Torgefahr und Glück fehlen

SC Willingen fehlen beim 1:1 gegen Dörnberg vier Minuten zum ersten Heimsieg

Der Willinger Sebastian Müller (rechts)  und Rico Lotzgeselle  Dörnberg.
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Vorwärtsgang eingelegt: Sebastian Müller (rechts) belohnte die engagierte Leistung der Willinger in der zweiten Halbzeit mit dem Führungstreffer. Hier setzt der Torschütze den Dörnberger Rico Lotzgeselle unter Druck.

Beim gleichen Ergebnis gegen Gudensberg waren die Willinger Verbandsliga-Fußballer dem Siegtreffer näher, beim 1:1 (0:0) gegen den FSV Dörnberg fehlten vier Minuten zum ersten „Heim-Dreier“ in dieser Saison.

Willingen – Auch diese Partie startete so, wie die vor vier Tagen an gleicher Stelle: Die Gastgeber gingen konzentriert zu Werke, hatten aber wenig Zutrauen im dadurch oft mangelhaften Spielaufbau. Ein Indiz waren erneut die vielen Ballkontakte von Torwart Yannick Wilke. „Wir haben wieder zu verhalten agiert und zu tief gestanden“, monierte Trainer Rainer Schramme die Passivität seiner Elf.

Den Gästen war derweil anzumerken, dass sie in den bislang fünf Saisonauftritten nicht verloren hatten. Aber die breite Brust bescherte keine große Torgefahr, von der 22. Minute abgesehen, als Kevin Richter mit der Fußspitze die stramme Hereingabe von Sebastian Plettenberg knapp am langen Pfosten vorbei spitzelte (22.). Ansonsten hatte die SCW-Defensive um den bärenstarken Innenverteidiger Nick Bärenfänger und den enorm verbesserten Außenverteidiger Tom Friedrich alles im Griff. Vorne verzeichneten die Upländer freilich nur eine Halbchance durch Jan-Henrik Vogel, dessen Schuss geblockt wurde (14.).

„Wir hatten die Sache 30 Minuten im Griff“, fand Gegenüber Matthias Weise, „aber dann haben wir aufgehört Fußball zu spielen“. In der Tat, exakt nach einer halben Stunde änderten sich die Kräfteverhältnisse – praktisch mit der großen Doppelchance von Sebastian Müller, der zweimal kurz vor der Torlinie noch geblockt wurde.

„Männer, das ist unser Spiel hier“

Und dann lenkte auch noch Keeper Nico Bergner den Schuss von Florian Heine nach dem zweiten Abpraller über die Latte. Auch die klasse Vorarbeit über Valdrin Kodra und Tobias Schumann löste offensichtlich die Hemmungen vor allem bei den jungen Spielern. Vogel mit seinem Solo (31.) und Heine, der frei im Strafraum ausrutschte (35.), kamen dem Dörnberger Gehäuse gefährlich nahe.

„Männer, das ist unser Spiel hier“, pushte SCW-Coach Dardan Kodra sein Team beim Anstoß zur zweiten Hälfte. Und es waren keine leeren Worte, den nun wurde wesentlich aggressiver zu Werke gegangen. Heine bot sich schon in der 49. Minute die Gelegenheit zur Führung, aber er scheiterte nach Steilpass von Eric Kroll an der Fußabwehr von Bergner.

Botts erster Saisoneinsatz

Gejubelt werden durfte fünf Minuten später, als Müller nach Vorarbeit von Heine und Kodra auch den Keeper überlief und zum 1:0 einschoss (54.). „Die Führung war verdient“, freute sich Schramme über den „Brustlöser und den Glauben an den Sieg“. Vermutlich wären es auch drei Punkte geworden, wenn eine der sich direkt danach bietenden Chancen genutzt worden wären. Nachdem Heine vergeben hatte (59.), Müller erst an Bergner hängen geblieben war (60.), kam auch Pech hinzu: Heine überlistete aus gut 30 Metern von halbrechts den weit vor seinem Tor stehenden Bergner, aber der Ball klatschte nur an die Latte (65.).

Fortan galt es vermehrt die knappe Führung zu verteidigen. Angesichts der großen Personalsorgen kam dabei sogar Matthias Bott ohne Training zum ersten Saisoneinsatz. Der frischgebackene Familienvater musste zunächst mit ansehen, wie Dörnberg einen zweifelhaften Foulelfmeter zugesprochen bekam, den aber Dominik Richter neben das Tor setzte (73.).

Auf der Gegenseite verfehlte Müller (77.) und zielte Kroll hauchdünn am langen Pfosten vorbei (78.). „Uns fehlt einfach Torgefahr und wir treffen noch zu viele falsche Entscheidungen“, sagte Schramme. Das rächte sich in der 89. Minute, als Dennis Dauber im Strafraum zum 1:1 traf. Die Köpfe der Willinger gingen runter. „Heute dürft ihr euch noch ärgern“, so Schramme, „aber dann geht es weiter“. Und zwar schon am Mittwoch im Hessenpokal gegen Bauerbach.

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