielzeit von vier Minuten ersparen sollen. Die Entscheidung war längst gefallen - spätestens nachdem Ebewa-Yam Mimbala einen Foulelfmeter zum dritten Treffer der Gäste verwandelt hatte (90. +2). 

Das Spiel lief weiter, erlebte eine weitere Rudelbildung und Kasseler Spieler, die nicht abwarten konnten oder wollten. Auch Leon Palushaj war das alles nicht so recht. Der Trainer des BC Sport entschuldigte sich bei Micino, ehe er sich in Richtung Fans und Spielern trollte.

Am Erfolg des BC Sport nicht zu rütteln

Sportlich war am Erfolg des Kasseler Kreisoberliga-Vizemeisters nichts zu rütteln. "Ein verdienter Sieg, Glückwunsch an den BC Sport", sagte Micino. Die Gäste, ein Team von Individualisten, deren Fußball-Vita teils bis in die Regionalliga (Mimbala) und die Hessenliga (Dennis Salioski) reicht, um nur zwei Beispiele zu nennen, brachten zu viel spielerisches Potenzial mit, um sich von der abermals kämpferisch überzeugenden SV wirklich in die Bredouille bringen zu lassen.

Schwer zu bremsen: Dennis Salioski war einer der auffälligsten Kasseler, hier verfolgt ihn Steffen Wiesenberg; rechts Schiedsrichter Daniel Losinski (Immenhausen).

Sie spielten bloß nicht eben häufig gefährlich zusammen. Das erste Mal allerdings schon in der 4. Spielminute, als Daniel Lippe ein Tor von Eser Kazak verhinderte, den der eminent schnelle Salioski eingesetzt hatte. Das zweite Mal beim 1:0: Ismet Yeguel hatte den Angriff über die rechte Seite mit einem Heber über SV-Torwart Daniel Seiler hinweg vollendet, in der Mitte köpfte Eray Agzikara mühelos ins leere Tor.

Jan Schwechel vergibt die große Chance

Und doch: Mit ein bisschen mehr Kaltschnäuzigkeit wäre der Außenseiter in Führung gegangen. Jan Schwechel war in der 12. Minute dank einer geschickten Körpertäuschung plötzlich frei durch, wollte Torwart Kai Steinert umspielen, doch pflückte der ihm den Ball vom Fuß.

Ansonsten gab es viel Geschrei, eine erste Ansammlung gestikulierender, zorniger Spieler - und acht Minuten nach Wiederbeginn die Vorentscheidung. Salioski erlief einen Pass in die Tiefe und schloss überlegt zum 2:0 für den BC Sport ab. 

Micino: Geile vier Jahre

Salioski (63.) und Mohamad Jamal (64.) ließen weitere Gelegenheiten gegen Waldecker aus, die die Abwehr jetzt öffneten, um vielleicht doch noch eine Chance zur Wende zu bekommen. Sie hatten sie. Und wie: In der 89. Minute scheiterte der eingewechselte Tom Wehowsky mit seinem geschobenen Ball an Torwart Steinert, die folgende Ecke setzte Marvin Schneider knapp am langen Pfosten vorbei.

Die SV hat noch das - sportlich bedeutungslose - Spiele in Schwarzenau vor der Brust, sie hat trotz des verpassten Aufstiegs den Waldecker Fußball schon jetzt prima präsentiert. "Ich bin total stolz auf das, was wir aus unseren Möglichkeiten gemacht haben", sagte Angelo Micino. Für ihn war es nach vier Jahren das letzte Heimspiel als Trainer der Mannschaft. Diese Leistungen zeigten, dass seine Arbeit Spuren hinterlasse habe, und: "Es waren geile vier Jahre."    

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