Verbandsliga: Aufsteiger SG Hombressen/Udenhausen hält beim 3:1 nur eine Halbzeit mit

SC Willingen startet mit Sieg und Traumtor in die Saison

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Torschützen unter sich: Florian Heine beglückwunscht Sebastian Butz (Nr. 14) zum Führungstor. Danach war es umgekehrt, denn Heine erzielte auch zwei Treffer.

Willingen Die Fußballer des SC Willingen sind gut aus den Startlöchern gekommen. Sie schlugen zum Verbandsliga-Auftakt den Neuling SG Hombressen/Udenhausen  mit 3:1 (0:0).

Drei Tore, drei Punkte - Saisonstart für die Fußballer des SC Willingen in der Verbandsliga geglückt. Wäre die zweite Halbzeit gegen den Aufsteiger SG Hombressen/Udenhausen ähnlich verlaufen wie die erste, hätte man auch von einem glücklichen 3:1-Sieg für die Spieler der Trainer Rainer Schramme und Hubertus Albers sprechen müssen, aber in Durchgang zwei haben die Willinger wieder da angesetzt, wo sie in der vergangenen Saison als Rangsechster aufgehört hatten. Plötzlich lief es wieder. 

Er habe keine besonderen Worte in der der Kabine finden müssen, damit das Spiel seines Teams besser werde, betonte Schramme, „es ist normal, dass man sich nach so einer langen Pausen erst wieder finden muss.“ 

Der Gegner hat hingegen in den zweiten 45 Minuten einiges verloren, was er zuvor parat hatte. Die junge Mannschaft von Trainer Marco Siemers hatte bis zur Pause das 0:0 gehalten, weil sie konzentriert zu Werke ging, mit viel Beinarbeit Löcher zu lief und auch immer wieder im Pressing erfolgreich war. 

Dieses engagierte Auftreten führte dazu, dass bei den Willingern nur wenig zusammen lief und sie allmählich anfingen, sauer auf sich selbst zu sein. Nur Matthias Bott lieferte in dieser Phase mit einigen klugen Pässen in die Spitze kreativen Input für das Spiel seiner Mannschaft. Das war zu wenig. 

„Die spielen doch nur lange Bälle vorne rein, Männer“, rief eine hämische Stimme auf der SG-Bank, was so viel heißen sollte, Jungs,die haben wir im Sack, denen fällt doch nichts ein. Fast wäre aber SCW-Torjäger Florian Heine (12.) zuvor schon was eingefallen, er nahm den Ball nach einem schönen Pass von Jan Albers auf halblinks mit und schoss ihn ins lange Eck, aber der Pfosten stand dem Führungstor im Weg. Die Gäste hatten ihre beste Möglichkeit durch ihren Torjäger Dominik Lohn (37.), der von der Strafraumkante wuchtig, aber viel zu hoch abschloss. 

„Wir müssen aggressiver spielen", rief Coach Albers in diese Phase immer wieder hinein. Das war bei der Hitze allerdings leichter gesagt als getan. Es war Fußball im Sommer, aber auf keinen Fall Sommerfußball, was beide Teams da ablieferten, auch wenn bei den Upländern anfangs viele Aktionen noch etwas holprig aussahen. 

Aber eines klappte schon recht gut. Die neu formierte Viererkette mit dem guten und umsichtigen Wortführer Raphael Mütze und Jan Albers im Zentrum, dem Neuling Eric Teipel und Eric Kroll auf den Außenbahnen boten eine vielversprechende Leistung. 

An Augenhöhe verloren

Der Aufsteiger wähnte sich in der Kabine soeben noch auf Augenhöhe mit dem Vorjahressechsten, da holten die Willinger fast aus dem Nichts einen Doppelpack heraus, der sie wieder um einen Kopf größer machte. Zuerst nutze Sebastian Butz (51.) einen Stellungsfehler in der Hombresser Abwehr und sein nicht fest, aber präzise geschossener Flaschschuss von halbrechts aus rund zwölf Metern bekam Torwart Alexander Seeger nur an, aber nicht mehr in die Finger und der Ball sprang von Innenpfosten hinter die Linie. Heine legte nur zwei Minuten später nach. Vorbereiter war Sebastian Müller, der ein ansprechendes Verbandsliga-Debüt feierte. Seine gut getimte Flanke nahm Heine an der rechten Strafraumkante an legte den Ball in Robben-Manier kurz an einem Gegenspieler vorbei und schoss ihn mit viel Wucht halbhoch ins lange Eck. 

Dieser Treffer hatte die Wirkung wie ein Schuss aus dem Betäubungsgewehr. Er lähmte den Gegner für einige Zeit. Ein Aufbäumen war nicht zu sehen. Willingen hatte nun alles im Griff. Und plötzlich war auch wieder die Leichtigkeit des Seins in einigen Aktionen zu sehen. Den Höhepunkt dieser Spielweise zelebrierte Florian Heine in der 62. Minute. Er stand teilnahmslos etwa 20 Meter vor dem gegnerischen Tor als aus der eigenen Abwehr ein halbhohes Mütze-Geschoss auf ihn zu flog. Heine pflückte den Ball mit der Hacke runter, drehte sich einmal um die eigene Achse und drosch den Ball volley über den zu weit vor dem Tor stehenden Keeper Alexander Seeger in die Maschen. Traumtor! 

Im Gefühl des sicheren Sieges boten die Willinger dem Liganeuling nun mehr Raum an und schon hatten sie auch den ersten Gegentreffer der Saison kassiert. Theo Scharf (69.) verwertete eine Flanke mit einem harten Schuss, der einen chancen- und nahezu reaktionslosen Torwart Yannik Wilke zurückließ. 

Wer nun mit einer starken Schlussoffensive der SG Hombressen gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Die Willinger zogen die Zügel und ihr Laufspiel wieder etwas an und der eingewechselte Jan Henrik Vogel wusste immer genau, wann dem Willinger Spiel Tempo oder Tempoverschleppung gut tat. Heine und Max Saure ließen noch gute Möglichkeiten für einen höheren Sieg aus. 

Während Rainer Schramme am Spiel seiner Elf wenig bis nichts auszusetzen hatte, fand sein Amtskollege Siemers deutlich kritischere Worte: Unsere Defensivarbeit war in der zweiten Halbzeit richtig schlecht, da hat sich gezeigt, dass Willingen uns doch noch einiges voraus hat. Wir müssen unsere Punkte gegen andere Gegner holen.“ (rsm)

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