Frederik Spohn ein „Fußballheld“

Landauer Henning Schneider erhält Ehrenamtspreis 2021

Fünf Männer mit Transparent
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Ehrenamtler unter sich: Ehrenamtspreisträger Henning Schneider (Mitte), links neben ihm „Fußballheld“ Frederik Spohn, rechts neben ihm der sozusagen zweitplatzierte Fußballheld Tom Hannig, flankiert vom Ehrenamtsbeauftragten Carsten Strippel (links) und Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann.

Der Fußballkreis Waldeck hat Henning Schneider vom TSV Landau den DFB-Ehrenamtspreis 2021 verliehen. „Fußballheld“ im Jungen Ehrenamt ist der Arolser Frederik Spohn.

Bad Arolsen – Nachdem Hennig Schneider Urkunde, freundliche Worte und Gratulationen erhalten hatte, ging er zu seinen früheren Spielerinnen und Spielern. Sie hatten sich in guter Mannschaftsstärke vor dem Vereinsheim des TuS Bad Arolsen aufgereiht. Schneider verfolgt ihre Biografien bis heute. Er hat sie nicht nur trainiert und gecoacht, sondern sich immer auch für ihr Leben interessiert. Am Samstag standen sie für ihn Spalier: als der Fußballkreis dem langjährigen Jugendtrainer und -leiter des TSV Landau im Arolser Beekmann-Stadion den DFB-Ehrenamtspreis 2021 verlieh.

Damit werde „ein Lebenswerk“ gewürdigt, sagte Carsten Strippel, der Ehrenamtsbeauftragte des Fußballkreises, der die Freiluftveranstaltung mit gut zwei Dutzend Gästen vorbereitet hatte – einen größeren Rahmen, wie von Strippel geplant, ließ Corona nicht zu.

„Ohne ihn keine Jugendsparte mehr“

Schneider war zwischen 1990 und 2020 23 Jahre lang Jugendleiter und sieben Jahre lang Stellvertreter in Landau, dazu Trainer und Betreuer der Junioren. „Ohne sein hervorragendes und langfristiges beständiges Wirken würde die Jugendabteilung im TSV Landau nicht mehr existieren“, so der TSV-Vorsitzende Marco Steinbach im Antrag des Vereins.

Der bald 58 Jahre alte Zollbeamte schrieb auch sportlich Vereinsgeschichte, als er 2016 mit den C-Junioren des TSV die Kreismeisterschaft gewann – das hatte bis dahin kein Landauer Juniorenteam solo geschafft. Und das war nicht der einzige Titel. In der JSG mit dem TuS Bad Arolsen spielten seine Schützlinge später in der Gruppenliga.

Henkelmann appelliert: Bewerbt euch

Seit 1997 schreibt der DFB jährlich den Ehrenamtspreis für besonders engagierte Vereinsmitglieder aus. Sie müssen mindestens 30 Jahre alt sein und wenigstens „drei Jahre lang herausragende Leistungen erbracht haben“, so Waldecks Ehrenamtsbeauftragter Carsten Strippel. Für die „U30“ gibt es die Aktion „Junge Ehrenamt“ mit ähnlichen Anforderungen. Ausrichter sind die Fußballkreise, die die Bewerbungen sichten und die Preisträger wählen. Viele Vereine halten sich freilich seit Jahren mit Vorschlägen zurück. Auch auf die von Strippel verschickten Ausschreibungen hatte es im September und Oktober wenig Resonanz gegeben. Schade, meinte Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann am Samstag in Arolsen: „Alle sind doch auf Ehrenamtliche angewiesen.“ (mn)

„Bei so viel Zeit, Liebe und Engagement, die Du aufgebracht hast, ist der Preis mehr als verdient“, betonte Strippel, den Schneider einst zu E-Jugendzeiten auch für eine Saison trainiert hatte. Der Landauer selbst erinnerte sich noch gut an seinen Einstieg. Er sei vom damaligen Trainer gefragt worden, ob er mal kurz aushelfen könne. Er sei zehn Minuten auf dem Platz gewesen, da habe der weggemusst. „So bin ich dazugekommen.“

Sportlicher Erfolg war nicht alles

Sein großes Anliegen sei immer gewesen, seine Landauer Spieler bis zu den Senioren zu begleiten und dann ihre Leistungen auf dem Sportplatz zu verfolgen, sagte Schneider. Das ist ihm gelungen. So spielt ein halbes Dutzend der Spieler, die den ersten Kreismeistertitel holten, jetzt für die SG Nieder-Waroldern/Landau.

Er habe die Arbeit über 30 Jahre im Großen und Ganzen nur deshalb durchhalten können, „weil ihr da wart“, sagte Schneider zu den Jugendlichen. Es sei nicht nur um sportlichen Erfolg gegangen, sondern auch darum „euch durch die Kinder- und Jugendzeit zu begleiten. Mich freut, dass jeder seinen Weg gefunden hat.“

So weit wie der Landauer Schneider will Frederik Spohn vielleicht auch mal kommen. Den 18 Jahre alten Jugendlichen vom TuS Bad Arolsen zeichnete Carsten Strippel im Rahmen der DFB-Aktion Junges Ehrenamt als Waldecks „Fußballheld“ für 2021 aus.

In jungen Jahren eine E-Jugend übernommen

Frederik gehört als einer von drei Junioren einem Team an, dass derzeit die E-Junioren des TuS betreut. Genauso lange wie er dabei ist der gleichaltrige Tom Hannig. „Wenn man zwei so gute Leute hat, die eine identische Karriere haben, muss halt das Los entscheiden“, sagte Strippel, der auch TuS-Vorsitzender ist.

In seine kurze Laudatio bezog er also nicht nur den Gewinner, sondern auch den Mitstreiter ein: „Das, was ihr in eurem Alter auf die Beine stellt, das ist herausragend und keine Selbstverständlichkeit für einen 18- oder 19-Jährigen.“

Frederik Spohn, der selbst in der A-Jugend der JSG Twistesee spielt und laut Bewerbungsschreiben großes Interesse an Fortbildungen sowie dem Erwerb der C-Lizenz zeigt, kann sich jetzt auf eine Reise nach Barcelona freuen, zu der der Verband seine „Fußballhelden“ einlädt – wenn nicht die Pandemie die Reisepläne über den Haufen wirft. Unter diesem Vorbehalt steht auch das „Dankeschön-Wochenende“, das der DFB den Ehrenamtspreisträgern meist aus Anlass eines Länderspiels spendiert.

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