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TSV Altenlotheim holt sich mit einem 1:0 gegen den SC Willingen den Kreispokal

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Von: Dirk Schäfer

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Viel „Abnutzungskampf“ wurde geboten im Kreispokal-Endspiel. Hier beackern sich beim Kopfball Willingens Christian Kuhnhenne und (dahinter) Christian Schmid vom TSV Altenlotheim. Rechts dessen Teamkollege Rudi Hofert.
Viel „Abnutzungskampf“ wurde geboten im Kreispokal-Endspiel. Hier beackern sich beim Kopfball Willingens Christian Kuhnhenne und (dahinter) Christian Schmid vom TSV Altenlotheim. Rechts dessen Teamkollege Rudi Hofert. © bb

Zweimal in Folge Kreispokalsieger. Das ist eigentlich Sache des SC Willingen. Am Mittwochabend aber verwehrte der TSV Altenlotheim dem Verbandsligisten die Rückkehr in die Siegerliste.

Als die sechs Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, war die „Elf“ an der Altenlotheimer Bank in den folgenden Minuten beinahe mehr in Bewegung als die elf Oberbach-Kicker auf dem Feld, die teils stehend k.o. waren. Nach insgesamt 100 Minuten gab es dann eine Mischung aus Erleichterung und Jubel, und die Kräfte der Gastgeber reichten gerade noch für einen Sprint samt Taucher vor die Ostkurve. Der TSV Altenlotheim ist erneut Waldecker Kreispokalsieger.

So wie vergangenes Jahr. Nur dass diesmal der in der Saison zuvor nicht teilnehmende SC Willingen die Hürde bildete, die es zu überspringen galt – eine höhere als die SG Bad Wildungen 2021. Aber eine, die nicht hoch genug war für die Altenlotheimer, die vor etwas mehr als 200 Zuschauern mit 1:0 (0:0) gewannen. Und das war nach dem Spielverlauf noch nicht einmal eine Überraschung, sondern eine verdiente Titelverteidigung.

Kreispokal: „Altenlotheim hat es uns schwer gemacht“

Da mochte auch Dardan Kodra nicht widersprechen, der bis zum Schluss vergeblich darauf hoffte, dass sich sein Team noch in die Verlängerung rettet. „Wir hatten natürlich einen Matchplan. Aber Altenlotheim hat es uns das gesamte Spiel über schwer gemacht, diesen umzusetzen“, sagte Willingens Trainer, der ohne Matthias Bott auskommen musste. Sein junges Team habe eine Erfahrung gemacht, aus der es hoffentlich lerne.

Mit der Favoritenrolle umgehen, sich auf einen hochmotivierten und lauffreudigen Gegner und fast 90 Minuten Regen einstellen, das war die Aufgabe, die die Upländer von Beginn zu bewältigen hatten – mit mäßigem Erfolg. Die Heimelf griff recht früh an und versuchte bei Ballgewinnen, schnell umzuschalten, was ihr besser gelang als dem Gast, der zu wenig Bewegung zeigte und zu wenig Ballkontakte hatte, um Ruhe ins Spiel zu bekommen und Druck zu machen.

SC Willingen auch nach der Pause wenig gefährlich

Wenn der Ball in Tornähe kam, fehlte die finale Aktion, so wie in Minute 38, als TSV-Keeper Mirko Ohnesorge nach langem Ball auf Florian Heine am Strafraumeck mit der Faust den Ball vor Willingens Torjäger ins Aus bugsierte.

Die besseren Möglichkeiten hatte Altenlotheim. Raphael Menkel sah die Lücke und passte herrlich in den Lauf von Robin Wissemann, doch Yannick Wilke im SC-Kasten lenkte den nassen Ball knapp am Pfosten vorbei (14.). Der TSV-Spielertrainer traf kurz danach bei einem Freistoß von der 16-Meterraum-Linie das Lattenkreuz (22.).

Nach der Pause erwarteten viele einen Ruck im Spiel des Verbandsligisten, der Tom Friedrich nach vorn und Christian Kuhnhenne nach hinten beorderte, meist mit Dreier- statt Viererkette operierte, sich aber weiter schwer tat. Bis zum Ende traf der SCW überhaupt nur viermal das Tor des Gegners – nur bei Fynn Butterwecks 25-Meter-Schuss hatte Ohnesorge Mühe mit dem rutschigen Spielgerät (48.). Eine richtig beherzte Aktion war nicht dabei.

Patrick Wissemann köpft zum Tor des Abends ein

Im Gegensatz dazu zappelte der Ball auf der anderen Seite in der 68. Minute im Netz. Eine Ecke von Christian Schmid wuchtete Patrick Wissemann aus acht Metern oben ins Netz. „Das war eigentlich keine typische TSV-Ecke, weil wir die gefühlt oft nicht gut spielen. Aber heute war es eine gute“, sagte der Torschütze. Davor und danach habe man läuferisch und kämpferisch „sehr gut abgeliefert und verdient gewonnen. Gute Gegner liegen uns.“

Die Ballbesitzphasen der Gastgeber wurden nun spürbar kürzer, aber der Wille umso größer, und auch die Emotionen kochten Richtung Schlussphase hier und da hoch, aber nicht über. Die 110-prozentige Chance zum 2:0 vergab Marc-Andre Garthe, der fraglich war, aber 85 Minuten durchhielt. Schön freigespielt ließ er noch einen Willinger aussteigen, schlenzte aber aus 14 Metern am Kasten vorbei (80.). Die Upländer Schlussoffensive verteidigten die Altenlotheimer meist gut weg, zumal die Genauigkeit fehlte. (schä)

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