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SV Anraff macht es unnötig spannend: Sieg gegen TSV Korbach nach Elfmeterschießen

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Die Spielerinnen des SV Anraff nach der Entscheidung vom Punkt.
Jetzt geht‘s los: Die Spielerinnen des SV Anraff nach der Entscheidung vom Punkt. © Artur Worobiow

Es war das Glück des Tüchtigen. Die Fußballerinnen des SV Anraff hielten den Waldecker Pokal in ihren Händen, obwohl sie nach 90 Minuten auf dem Platz in Basdorf keinen Treffer erzielt hatten.

Basdirf - Ihre Gegnerinnen vom TSV Korbach brachten den Ball in der regulären Spielzeit aber auch nicht im Tor unter und so wurde das Endspiel im Elfmeterschießen entschieden. So manche Akteurin war vermutlich froh darüber, dass keine Verlängerung gespielt wurde, denn die schwülwarme Witterung ließ Kraft und Ausdauer früher schwinden.

Nach einer Schnupper-Viertelstunde, tasteten sich die Anrafferinnen schneller an die ersten Torchancen heran. Daniela Wende hatte in der 17. Minute eine gute Schussposition von der Strafraumkante, doch ihr Schuss landete direkt in den Armen der Korbacher Torfrau Emily Henkler.

Führungsschwäche zeigten nach einer halben Stunde Spielzeit die SVA-Spielerinnen Nele Süring und Mara Kleinert. Nach einem schönen Angriff über die rechte Seite hatte Anraff die Korbacher Abwehrspielerinnen eigentlich schon hinter sich gelassen. Süring lief allein auf Henkler zu und sie hatte Zeit zum Nachdenken, abspielen oder selbst schießen, sie entschied sich für abspielen, aber ihr Pass war nicht sauber gespielt, sodass Kleinert am langen Pfosten einen Schritt zu spät kam. Da hätte die Führung sein müssen.

Bewegungsmangel im Korbacher Team

Bei den Korbacherinnen lief nicht viel zusammen, sie spielten sich bis zum Halbzeitpfiff keine gute Torchance heraus. Tiana de Matos Martins, die hinten den Libero spielte, beklagte Bewegungsmangel bei ihren Mitspielerinnen, der die Anspielmöglichkeiten erheblich minimierte.

Celine Schröder vom TSV Korbach (links) im Zweikampf mit  Laura Ostermaier (Anraff), hinten deren Teamkollegin Franziska Karges.
Beinarbeit: Celine Schröder vom TSV Korbach (links) im Zweikampf mit Laura Ostermaier (Anraff), hinten deren Teamkollegin Franziska Karges. © Artur Worobiow

Anraff zeigte in einigen Aktion wie es geht, aber auch nur bis zum letzten Pass, denn der wurde auch den Südwaldeckerinnen immer wieder zum Verhängnis. Eine Minute vor dem Pausenpfiff kam beim SVA auch mal der letzte Pass. Doreen Koylka hatte sich über die linke Seite gut durchgesetzt, ihr Zuspiel zu Mara Kleinert war auch passgenau und wäre ein Tor wert gewesen, aber der Abschluss war dafür wieder nicht gut genug.

Korbach im zweiten Durchgang stärker

Wer im zweiten Durchgang einen offensivere Korbacher Mannschaft erwartet hatte wurde zunächst enttäuscht. Doch die Spielerinnen von Trainer Lutz Forth kämpften in der Defensive aufopferungsvoll. Das war auch nötig, denn Anraff spielte sich erneut einige Tormöglichkeiten heraus. Marie Wiesemann (50.) scheiterte genau wie Mara Kleinert (60.), die fast einen Fehler der TSV-Torfrau Henkler zur Führung genutzt hätte. Mitte der zweiten Halbzeit wagen sich die Korbacherinnen aber immer mehr aus der Deckung und kommen auch zur Einschussmöglichkeiten.

Carlina de Matos Martins wäre fast die lachende Dritte gewesen als sich zwei Anrafferinnen beim Ballbesitz nicht einig waren und die Korbacherin den Ball mit der Pike knapp am langen Pfosten vorbei ins Aus schoss. Dann legte sich Milena Michel (69.) den Ball zu weit vor als sie allein auf TSV-Torfrau Henkler zu lief. Auf der anderen Seite hatten Carlina de Matos Martins (71.) mit einem etwas zu hoch angesetzten Kopfball und Ronja Buse mit einem Weitschuss Pech.

Als Lisa Becker im Strafraum einen Pass annahm, waren noch zehn Minuten zu spielen. Die Korbacherin Madleen Wenzel fuhr ihr ungestüm in die Parade und Schiedsrichter Harry Lopez-Arcos zeigte sofort auf den Punkt. Dort legte sich Marie Wiesemann den Ball zurecht, sie lief an und schoss ihn weit über das Korbacher Tor.

Nachdem auch der Kopfball von Michel (85.) nach einer Ecke in den Armen der Korbacher Torfrau landete, war es Zeit für das Elfmeterschießen Celine Schröder verschoss gleich den Ersten für Korbach, Franziska Karges traf für Anraff, Ronja Buse glich für Korbach aus, Wiesemann trat zu ihrem zweiten Elfer an und versenkte den Ball mit einem Flachschuss, Lara Emde traf nur die Latte und Kora Haupt erhöhte für den SVA auf 3:1. Anna Steinhof musste nun treffen, aber sie traf nicht.

SVA-Trainer: Die Mädels können scheinbar nur spannend

Der Rest war Anraffer Jubel und eine Bierdusche für den Co-Trainer Daniel Möller, der Stefan Bischof erfolgreich vertrat. Gewinner und Verlierer waren sich nach dem Spiel einig, dass der Pokal in die richtigen Hände gekommen ist. „Wir haben es heute unnötig spannend gemacht, bis auf eine Phase Mitte der zweiten Halbzeit hatten wir immer alles unter Kontrolle. Aber scheinbar können die Mädels nur spannend, ein Sieg nach 90 Minuten wäre ihnen vielleicht zu einfach gewesen.“

Diese ironisch gemeinte Aussage, nimmt seine Kapitänin Franziska Karges freudig auf: „Klar hätten wir auch lieber auf das Elfmeterschießen verzichtet, aber die Zuschauer fanden es bestimmt so viel besser. Der Korbacher Trainer Lutz Forth gratulierte dem SV Anraff zum Sieg und er wusste schon vor dem Spiel, dass sein ersatzgeschwächter Kader es schwer haben würde, den Pokal ins TSV-Heim zu holen.

„Es waren heute bei uns auch einige Spielerinnen dabei, die länger nicht trainiert haben und es fehlte Carina Jesinghausen, derzeit unsere beste Torschützin.“ Seine Kapitänin Lara Emde findet es trotzdem schade, dass ihr Team nicht die normale Leistung abrufen konnte. „Klar hatten wir viele angeschlagenen Spielerinnen dabei, aber da muss man trotzdem nochmal ein Schippe drauflegen, aber dazu waren wir heute leider nicht in der Lage.“

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