Gruppenligisten im Faktencheck

TuSpo Mengeringhausen: Am besten mit Tim Schade

Spielszene aus dem Fußball, zwei Spieler kämpfen um ihr Glechgewicht
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Mit ihm lief’s besser: Tim Schade, der hier den Kirchberger Florian Peter hinter sich lässt, war wichtiger Gestalter des TuSpo-Spiels. Im Hintergrund Spielertrainer Andre Gutmann (links) und Sören Schwechel.

Die Fakten sprechen für sich – oder? Nach 16 Spielen in der Gruppenliga 1 ziehen wir Bilanz für die Waldecker Mannschaften. Im vierten Teil geht es um den TuSpo Mengeringhausen.

Mengeringhausen – Verletztenmisere gleich Punktemisere: Auf diese knappe Formel lässt sich die Hinrunde für den TuSpo Mengeringhausen bringen. Die Grün-Weißen stehen am Ende der Tabelle, was zu vermeiden sie oben auf ihre Saisonagenda gesetzt hatten. Warum daraus nichts wurde (werden konnte), steht im WLZ-Faktenscheck.

Bei Abbruch der Saison 2021/22 war der TuSpo Vorletzter der Tabelle; die Trainer fanden im Sommer, die Leistungen der Mannschaft seien besser gewesen als der Tabellenstand sagte. Und jetzt?

Abgesehen davon, dass der TuSpo mehr Punkte vorweist als Ende Oktober 2020 (13 gegenüber 6, freilich bei mehr Spielen), findet Andre Gutmann ganz grundsätzlich, dass sich beide Saisons nicht miteinander vergleichen ließen. Der Spielertrainer sagt es vor allem aus einem Grund: Die Hinrunde stand an der Hagenstraße unter erheblichem Verletzungsstress.

Dominik Lüdtke (Riss der Achillessehne) und Neuzugang Giulian Braun (Kreuzbandriss) litten am schlimmsten, aber nicht als einzige – zeitweise fehlte ein halbes Dutzend Stammspieler. „Andere Mannschaften hatten das gleiche Problem, aber wir konnten das in der Breite einfach nicht kompensieren“, sagt Gutmann. Bisweilen saßen Fußballer der Reserve auf der Bank, die schon einen Einsatz im Vorspiel in den Beinen hatten. In dieser Misere sieht Gutmann den eigentlichen Grund für die triste Tabellengegenwart, die die Grün-Weißen nie höher als Platz 15 führte.

Nico Müller kommt und wird zur Größe

Der TuSpo Mengeringhausen hat sich gut verstärkt.

„Das ist so“, sagt Gutmann. Freilich blieben auch die Neuen nicht durchweg gesund. Neben Braun, der auf lediglich 25 Spielminuten kam (zum Saisonauftakt in Mengsberg) hatte der TuSpo auch vom verletzten Tim Sommer nicht sehr viel – der A-Junior konnte erst kurz vor der Winterpause die ersten (vielversprechenden) Kurzeinsätze leisten. Bleibt Nico Müller. „Eine Stütze in unserem Spiel“, sagt Gutmann über den Mittelfeldspieler, der 14 Partien bestritt.

Noch eine Bemerkung zum Spielertrainer: Mit seinen sieben Treffern ist er bester TuSpo-Schütze. Respekt.

Mit Tim Schade verlor der TuSpo nur ein Spiel

Giulian Braun kann in die Rolle von Tim Schade als Spielgestalter perspektivisch hineinwachsen; die Aufgabe soll aber auf mehrere Schultern verteilt werden.

Brauns angedachte Rolle hatte sich nach weniger als einer Halbzeit erledigt (siehe oben). Die Idee, die Spielgestaltung neu zu organisieren, wegen der Personalnöte ebenfalls bald. So zeigte die Saison vor allem eins: Ohne den langjährigen Kopf, der beruflich bedingt die Region verlassen hat, geht es (noch) nicht. Zahlen gefällig? Bitte sehr: In den vier Begegnungen, in denen Schade durchspielte, holte der TuSpo acht seiner 13 Zähler; lediglich das gut 50 Minuten dauernde Saisondebüt des 30-Jährigen gegen Goddelsheim/Münden (2:7) endete ertraglos.

„Wenn Tim dabei war, hat das Spiel enorm an Qualität gewonnen. Das hat sich auf die ganze Mannschaft ausgewirkt“, sagt Gutmann. Da sie auf Schade nicht fest bauen können, wollen er und Co-Trainer Marcel Schilling dennoch weiter versuchen, jüngeren Spieler mehr Verantwortung zu übertragen. Leicht wird das nicht.

„Alles gegeben für gute Ergebnisse“

Gewachsene Erfahrung, mehr Konzentration, viel Fleiß und Disziplin sollten zu einem Faktor werden, um in der Liga zu bestehen.

Ob der TuSpo „bestehen“ wird, weiß man noch nicht. Die erwarteten Tugenden hat Gutmann gesehen. Die Spieler hätten nicht nur am Wochenende, sondern auch im Training „alles für gute Ergebnisse gegeben“, sagt er. Als sich der Kader gegen Ende der Halbserie ein wenig füllte, entstand sogar wieder eine leichter Konkurrenzkampf. „Wir konnten auch mal wieder einen Spieler von der Bank bringen, ohne einen qualitativen Verlust im Spiel verzeichnen zu müssen“, so der Trainer. Die Leistungen hätten gestimmt. Die Ergebnisse tanzten aus der Reihe, jedenfalls die Heimniederlage gegen Altenlotheim. Das 1:2 ließ sprachlose Trainer zurück.

Zwischendurch die Fünferkette

In das taktische System sollen sich alle schnell einfinden und sich darin sicher fühlen können.

Gutmann lacht, als er mit dieser Aussage konfrontiert wird. Er und Schilling mussten früh schon umstellen, nachdem der Saisonstart mit 0:6 ins Mengsberg und drei folgenden Niederlagen schwer in die Hose gegangen war. Besagte Verletzungen und zwei Gelb-Rote Karten bewirkten ein Übriges.

Gutmann besetzte Spieler in neuer Rolle: So rückte Nico Müller etwa auf die Sechserposition. Zudem probierten es die Trainer zeitweise mit einer Fünferkette statt des gewohnten 4-2-3-1. „Das hast du in der Vorbereitung mal ausprobiert, um alternativ ein anderes System spielen zu können“, sagt Gutmann. Der ein oder andere Spieler habe sich dabei „mit Sicherheit nicht wohl gefühlt“, die Jungs hätten ihm zum Teil leid getan. Was blieb ihm übrig? „Wenn du die Breite im Kader nicht hast, dann musst du improvisieren, versuchen, hinten dicht zu machen“, weiß er. Immerhin stabilisierte sich die Mannschaft – nach nur vier Punkten aus den ersten acht Partien holte sie in den folgenden neun Begegnungen neun Zähler.

Bisher kein Abgang in der Winterpause

„Wir werden keine Corona-Unterstützung für den Klassenerhalt brauchen.“

Gutmann lacht erneut, er hatte diesen Satz erwartet. „Habe ich gesagt, stehe ich auch nach wie vor zu.“ Der Klassenerhalt sei ja nach wie vor drin, der TuSpo bei fünf Punkten Abstand zum Bleiberecht nicht abgeschlagen. Alles Wollen steht und fällt aber mit der Fitness- und Gesundheitskurve im Kader. Er hoffe, so Gutmann, dass „alle Jungs in der Rückrunde fit bleiben oder es bis dahin werden und sich in der Vorbereitung richtig ins Zeug legen“. Freiwilliges Hallentraining vor Weihnachten sollte sie am Ball halten.

Guter Dinge ist Gutmann für Dominik Lüdtke, der schon vor der Pause seine Einsätze hatte und gegen Altenlotheim beinahe wieder der alte war; ebenso für Henry Hosse, der nach Knöchelbruch in der Reserve mitmischte. Auch die Löhndorf-Zwillinge sollten wieder zu einer Größe werden; bei Giulian Braun wagt Gutmann trotz guter Fortschritte keine Prognose. Gut für für den TuSpo: Nach dem letzten Stand bleiben alle Spieler.

Das steht auf dem Wunschzettel:

Alle Spieler sollten verletzungsfrei bleiben, diesen Wunsch formuliert Gutmann aus gutem Grund zuallererst. Sportlich wünscht er sich, „dass sie den Ehrgeiz verspüren. den du brauchst, um die Klasse zu halten, und dass sie durch eine Siegesserie schnell den Anschluss an das Mittelfeld erreichen“.

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