Verbandsliga-Aufsteiger Türkgücü Kassel zu Gast im Upland

So will Willingen siegen: Geduld und hohe Laufbereitschaft

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Brennt auf seinen ersten Einsatz in der Startelf: SCW-Kapitän Christoph Keindl (rechts), hier im Pokalspiel gegen den Ederbergländer Daniel Gora.

Willingen – Während die Verbandsliga-Konkurrenz am Mittwoch um Punkte stritt, gaben die spielfreien Fußballer des SC Willingen im Training richtig Gas. Sie sind am Samstag wieder dran.

Die fordernde Vorbereitung soll sich am Samstag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Aufsteiger Türkgücü Kassel bezahlt machen, der vor zwei Tagen mit 0:3 in Udenhausen auch seine zweite Partie verlor.

„Wir müssen im läuferischen Bereich was tun“, begründet Trainer Rainer Schramme die sehr intensive Übungseinheit unter der Woche. Sie ist eine Reaktion soll die 2:5-Schlappe in Bad Soden. Der SCW hatte in einer starken ersten Hälfte die zweimalige Führung durch zwei unglückliche, missglückte Klärungsversuche hergeschenkt. Nach dem Wechsel passte dann nicht mehr viel zusammen.

„Weil nicht alle mehr konsequent verteidigt haben“, gibt Schramme keinesfalls der Viererkette, respektive den Innenverteidigern Raphael Mütze und Jan-Niklas Albers die alleinige Schuld an der Pleite. „Sie mussten viel zu oft in 1:1-Situationen, weil vorher die Räume nicht zugelaufen worden sind“, analysiert der Coach. Außerdem habe es in der Offensive an der nötigen Rückwärtsbewegung gefehlt.

Die Abstimmungsprobleme in der Abwehr lösen, das fordert Schramme vom Auftritt gegen Türkgücü. „Und wir müssen Geduld haben“, rechnet der Berndorfer mit einem zunächst defensiv eingestellten Gegner mit technisch guten Einzelspielern. 

Eine Serie, die schon das ganze Jahr hält

Mit hoher Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und längeren Ballbesitzphasen soll dem Vizemeister der Gruppenliga 2 „die Lust am Fußball spielen genommen werden“. Am Ende soll nach dem 3:1 gegen Hombressen der zweite Heimsieg zu Buche stehen.

„Wir haben dieses Jahr noch kein Spiel im Uplandstadion verloren“, denkt Schramme saisonübergreifend. Fürs Basteln an der Heimstärke müssen er und Hubertus Albers aber die Mannschaft umbauen, denn zwei wichtige Stützen fallen aus. Matthias Bott ist im Urlaub und fehlt in den nächsten drei Begegnungen. Ähnlich lang dürfte die Pause für Max Ullbrich sein, der sich unter der Woche einen Zeh gebrochen hat.

Für beide Positionen, auf der Sechs und im offensiven Mittelfeld, stehen Alternativen zur Verfügung. So brennt Kapitän Christoph Keindl nach auf einen Einsatz in der Startelf, nachdem er seinen Trainingsrückstand wettgemacht hat. Das Gleiche gilt freilich auch für die anderen, etwa Christian Kuhnhenne, der wieder fit ist.

Steiler Aufstieg von Türkgücü Kassel

Von 2011 bis 2016 war der SV Türkgücü Kassel Stammgast in der Gruppenliga 2 Kassel. Dann ging es runter in die Kreisoberliga. Auf dem Tiefpunkt übernahm Hayri Karahan den Trainerjob, schaffte auf Anhieb den Wiederaufstieg, und sein Nachfolger Hüseyin Üstün führte in diesem Sommer den Verein aus der Kasseler Nordstadt erstmalig in der Vereinsgeschichte in die Verbandsliga.

Parallel schaffte die Reserve den Sprung in die Kreisoberliga. Schon am 21. Juni startete Üstün in die Vorbereitung, um das höhere Tempo der Verbandsliga mitgehen zu können. Außerdem musste er zehn Neuzugänge schnell integrieren.

„Wir können im Kollektiv eine Menge erreichen, das haben wir schon in der Saison bewiesen“, sagt der 49-jährige Coach. Türkgücü schaffte als Vizemeister mit sechs Punkten Rückstand zur SG Hombressen/Udenhausen über die Aufstiegsrunde den Weg nach oben. Angeführt wurde das Team vom erst 20-jährigen Regisseur Naci Kara sowie den Offensivkräften Yasin Bingül (17 Tore), Emre Bicer (12) und Memduh Eryilmaz (8). Sie erzielten mehr als die Hälfte der 67 Treffer.

In der neuen Umgebung ist Türkgücü noch nicht richtig angekommen und quittierte zwei 0:3-Niederlagen. Allerdings war der Neuling nicht so unterlegen, wie es die Resultate ausdrücken. (ni)

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