SG Goddelsheim/Münden wacht zu spät auf

2:1 - SC Willingen gewinnt gutklassiges Kreispokalfinale mit Zuschauern

 Yasin Dogan (Willingen, links) und Marco Vesper (SG Goddelsheim/Münden)
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Ein Finale mit einem spannenden Endspurt: Yasin Dogan (Willingen, links) hat den Torschuss auf dem Fuß, aber Marco Vesper möchte das verhindern.

Finale. So lange darauf hingearbeitet. Und nichts ist ärgerlicher als in solch einem Spiel die Anfangsviertelstunde zu verschlafen.

Die Spieler der SG Goddelsheim/Münden schienen im Kreispokal-Endspiel der Saison 2019/20 geistig noch gar nicht auf dem Platz zu sein, da hätte es nach acht Minuten schon 3:0 für den Gast aus Willingen stehen können.

Die erste Unaufmerksamkeit in der SG-Abwehr bestrafte Florian Heine nach drei Minuten mit der Führung für den klassenhöhere Verbandsligisten. Jetzt die Nerven behalten, geisterte es durch die Gastgeberköpfe, aber sofort folgte der nächste Schnitzer in der Defensive, den der weit heraus eilende SG-Torwart Manuel Mitze nur mit einem Foul gegen Heine nah an der Strafraumgrenze stoppen konnte. Den Freistoß jagte Jan Henrik Vogel aber weit über das Tor. Und als in der achten Minute Sebastian Müller eine Flanke unbedrängt fünf Meter vor dem Tor stehend auch fast fünf Meter über den Kasten schoss, konnte einem etwas Angst werden um die SG-Mannschaft des neuen Trainer Jens Fresen.

Doch plötzlich nahm sie auch den Kopf hinzu und befreite sich etwas vom Willinger Druck. Kapitän Mirco Grosche gab mit einer ersten Chance das Signal: Wir sind noch da! Und nun entwickelte sich auch ein Spiel, das sich vor rund 300 Zuschauern sehen lassen konnte. Man merkte den Willingern an, dass sie in der Taktikschulung schon ein paar Kapitel weiter sind als ihr Gegner. Dazu trugen auch die beiden Trainer Rainer Schramme und Dardan Kodra bei, die von der Außenlinie das Spiel mit dirigierten, während Fresen eher die Stille bevorzugte.

Heines Schlenzer von der Strafraumkante verfehlte das Ziel knapp. Doch die SG holte sich nun immer mehr Spielanteile zurück, vor allem Jonathan Vach bereitete den Willingern mit seinen Dribblings über die linke Angriffsseite Probleme und im Mittelfeld entzog sich immer wieder Fynn Butterweck seinen Gegenspielern.

Kreispokalsieger: Der SC Willingen hat es wieder getan.

Als die Partie so hin und her wogte, fiel überraschend das 2:0 für die Willinger. Müller nutzte in der 44. Minute einen Abwehrfehler von Steffen Butterweck.

Nach dem Wechsel verlangten die Willinger Coaches wieder mehr Klarheit im Passspiel, mehr Ruhe am Ball und sie sollten ihn nicht zu früh in die Tiefe spielen. Die Spieler setzten diese Vorgaben zunächst auch gut um und die Gastgeber damit unter Druck. Jerome Löber bereitete eine weitere Chance vor, die aber von Yasin Dogan mit einem schwachen Schuss abgeschlossen wurde. Weitere Torchancen für die Upländer folgten, unter anderem ein Schuss von Müller (58.), den Torwart Mütze noch an den Pfosten lenkte.

Und als alle dachten, Willingen hat hier alles im Griff, da passiert nicht mehr viel, befreite sich die Fresen-Elf aus dieser Umklammerung, wehrte sich nun mit viel Kampfgeist und zumeist langen Bällen. Als Vach in der 68. Minute eine schöne Flanke von Niklas Göbel von der Strafraumkante mit einem satten Schuss zum 1:2 verwandelte, war plötzlich wieder alles drin in diesem gutklassigen Finale, bei dem die Gastgeber auch alle Hygieneregeln gut umgesetzt hatten.

„Schade. dass wir die Anfangsphase verschlafen haben“, sagte Fresen. Und Kodra fand es schade, dass „wir den Sack nicht früher zu gemacht haben. Und die Zuschauer fanden es schade, dass dieses Endspiel schon nach 90 Minuten zu Ende war. (rsm)

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