Trainingsgruppe in Korbach lädt zum Torwarttag ein

Sonderschicht kommt gut an: Torwarttrainer-Team gründet Verein

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Alles gegeben hat Lucas Schön, um den Ball zu parieren. Der Nachwuchsfußballer vom TSV Korbach (Foto) ist einer von 21 Torhütern, die derzeit das „Stützpunkttraining“ in Korbach nutzen.

Korbach – Die Idee des Korbachers Michael Wolf,  spezielles Training für junge Torspieler anzubieten, hat rund ein Jahr nach dem Startschuss großen Anklang gefunden.

Hier darf auch mal gebrüllt werden. „Torwart“ ruft der junge Fußballer und der böige Wind trägt es über den Kunstrasen auf der Hauer. „Gut so“, lobt Markus Grymel, einer der fünf Trainer. So ist es richtig. Ein Keeper muss sich bemerkbar machen bei Mit- und Gegenspielern, er ist ja auch quasi der einzige auf dem Feld, der bölken darf.

So gehört der Ausruf beim nicht vereinsgebundenen Torwarttraining in Korbach zum guten Ton, wann immer eine Fangübung auf dem Programm steht. Springen, rufen, fangen. Und dann wird abgeworfen; aber bitte mit der richtigen Technik und zielgenau. Auch das wird geübt, genauso wie Stellungsspiel, Sprungkraft und andere Dinge.

Knautschzone: Marc Bubb vom TSV Berndorf bei einer Trainingsübung mit Marjan Ilic. Das Trainerteam lässt auch den Spaß nicht zu kurz kommen. Foto: schä

Auch das Spiel mit dem Ball am Fuß kommt nicht zu kurz. Denn längst ist der Torwart nicht mehr der zwischen den Pfosten, sondern eine Art Libero hinter der Abwehr. Deshalb lassen Michael Wolf und sein Trainerteam die Trainingsteilnehmer immer wieder auch wie ein Feldspieler agieren.

Schießen und passen immer wichtiger

Im Eins-gegen-Eins versuchen sie, den Keeper auszudribbeln; bei Rückpässen gilt es, dem Ball schnell aufzunehmen und weiterzuleiten; auch „krumme Dinger“. „Als Feldspieler lernt man, zu schießen und zu passen. Das ist mittlerweile auch im Torwartspiel gefordert“, erklärt „Erfinder“ Michael Wolf.

Der Spaß kommt aber nicht zu kurz – zum Beispiel, wenn man sich dabei auf einen dicken „Gummiball“ schmeißen kann oder versucht, einen Volleyball oder einen überdimensionalen Tennisball zu fangen. Schließlich flieg nicht jeder Ball gleich.

Ein Parcours mit Koordinations- und Kraftübungen a auch das ist längst Alltag für die jungen Torsteher aus dem Waldecker Land. Torspieler heißen sie neuerdings, und dass sie mehr Aufmerksamkeit und Ausbildung benötigen, ist längst anerkannt. Auch wenn in den Vereinen die Arbeit mit den Torhütern verbessert wird, sind es immer mehr Nachwuchsspieler, die den Weg zu Wolf finden.

Knifflig: Lewis Löfgren fängt auch Tennisbälle. Solche nützlichen Spaßeinheiten dürfen nicht fehlen.

Der Korbacher, der lange auch bei Blau-Gelb im Vorstand tätig war, bietet seit drei Jahren gezieltes Spezialtraining für Torleute an; es ist eine Art Stützpunkt. Zunächst kamen Seniorenspieler, die sich individuell verbessern wollten. Mittlerweile hat Wolf die Sache auf breitere Füße gestellt und arbeitet mit einem fünfköpfigen Trainerteam ausschließlich mit Nachwuchskeepern; zweimal wöchentlich entweder auf dem Paul-Zimmermann-Platz oder (im Winterhalbjahr) auf dem Hauer-Kunstrasen. Die Vorurteile und Bedenken der Vereine haben sich gelegt, zumal Wolf und seine Kollegen immer wieder klarstellen, dass das Training nicht vereinsgebunden, sondern allen zugänglich ist.

Dank an die Stadt und die Vereine

Die „Klientel“ wurde allmählich zahlreicher. Zunächst schickten Eltern ihr Kind ins Torwarttraining, um dessen Talent möglichst gut zu fördern, berichtet Wolf. „Aber auch die Vereine erkennen unsere Arbeit immer mehr an.“ Der TSV Korbach beispielsweise versucht seit einiger Zeit, alle Nachwuchskeeper im TWT-Training unterzubringen.

Insgesamt legen derzeit 21 Nachwuchskeeper die Sonderschicht ein; altersgerecht in zwei Gruppen aufgeteilt, um effektiver arbeiten zu können. Er sei der Stadt und den Korbacher Vereinen sehr dankbar, sagt Wolf. „Dass mir als Privatperson trotz hoher Nachfrage ein Platz zur Verfügung gestellt wird, kann man nur loben.“ Wolf betont aber: Mehr als einmal pro Woche Training ist nicht geplant, „denn die Jungs sollen auch und vor allem mit ihrer Vereinsmannschaft spielen“. 

Eigener Verein gegründet

Jüngstes Ziel: die Arbeit des „Torwart-Stützpunktes“ etwas professioneller machen und auf ein breiteres Fundament stellen. Deswegen hat das Trainerteam eine Kooperation mit „Goalkeeping Development“ gebildet, zum anderen wurde aus dem TWTeam am Donnerstagabend ein eigener Verein. 

Wolf ist Vorsitzender, seine vier Kollegen als Trainer gehören ebenfalls dem Vorstand an: Markus Grymel als sein Stellvertreter, Marijan Ilic als Pressewart, Jörg Kreiselt und Christian Lefarth als Kassenprüfer. Schriftführer ist Marco Leck, Kassenwartin: Kerstin Wolf.

Die Gründungsmitglieder des neuen Vereins TWTeam Korbach/Waldeck.

„Der Verein wurde unter anderem gegründet, damit wir nicht weiter als Privatpersonen auftreten“, erklärt Wolf.

Torwarttag am 31. März

Der Torwarttag am Sonntag, 31. März ist das erste große Event des TWTeams in Kooperation mit „Goalkeeping Development“. Der Trainingstag für Jungen und Mädchen von 6 bis 17 Jahren findet von 11.30 bis etwa 18 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Oberschledorn statt. 

Als Coaches sind neben dem Team um Michael Wolf unter anderem Dennis Neudahm und Fabian Otte im Einsatz; beide arbeiten als hauptamtliche Torwarttrainer in der Akademie der TSG Hoffenheim. 

Für 79 Euro Teilnahmegebühr bekommt man vier 4 Trainingseinheiten á 60 Minuten und ein warmes Mittagessen. Außerdem hat jeder die Möglichkeit, bei einem Gewinnspiel unter anderem ein Trikot aus der Bundesliga und ein Training mit Michael Rechner zu gewinnen. 

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit gibt es hier

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