Wiedergewählter Ausschuss und viele Ehrungen beim Schiedsrichtertag

Schiedsrichter: Matthias Henkelmann kündigt indirekt Abschied an

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Weitere vier Jahre das Spitzenpersonal der Schiedsrichtervereinigung Waldeck (von links): Manuel Winkler (stellvertretender KSO, Christian Krafft (Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit), Matthias Henkelmann (KSO) und Sebastian Bärenfänger (designierter Lehrwart).

Matthias Henkelmann ist seit 1990 Obmann der Kreissschiedsrichter-Vereinigung Waldeck. Er ist beliebt bei den Kameraden. So langsam müssen sie sich Gedanken um einen Nachfolger machen.

Korbach –„Einmal noch“, sagte der 59 Jahre alte Ehringer jedenfalls am Montagabend beim Kreisschiedsrichtertag auf die Frage, ob er bereit sei, das Amt erneut zu übernehmen. Das Votum der Schiedsrichter im Korbacher Bürgerhaus war eindeutig; wie der KSO quittierten auch sein Stellvertreter Manuel Winkler vom TSV Landau und der Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit, Christian Krafft (VfR Volkmarsen), jeweils drei Enthaltungen, als sie die Versammlung im Amt bestätigte.

Kein Wahlamt mehr ist lauf Beschluss des Verbandspräsidiums der Job des Lehrwarts – der Ausschuss wird dafür den bisher amtierenden Sebastian Bärenfänger (SC Willingen) berufen, sagte Henkelmann.

Attacken auf den Plätzen: "Was kann jeder einzelne tun?"

Der KSO hatte vorher in einem nachdenklichen Bericht appelliert an „alle, die den Fußballsport lieben, gemeinsam am sportlichen Miteinander zu arbeiten“. Anlass dazu boten ihm die teils brutalen Angriffe auf Schiedsrichter in den vergangenen Monaten. 

Nicht auf den Verband warten, auch wenn der sehr aktiv an Konzepten arbeite, forderte er. „Wir müssen uns fragen, was jeder Einzelne dafür tun kann, dass die gemeinsame Freude an unserem Sport nicht von Leute getrübt wird, die eben dieses Spiel für andere Zwecke missbrauchen oder ihre Aggressionen loswerden möchten.“

Danke an die Vielpfeifer

Henkelmann appellierte an die oft schweigende Mehrheit im Verein, den Schreihälsen und Aggressiven entgegenzutreten. „Wir müssen in diesen Momenten laut werden.“ Der KSO betonte, es gehe ihm nicht um eine Sonderrolle für die Schiedsrichter: „Jeder Teilnehmer am Spiel hat ein Recht darauf, dass er geschützt wird – vor Worten wie vor Taten.“

Henkelmann dankte besonders den Unparteiischen, die am Wochenende bereit sind, mehrere Einsätze zu leisten. Und so trotz der auf 90 geschrumpften Zahl der aktiven Schiedsrichter dafür sorgten, dass meist alle Partien besetzt werden könnten.

Neue Anreize durch Verbandstags-Beschlüsse?

Angesichts von nur noch zwei Waldeckern, die derzeit in der Gruppenliga pfeifen, sei es dringend notwendig, „junge Schiedsrichter (...) in diese Spielklasse zu bringen und ihnen zu helfen, sich dort zu etablieren“. Spiele bis zur Hessenliga leitet derzeit allein Manuel Winkler, Christian Krafft und der Arolser Pascal Otte werden bis zur Verbandsliga eingesetzt.

Der Sekt steht auch dabei: Die für zehn Jahre geehrten Schiedsrichter (und eine Schiedsrichterin).

Neue Anreize Schiedsrichter zu werden, erhofft sich Henkelmann von einer beantragten „spürbaren Spesenerhöhung“, falls sie denn beim Verbandstag am 6. Juni in Grünberg eine Mehrheit findet. Unter diesem Vorbehalt steht auch eine Neuberechnung des Schiedsrichter-Solls – weg von der reinen Zahl, hin zu den geleiteten Spielen. „Das scheint uns genau der richtige Weg“, sagte Henkelmann.

38 Kameraden geehrt

Lob und Anerkennung für die Leistungen der Schiedsrichter äußerten Kreisfußballwart Peter Bauschmann, sozusagen auf Abschiedsbesuch, und der Regionalbeauftragte Willi Reinemann. Im Miteinander mit Ausschuss habe man „immer faire Lösungen“, sagte er.

Pfeifen teils seit einer kleiner Ewigkeit: Die in Korbach für 15 und mehr Jahre geehrten Schiedsrichter. Vorn mit der roten Weste Ewald Wollert, der seit stolzen 50 Jahren Unparteiischer ist.

Die meiste Zeit des Abends beanspruchten die Ehrungen. Nicht weniger als 38 Kameraden erhielten die Ehrennadel in Gold, Silber oder Bronze, eine Flasche Sekt oder einen Präsentkorb – je nach Dauer ihres Engagements. Die hohe Zahl erklärt sich damit, dass der Ausschuss seit 2017 nicht mehr geehrt hatte. Mit länger anhaltendem Beifall bedachte die Versammlung Ewald Wollert: Der Korbacher, für den SV Neukirchen gemeldet und oberster Rechtsprecher im Fußballkreis, ist seit 50 Jahren Schiedsrichter.

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