Nach Siegen gegen Volkmarsen und SG Adorf/Vasbeck:

TSV/FC Korbach und „Hö/Mei“ zweimal im Waldecker-Pokalfinale

Spieler des Abends: Marcel Bangert (2. v. rechts) nimmt die Glückwünsche zum 3:0 für „Hö/Mei“ von Dominik Sach, Thomas Pendzich, Julian Benner und Nico Martin (von links) entgegen. Hinten links der Volkmarser Sören Heinemann.
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Spieler des Abends: Marcel Bangert (2. v. rechts) nimmt die Glückwünsche zum 3:0 für „Hö/Mei“ von Dominik Sach, Thomas Pendzich, Julian Benner und Nico Martin (von links) entgegen. Hinten links der Volkmarser Sören Heinemann.

Verrückte Corona-Zeiten: Die SG Höringhausen/Meineringhausen und der TSV/FC Korbach stehen gleichzeitig in zwei Finals um den Waldecker Fußballpokal.

Netze/Rhena. Nachdem beide Mannschaften jeweils das Endspiel der Saison 2019/20 erreicht hatten, schafften sie auch im laufenden Wettbewerb den Sprung. „Hö/Mei“ besiegte mit 4:1 im Netzer Halbfinale den VfR Volkmarsen sicher, Korbach behauptete sich in Rhena, wie zuletzt im Viertelfinale auch, im Elfmeterschießen gegen die SG Vasbeck/Adorf.

Höringhausen/Meineringhausen – Volkmarsen 4:1 (3:0). Bangert, Bangert und nochmal Bangert: „Hö/Mei“-Stürmer Marcel Bangert war der Mann des Abends. Mit seinem Hattrick löste er fast im Alleingang das Finalticket der SG. Dabei sah es vor der Partie gut für die Volkmarser aus. Leistungsträger Patrick Michel war rechtzeitig fit geworden, die Spielgemeinschaft musste hingegen auf den verletzten Kapitän Henrik Wiegand verzichten. Es entwickelte sich ein intensives Spiel, in dem Viktor Gossmann nach sieben Minuten die erste Chance des VfR hatte. Nur wenige Minuten eine weitere Situation. SG-Torwart Jan Henrik Bracht parierte, dann ging alles ganz schnell. Viktor Hardt schickte Bangert den Ball in den Lauf, der verwandelte sicher.

Die Spielgemeinschaft machte nun Druck und zeigte sich in der gegnerischen Hälfte präsenter. Der VfR konnte die starke Offensive nicht immer mit spielerischen Mitteln stoppen. So bekam Bangert aus 20 Metern einen Freistoß, den er zum 2:0 nutzte (33.). Die Dominanz der SG wurde größer, sie zeigte auch spielerisch ein höheres Level als der VfR. Das demonstrierte in der 40. Minute natürlich Bangert. Mit einem überragenden Solo ließ er die gesamte Abwehr der Volkmarser samt Torhüter stehen und machte seinen Hattrick perfekt.

„Zur Halbzeit war das Spiel entschieden, ,Hö/Mei’ hat hoch verdient gewonnen“, sagte VfR-Coach Matthias Wiegand. Die zweite Hälfte plätscherte dahin, sicherlich auch, weil Bangert zur Halbzeit mit muskulären Problemen runter musste. Zwei Tore sollten aber noch fallen. Per Weitschuss traf zuerst der Höringhäuser Dominik Sach (65.), danach erzielte Gossmann den Ehrentreffer zum 1:4 (77.). Ein Aufreger ereignete sich kurz vor dem Abpfiff, Steffen Schröder (VfR) sah die Rote Karte.

Der Rest ging im Jubel der Gewinner unter, und auch Trainer Martin Wagner konnte das Ding kaum fassen: „Zweimal in einem Jahr im Finale, etwas geileres gibt es doch gar nicht.“

TSV/FC Korbach – Vasbeck/Adorf 8:7 (4:4, 3:3, 0:3) n.E. Die 220 Zuschauer in Rhena erlebten einen gut organisierten, vor allem aber extraspannenden Pokalabend. Wie zuletzt im Viertelfinale 2019/20 bezwang Korbach die Diemelseer vom Punkt. SG-Coach Kristian Willeke haderte schwer. Seine Elf habe bei ihrer 3:0-Führung den Gegner wieder ins Spiel kommen lassen: „Das darf nicht passieren.“ Dagegen war Uwe Tenbusch zwar geschafft, aber „stolz auf meine Mannschaft“. „Am Ende war es eine Kopfsache“, sagte der Trainer des TSV/FC.

Beim Schießen vom Punkt parierte TSV/FC-Keeper Yannik Ziesmann zweimal, sein SG-Kollege Philipp Pohlmann nur einmal. „Das war nicht unser Tag“, trauerte Willeke.

Die Korbacher hatte den besseren Start hingelegt. Sie pressten gut und unterbanden die Angriffe der SG. Fabian-Jan Jaslar setzte mit einem Schuss aus 20 Metern die erste Duftmarke (3.). Trainer Willeke rüttelte sein Team mit lautstarkem Coaching wach. Nun ging auch die SG früher auf Ball und Gegner und erzwang Augenhöhe.

Ein Kampf um jeden Ball zweier Torschützen: Kevin Walger (Korbac/rechts) sucht den Ball gegen Henrik Radkte (Vasbeck/Adorf) zu behaupten.

Bei der Führung hatte sie Glück. Andre Böhles Freistoß klatschte mit Unterstützung des Windes an die Latte, der Ball sprang Ziesmann an den Rücken und von dort ins Tor (9.). Roman Lizenberger vergab die erste Kopfballchance der SG (14.), dann traf Marco Linnekugel auf Vorlage von Lukas Borneman nach Korbacher Abwehrfehler (18.).

Vasbeck/Adorf blieb ein Meister der Effizienz, denn die nächste Gelegenheit versenkte Henrik Radtke nach Böhles prima Pass in die Tiefe allein vor dem Tor zum 3:0 (28.). Und Korbach? Machte es schlechter, als Dominik Dumbovic und Kevin Walger Großchancen vergaben (30.).

Das Tor fiel nach der Pause. Korbach baute Dauerdruck auf und kam durch Steffen Emde nach Ecke heran (58.). Simon Kraus hätte den alten Abstand wieder herstellen können, er scheiterte nach Kontern zweimal an Ziesmann. Fast prompt fiel das 2:3: Nachdem Jaslar nur den Pfosten anvisiert hatte (61.), traf Sven Leonhard aus 16 Meter (71.). Und in der nun dramatischen Partie war es Emde, der den TSV/FC in die Verlängerung schoss (87.), die er kurz darauf mit einem Ball knapp am Pfosten vorbei beinahe sogar verhindert hätte.

Korbach schien die Partie vollends zu drehen, als Walger den Ball zum 4:3 ins Tor spitzelte (115.). Doch in letzter Minute rettete Konstanin Lizenberger die SG mit einem Tor aus dem Gewühl ins Elfmeterschießen. Am Ende aber lachte Korbach. (sil/dv)

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