Viermal Florian Heine, zweimal Sebastian Müller

Verbandsliga: Willingen klettert mit 6:1 gegen Türkgücü Kassel auf Platz fünf

Tobias Schumann (Willingen) beim Schuss, den Kassels Kapitän Onur Bueyuekata verhindern will. Jan-Henrik Vogel (links) und Sebastian Müller beobachten.
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Versuch mit links: Tobias Schumann (Willingen) beim Schuss, den Kassels Kapitän Onur Bueyuekata verhindern will. Jan-Henrik Vogel (links) und Sebastian Müller beobachten die Szene.

Mit dem dritten Sieg in Folge hat sich der SC Willingen auf Rang fünf in der Verbandsliga Nord geschoben. Zum deutlichen 6:1 (4:1) über Türkgücü Kassel steuerte Florian Heine vier „Buden“ bei, den Rest besorgte Sebastian Müller.

Willingen - Die 32. Minute lieferte sicherlich eine vorentscheidende Szene der Partie: Innenverteidiger Jan-Niklas Albers blockte per Grätsche sieben Meter vor dem verwaisten Tor den einschussbereiten Enver Maslak. Es wäre der Anschlusstreffer zum 3:2 gewesen, denn zuvor hatte der Torjäger den ersten Treffer für die Gäste erzielt (27.). Kurz danach stellte Tom Friedrich, eigentlich Außenverteidiger, mit einer klasse Einzelleistung über seine rechte Seite die Weichen doch frühzeitig auf Heimsieg. Seine scharfe Hereingabe von der Torauslinie verwertete Heine am langen Pfosten zum 4:1 (36.).

„Es war ein Duell der schwimmenden Reihen“, fasste Türkgücü-Trainer Hüseyin Üstün das Hin und Her zusammen. In der Tat war auch die insgesamt bessere Willinger Defensivarbeit oft fehlerhaft, besonders wenn Kassel mit Tempo durch die Mitte kam. Kein Wunder, dass Trainer Rainer Schramme schon früh „Kompaktheit“ hinein rief. Auch Nebenmann Dardan Kodra missfielen die oft großen Abstände in der eigenen Hälfte.

Mehr als ein Ausgleich war freilich das Spiel der Platzherren nach vorne. „Sie haben ja vor allem in der Anfangsphase fast jede Chance genutzt“, lobte selbst Üstün die Effektivät des Gegners. Schon in der 4. Minute zog Heine in seiner bekannten Arjen-Robben-Art von rechts nach innen und traf mit links unhaltbar ins lange Eck. Memduh Eryilmaz verpasste aus sieben Metern die schnelle Antwort (6.) und Maslak verzog einen 18-Meter-Freistoß (8.).

„Wir haben keinen, der aus drei Chancen ein Tor macht“

Wie es geht, zeigte sich auf der anderen Seite: Müller zog nach nach Abschlag von Yannick Wilke und Pass von Tobias Schumann auf und davon und traf flach hinten rein – 2:0 (12.). Die scharfe Ecke von Valdrin Kodra lenkte Ermin Arslan noch mit Mühe über die Latte, aber bei der nächsten Hereingabe von Jan-Henrik Vogel machte der Ersatzkeeper keine gute Figur und Heine drückte den Ball mit seiner Hilfe zum 3:0 über die Linie (16.). Danach war er beim gewagten Drehschuss von Heine aus 45 Metern aber reaktionsschnell auf dem Posten (18.). „Die haben einen Heine, der aus einer Chance ein Tor macht“, zeigte Üstün einen weiteren Unterschied auf, „und wir haben keinen, der aus drei Chancen ein Tor macht“.

Richtig beruhigt bekamen die Upländer das Geschehen aber nicht. „Wenn man 3:0 führt, dann muss man nicht mehr so hoch pressen“, erklärte Kodra. Die Viererkette schob nicht selten bis zur Mittellinie raus. Mit der Parade von Wilke gegen Eryilmaz ging es in die Pause (38.).

Im zweiten Durchgang war spätestens nach dem 5:1 durch Müller, der Innenverteidiger Onur Büyükata und Keeper Arslan düpierte, schon jegliche Spannung raus (58.). Wilke musste nur noch zweimal gegen Rosen Eredzeb zupacken (63., 79.). Auf der Gegenseite überboten sich Heine und Müller (82., 87.) beim Nichttreffen des leeren Tores ebenso wie Sean Querl (85.). Das halbe Dutzend wurde trotzdem noch voll, weil Heine einen an Müller verwirkten Foulelfmeter verwandelte (88.).

„Der Sieg war aufgrund der vielen klaren Chancen auch in der Höhe verdient“, wollte Dardan Kodra den Erfolg freilich auch nicht überbewerten, „der Gegner hat es uns auch relativ einfach gemacht“. So gelte es trotz der deutlichen spielerischen Weiterentwicklung hart weiter zu arbeiten.

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