Upländer beim Spitzenreiter

Verbandsliga: SCW will in Bad Soden das echte Willinger Gesicht zeigen

Ballabdecker: Jan Henrik Vogel (Willingen, rechts) macht gegen Jaroslav Kymlicke (Bad Soden) vor, wie man gegen diesen Gegner besteht: mit Ballbesitz.
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Ballabdecker: Jan Henrik Vogel (Willingen, rechts) macht gegen Jaroslav Kymlicke (Bad Soden) vor, wie man gegen diesen Gegner besteht: mit Ballbesitz.

Das wird kein Zuckerschlecken: Der vierte Spieltag der Verbandsliga Nord führt den SC Willingen zum Tabellenführer SG Bad Soden um Ex-Profi Kevin Pezzoni.

Willingen – Vermutlich jeder Fußballer hat schon danach gesucht, aber es ist nicht immer leicht, es wiederzufinden: das Erfolgserlebnis. Die Willinger Kicker sehnen sich momentan danach, weil sie in den bisherigen drei Verbandsliga-Spielen nur phasenweise eine überzeugende Leistung abgeliefert und erst einen Punkt geholt haben.

Ob die Upländer allerdings dieses Erfolgserlebnis ausgerechnet am Samstag ab 16 Uhr auf dem Rasen des Titelfavoriten und Tabellenführers SG Bad Soden wiederfinden werden, erscheint doch sehr fraglich. „Warum denn nicht“, sagt der SCW-Trainer Dardan Kodra forsch. Seine Mannschaft habe im letzten Spiel gegen den SSV Sand trotz der 2:4-Niederlage erstmals in dieser Saison „das echte Willinger Gesicht gezeigt“, so wie er mit diesem Team spielen wolle, druckvoll nach vorn, aggressiv in den Zweikämpfen und insgesamt aktiv und leidenschaftlich.

SC Willingen: Trainer Kodra: Bad Soden verwundbar

Die Stimmung im Training sei auch schon besser gewesen als in der vergangenen Woche, betont Kodra, weil „auch die Spieler gemerkt haben, dass wir einige positive Dinge aus dem Sand-Spiel mit nach Bad Soden mitnehmen können“.

Es wäre vorteilhaft, wenn die Willinger diese schlechten fünf Minuten aus dem Sand-Spiel diesmal zu Hause ließen, denn in jenen 300 Sekunden „haben wir uns komplett verloren und zwei Gegentore bekommen“. Der Coach weiß, dass er sich beim nächsten Gegner in Sachen Optimismus auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen sollte.

Dass diese beiden Mannschaften zuletzt im November 2019 aufeinandergetroffen sind und sie sich somit nicht mehr so gut kennen, empfindet Kodra weder als Vor- noch als Nachteil. Der bleibt da lieber bei sich. „Wir stehen langsam unter Zugzwang und müssen zusehen, dass wir sehr bald dreifach punkten, aber es wäre vermessen zu sagen, dass der erste Sieg gerade gegen Bad Soden herausspringen muss.“ Für den Coach ist diese Mannschaft der haushohe Aufstiegsfavorit. Sie habe Spieler in ihren Reihen, die zusammen über 200 Bundesligaspiele, erste bis dritte Liga, absolviert hätten, wie etwa Christian Pospischil, Kevin Pezzoni und Daniele Fiorentino.

„Dennoch sind sie verwundbar“, betont Kodra, „sie lagen gegen Ehrenfeld und Gudensberg zurück, haben aber die Qualität, solche Spiele noch zu drehen.“ Sollten die Willinger in Führung gehen, schließt der Coach nicht aus, dass eine Überraschung durchaus drin ist. „Auch über einen Punktgewinn wäre ich in diesem Spiel nicht traurig.“

Taktisch wollen die Willinger auch gegen diesen technisch versierten Gegner mit viel Mut und Laufarbeit zu Werke gehen. Hoch verteidigen, heißt die Devise für die Mannschaft. „Wir tun gut daran unsere Identität nicht aufzugeben, auch wenn der Gegner Bad Soden heißt.“

Personell kann der Coach mit seinem Kader zufrieden sein. Hinter dem Einsatz von Matthias Bott (Wadenverletzung) stehe noch ein Fragezeichen, für Valdrin Kodra und Jerome Löber komme ein Einsatz noch zu früh. (Reinhard Schmidt)

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