Testspiel gegen U23 der Borussia

Willingen kriegt gegen Gladbach neun Tore und ein Lob

Drei Fußballer mit Ball, zwei nehmen den dritten „in die Zange"“
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Zangenlage: Phil Beckhoff (U23 Mönchengladbach) sieht sich von den Willinger Tom Friedrich (links) und Jan Albers (rechts) in die Mitte genommen.

Nein, so gut wie vor einem Jahr hat sich der SC Willingen gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach nicht behaupten können. Dafür kamen die gut 250 Zuschauer mit elf Toren viel mehr auf ihre Kosten.

Schwalefeld – Ist das jetzt ein gutes Omen, ein schlechtes Omen oder gar keins? Eigentlich wollten die Willinger Fußballer am Donnerstag gegen die Gladbacher U23 an ihre starke Leistung aus dem Vorjahr anknüpfen. Knapp mit 0:1 war der Verbandsligist damals dem Regionalligisten unterlegen – und spielte anschließend eine prima Saison. Bei der Neuauflage setzte es nun eine satte 2:9 (1:3)-Niederlage. Was auch immer bedeutet: Auf die ersten 45 Minuten lässt sich aufbauen.

Die Gastgeber hatten gleich nach dem Anpfiff etwas Glück, aber dann verpassten sie dem Bundesliga-Nachwuchs einen „ungünstigen Beginn“, wie es Gladbachs Trainer Heiko Vogel nannte. Als die U23 einen zielgenauen langen Abschlag von Keeper Yannick Wilke nicht konsequent verteidigte, hob Florian Heine mit seiner ganzen Schlitzohrigkeit den tickenden Ball volley aus 25 Metern über Torwart Max Brüll ins Netz –1:0. In der 4. Spielminute.

Vogel hatte sein Team gewarnt: „Willingen war immer ein ganz unangenehmer Gegner, wir haben hier nie mehr als zwei Tore erzielt.“ Die Führung beflügelte die Upländer und kurz danach musste Brüll weit aus seinem Kasten heraus, um per Fußabwehr gegen Heine zu klären (9.). Noch mehr gefordert war der Gladbacher Torwart, als Heine nach klasse Pass von Sebastian Butz flach das lange Eck anvisierte (11.).

SCW-Trainer Dardan Kodra war zufrieden und trieb die Seinen an: „Männer, die Intensität hochhalten!“ Neuzugang Fynn Butterweck nahm ihm beim Wort und es beim Dribbling im Mittelfeld erfolgreich gegen drei Gegner auf.

Gladbach-Coach Vogel: Unser Spiel durchgezogen

Doch der Regionalligist kam. „Wir sind ruhig geblieben und haben dann unser Spiel durchgezogen“, meinte Vogel, der einen großen Umbruch im Kader bewältigen muss. Stellt sich die Frage, wer von den Nobodies sich vielleicht einen Namen in der Bundesliga machen kann. Ansprüche meldete etwa der pfeilschnelle, trickreiche Lamin Toray an, der im Nachschuss zum 1:1 traf (16.).

Oder Phil Kemper, der über die linke Außenbahn permanent gefährlich Chance vorbereitete. Auch Kapitän und Mittelstürmer Steffen Meuer gefiel, er schob zum 3:.1 für sein Team nach 23 Minuten ein, perfekt bedient vom auffälligen Sechser Enrique Lofolomo. Dazwischen lag das 1:2 durch den von Wilke verursachten und von Phil Beckhoff verwandelten Strafstoß (20.).

Die Willinger wurden durch Sebastian Müller (28.) und Jonathan Vach nach Vorarbeit von Valdrin Kodra (31.) zweimal gefährlich, waren aber ansonsten damit beschäftigt, die mittlerweile zu großen Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld zu kitten. Zudem schenkten sie den Ball zu schnell wieder her; das Fehlen von Spielmacher Jan-Henrik Vogel (Corona-Impfung) war unübersehbar. Die Umstellung auf Fünferkette, um das starke Spiel der Gladbacher über Außen zu unterbinden, fand keinen Erfolg.

Nach der Pause kommt die Jugend

In der Pause wechselte Vogel die acht A-Junioren ein, die fürs Trainingslager aufgerückt waren, weil aktuell sieben U23-Akteure beim Erstliga-Team mittrainieren. Die Youngster zeigten den Ehrgeiz, sich zu empfehlen. Allen voran Rechtsaußen Selim Turping der gleich drei Treffer erzielte. (49., 58., 84.). Die übrigen Tore besorgten gegen müde werdende Platzherren Yvandro Borges Sanches (66.), Alper Arslan (83.) und Per Lockl (84.).

„Man hat gesehen, dass wir noch viel Arbeit haben“, analysierte Dardan Kodra, „wir sind längst noch nicht da, wo wir hinwollen.“ Vor allem unter höchstem Gegnerdruck saubere Pässe zu spielen, das klappe noch nicht. Vielversprechende Ansätze dazu gab es freilich in der ersten Halbzeit.

Diese meinte wohl Gladbachs Coach Vogel, als er sagte: „Ich kann auch dieses Jahr nicht verstehen, dass die Willinger zwei Klassen unter uns spielen.“ Zuvor hatte er Flo Heine zum letzten Treffer der Partie gratuliert. Der Willinger erlief einen Fehlpass und überwand aus 40 Metern Keeper Linus Wirth per Heber (86.). Torwart Florian Bouma bekam ebenfalls einen Klaps, er hatte in der Schlussminute die zweistellige Niederlage verhindert. (Manfred Niemeier)

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