Fußball-Verbandsligist SC Willingen hat Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben - Interview mit dem Trainer

Uwe Schäfer: Wir müssen gut starten

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Optimistischer Blick nach vorn. Uwe Schäfer, Trainer des SC Willingen.

Willingen. Drittletzter, zwölf Punkte Rückstand auf den sicheren zwölften Platz – es spricht viel gegen den Klassenerhalt für den SC Willingen. Aufgegeben hat sich der Fußball-Verbandsligist aber noch lange nicht. „Wenn wir einen guten Start hinlegen, dann bin ich zuversichtlich“, sagt Trainer Uwe Schäfer im WLZ-Interview vor der am Sonntag beginnenden Vorbereitung.

Wie viel haben Sie sich in den knapp drei Monaten Winterpause seit dem letzten Spiel, dem 2:2 beim Spitzenreiter SV Steinbach, mit Fußball beschäftigt? 

Uwe Schäfer: (lacht) Es gab kaum einen Tag, ohne dass ich an Fußball gedacht habe. Und die B-Lizenz ist auch kein Selbstläufer, im April habe ich noch einen Kurs und im Mai dann die Prüfung. Das Hobby lässt mich nicht los und macht großen Spaß.

Hand aufs Herz, haben Sie sich zwischendrin schon mal gefragt, warum habe ich im letzten Sommer beim SC Willingen zugesagt? Schäfer: Die Frage hätte ich mir sicherlich gestellt, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, da klappt etwas nicht so, wie ich mir das vorstelle. Aber dieses Verletzungspech in so kurzer Zeit ist nicht erklärbar. Zweifel daran, diesen Schritt getan zu haben, habe ich deshalb nie gehabt.

Haben Sie zumindest gerätselt, womit Sie diese vielen Nackenschläge verdient haben?

Schäfer: Das allerdings. Was muss noch alles passieren, bevor wieder positive Dinge überwiegen. Vielleicht war das 2:2 vor der Winterpause der Anstoß zur Wende, der Punkt beim Tabellenführer hat uns jedenfalls einen Kick gegeben. 

Kaum hatten Sie ihre Arbeit im Upland aufgenommen, da sind Ihnen binnen kurzer Zeit wichtige Korsettstangen mit schweren Verletzungen weggebrochen. Wie sieht vor der Vorbereitung auf die Restrunde das aktuelle ärztliche Bulletin aus?

Schäfer: Daniel Butterweck ist nach seinem doppelten Bänderriss wieder voll dabei. Tobias Schumann (Knöchelbruch) ist auch schon wieder im leichten Mannschaftstraining und es sieht auch bei den fußballspezifischen Bewegungen gut aus. Sebastian Kesper ist auch wieder fit und Christian Pohlmann steht nach seinem USA-Aufenthalt auch zur Verfügung. Dafür wird Daniel Wilke wegen seiner Prüfungen nur ab und zu in der Reserve aushelfen können.

Und bei Max und Philipp Ullbrich ist nach den Kreuzbandrissen sicherlich noch nicht an Training zu denken. Schäfer: Der Wunsch, dass sie noch in dieser Saison zurückkehren, ist sicherlich da. Aber wir werden die Kirche im Dorf lassen und nichts übereilen.

Von den vier Winter-Zugängen ist Florian Heine sicherlich der namhafteste. Hat der Gruppenliga-Torjäger aus Altenlotheim angesichts der prekären sportlichen Situation aber überhaupt die Zeit sich eine Etage höher zu akklimatisieren?

Schäfer: Ich habe schon sehr oft mit Arolsen gegen ihn gespielt. Ich kenne seine Stärken und weiß, dass wir am Defensivverhalten noch feilen müssen. Aber mit seiner Spielweise und seiner Kaltschnäuzigkeit ist er, ich denke, gleich voll belastbar.

Viel spricht für fünf Absteiger, dann beträgt der Abstand aufs rettende Ufer schon satte zwölf Punkte, auch wenn Ihr Team zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Woraus schöpfen Sie die Hoffnung es doch noch zu schaffen? 

Schäfer: Wir haben zehn Heim- und sechs Auswärtsspiele. Dabei müssen wir zum Vorletzten Schauenburg und zum Schlusslicht Baunatal. Das sind zwölf Partien, in denen wir punkten müssen.

Viel von den ersten drei Auftritten, allesamt zuhause, abhängen. Nach Hessen Kassel II zum Auftakt am 28. Februar reisen die direkten Konkurrenten SVA Bad Hersfeld (5. März) und SV Neuhof (10. März) an.

Schäfer: Stimmt. Die drei Spiele sind schon richtungsweisend für den Rest der Runde. Wir müssen gut starten, dann bin ich zuversichtlich, dass wir mindestens den rettenden 12. Platz erreichen.

Und wenn der Klassenerhalt doch nicht gelingen sollte, was wird dann aus Uwe Schäfer? 

Schäfer: Ich habe im Sommer per Handschlag für ein Jahr zugesagt. Also müssen wir uns im Februar zusammensetzen und zweigleisig planen.

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