Verbandsliga Nord: Upländer 0:1

Anpfiff zum Abstiegskampf: Willingen unterliegt Türkgücü Kassel in letzter Sekunde

Kein Treffer: Willingens Offensivmann Florian Heine (links) schießt, beobachtet vom späteren Torschützen Onur Büyükata (Türkgücü Kassel, Mitte), an Gästekeeper Lukas Perzel aber auch am Tor vorbei.
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Kein Treffer: Willingens Offensivmann Florian Heine (links) schießt, beobachtet vom späteren Torschützen Onur Büyükata (Türkgücü Kassel, Mitte), an Gästekeeper Lukas Perzel aber auch am Tor vorbei.

Das Spiel bot nur wenige verbandsligareife Szenen und dann wurde es noch ganz bitter: Der SC Willingen kassierte gegen den SV Türkgücü Kassel in der fünften Nachspielminute das 0:1.

Willingen – Spätestens jetzt hat für die Upländer der Abstiegskampf begonnen. Auch der frustrierte SCW-Trainer Dardan Kodra kann und will nicht weit nach oben blicken, „ab sofort müssen wir uns erst einmal auf die Grundtugenden des Fußballs besinnen“. Für seinen Gegenüber Ralf-Jürgen Rößler ist die obere Hälfte auch weiterhin kein Thema, „für uns ist jeder Punkt ein Punkt gegen den Abstieg“.

Im Uplandstadion wurden es sogar deren drei, weil Onur Bueyuekata am Ende der wegen Kasseler Spielverzögerungen ausgedehnten Nachspielzeit einen Freistoß aus dem Halbfeld ziemlich unbehelligt einköpfen konnte. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, ärgerte sich Kodra, „aber dann müssen wir wenigstens das 0:0 verteidigen“. Die letzte Aktion war aber nur das I-Tüpfelchen. Kodra: „Wir haben es gegen einen spielerisch limitierten Gegner nie geschafft die Kontrolle zu bekommen.“

Vielleicht hätte ein frühes Tor die Verkrampfungen gelöst, aber Jonathan Vach (7.) und Florian Heine (7., 9.) stellten dem guten Kasseler Keeper Lukas Perzel nur lösbare Aufgaben. Den ersten kleinen Durchhänger hätte Mittelstürmer Enver Maslak beinahe bestraft (15.). Es war der Beginn einer kleinen Druckphase der Gäste, die Kodra unruhig werden ließ. „Männer, wir müssen wieder aktiver werden“, forderte er.

SC Willingen: Routiniers leisten sich einige Patzer

Die erfüllten seinen Wunsch, aber Perzel war auch bei den härteren Prüfungen durch Heine (25.) und einem Freistoß von Matthias Bott (28.) auf dem Posten. Auf der Gegenseite zeigte Yannick Wilke sein Können, als er den Drehschuss von Maslak aus elf Metern an den Pfosten lenkte (34.). Aber auch die Gelegenheiten von Vach, der nach Flanke des agilen Fynn Butterweck mit seinem Kopfball wieder an Perzel scheiterte (35.), und von Jan-Henrik Vogel (39.) konnten nicht über das bescheidene Niveau hinwegtäuschen. Die Youngster Tom Friedrich, Butterweck oder Vach lieferten noch ordentlichen Fußball ab, dagegen leisteten sich die Routiniers um Vogel, Heine oder auch Butz zu viele leichte Ballverluste.

Die Chance, die Partie in die richtige Richtung zu drehen, bot sich auch direkt nach der Pause. Nach Vorarbeit von Vach setzte Vogel den Ball aus zehn Metern volley an den Innenpfosten und auch Sebastian Butz drückte im Fallen den Nachschuss ans Aluminium (47.). „Trotz des schlechten Spiels hatten wir viele 100-prozentige Chancen“, dachte Kodra auch an die 58. Minute als Eric Kroll nach Ablage von Butz aus 22 Metern den Pfosten traf.

Spätestens mit den vertanen Möglichkeiten von Heine, zehn Meter frei vor Perzel (65.) und Sebastian Müller, gegen den dieser per Fußabwehr klärte (66.), wurde der zähe Kick grausam. „Es war nachher vogelwild“, monierte Kodra Dem eingewechselten Yasin Dogan bot sich nach Flanke von Friedrich sogar noch die späte Siegchance, aber sein Kopfball strich um Zentimeter am Pfosten vorbei (90.+3). Kurz danach köpfte Bueyuekata zum 1:0 für den Gast ein, die Kasseler Delegation stürmte jubelnd den Platz und Schiedsrichter Tim Waldinger pfiff sofort ab. (Manfred Niemeier)

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