Ein 2:2, das sich komisch anfühlt

Verbandsliga: Besserer SC Willingen hat am Ende gegen FC Eichenzell Glück

Leon-Michele Peters (vorn) und Jan Albers (rechts/beide Willingen)) sowie der Eichenzeller Claudius Müller beim Kopfball. Alexander Ganss (Eichenzell) schaut zu.
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Ziemlich eng da oben: Kopfballduell zwischen den Willingern Leon-Michele Peters (vorn) und Jan Albers (rechts) sowie dem Eichenzeller Claudius Müller. Sein Teamgefährte Alexander Ganss schaut aus Bodennähe zu.

Sie wussten nicht so recht, ob sie sich über den Punkt freuen oder den verpassten Sieg ärgern sollten. Nach einem Wechselbad der Gefühle konnten der SC Willingen und Gegner FC Eichenzell aber mit dem 2:2 (1:0) leben.

Willingen - Vor dem Anpfiff waren die ehemaligen SCW-Spieler Christoph Keindl, Raphael Mütze und Max Ullbrich veranschiedet worden. Sie sahen nach dem Anpfiff einen starken Beginn ihrer ehemaligen Teamkollegen. Mit starkem Gegenpressing brachten die Upländer die Eichenzeller bereits in deren Hälfte in manche Schwierigkeiten.

Als der ebenso unauffällige, wie starke Christian Kuhnhenne einen Abschlag abfing und sofort Sebastian Müller in die Schnittstelle der Viererkette schickte, da war die frühe Führung fällig (9.). „Sehr gut umgeschaltet“, lobte Trainer Dardan Kodra, der ohne seinen dienstlich verhinderten Mitstreiter Rainer Schramme an der Linie stand.

Mit guten Tempowechseln, ausgehend von ruhigen Phasen und vielen Stationen über Keeper Yannick Wilke, brachte der SCW die Gäste ins Laufen. Viel Druck kam über die weit aufrückenden Außenverteidiger Nick Bärenfänger und Tobias Schumann. Viele Chancen resultierten daraus trotz aller Überlegenheit aber nicht.

Jan-Niklas Albers köpfte eine Ecke von Valdrin Kodra drüber (18.) und Jan-Henrik Vogel schoss aus 20 Metern aussichtsreich Torwart Marcel Röder genau in die Arme (42.). Pech für die Gäste, dass beim einzigen gefährlichen Vorstoß Torjäger Benedikt Rützel auf die Schulter fiel und ausgewechselt werden musste (38.).

Der Ausgleich fiel „zu billig“

FCE-Trainer Heiko Rützel war zur Halbzeit froh, „dass wir Willingen im Zaum gehalten haben“. Seine Worte in der Kabine schienen zu fruchten, denn mit Wiederbeginn nahm sein Team das Heft zunächst in die Hand. Vielleicht wäre es trotzdem aus Sicht der plötzlich ungeordneten Gastgeber ein schönerer Nachmittag geworden, wenn Müller nach Pass von Vogel seinen Schuss aus 18 Metern nicht zu hoch angesetzt hätte (49.).

Endgültig vorbei mit der Ruhe war es nach 55 Minuten, als Schumann, obwohl näher dran, nicht zum Ball ging und der Hessenliga-erfahrene Patrick Broschke frei durch ging und flach vollendete. „Das ist zu billig“, ärgerte sich Florian Heine zurecht über den unnötigen Ausgleich.

Es dauerte ein paar Minuten, aber dann war der SCW wieder die bessere Mannschaft. Zunehmend kombinierte sie mit Direktpassspiel an die gefährliche Zone heran, einzig der Abschluss war zu überhastet und damit ungenau. Etwa in der 71. Minute, als Vogel auf Heine ablegte, der mit seinem starken linken Fuß von der Strafraumkante weit drüber zielte; das kann der Torjäger besser. Auch Müller verpasste den Abschluss, konnte so noch von Tim Ströder geblockt werden (80.). „Willingen hatte nach der Pause keine echte Torchance mehr“, hatte Rützel deshalb nicht unrecht.

Die Gäste selbst waren nur nach einer zu kurz abgewehrten Ecke durch Gabriel Müller gefährlich (82.) – bis zur 88. Minute. Bei einem Konter rutschte Ferhat Yildiz zwar der Ball unter der Sohle durch, aber ideal für Broschke, der auf und davon ging und Wilke im zweiten Versuch überwand. „Die Hintermannschaft pennt bei unseren beiden Toren“, war Rützel ehrlich und hoffte nun auf einen „glücklichen Sieg“.

Daraus wurde aber nichts, weil, so Kodra, „wir große Moral gezeigt haben und deshalb kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen“. Die warf noch einmal alles nach vorne und wurde belohnt. Beim Gewusel im Eichenzeller Strafraum traf Ströder nicht den Ball, sondern Heine. Der Gefoulte netzte gewohnt sicher zum Endstand ein (90.+1).

Rützel ärgerte sich kurz, war dann aber auch mit dem einen Punkt zufrieden. „Wir können auch mit dem 2:2 leben“, sagte Kodra, „aber irgendwie fühlt es sich doch komisch an.“ In der Tat, mit der Leistung hätte sein Team eigentlich alle drei Zähler einfahren müssen.

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