Verbandsligist zum Ausklang am Freitag in Eschwege

SC Willingen: Zwei Abschiede mit i-Tüpfelchen?

Willingens Philipp Ullbrich (Mitte, gegen Grebensteins Leon Ungewickel) war einer der stärksten Abwehrspieler der Liga. Nach dem heutigen Spiel legt er erst einmal eine pause ein. Links SCler Raphael Mütze.
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Selten so weit weg vom Gegner: Willingens Philipp Ullbrich (Mitte, gegen Grebensteins Leon Ungewickel) ist einer der stärksten Abwehrspieler der Liga. Nach dem heutigen Spiel legt er erst einmal eine Pause ein. Links SCler Raphael Mütze.

Das Wochenende ist verplant: Die Verbandsliga-Fußballer des SC Willingen bestreiten schon am Freitag (19 Uhr) in Eschwege ihr letztes Meisterschaftsspiel, damit sie tags darauf Saisonabschluss feiern können.

In Rattlar, gemeinsam mit der in die Kreisoberliga aufgestiegenen Reserve nach deren finalen A-Liga-Begegnung.

Für die „Erste“ geht es darum, den imposanten Auftritten nach der Winterpause mit 24 von 33 möglichen Punkten das I-Tüpfelchen aufzusetzen. Mit einem erneuten Sieg würde die bereits in der Sommerpause befindliche SG Barockstadt II aufgrund des direkten Vergleichs überholt. Sollte dann der CSC 03 Kassel in Baunatal nicht gewinnen, wäre es sogar der dritte Rang.

Das war nach dem elften Platz nach der Hinserie so nicht zu erwarten. „Die Truppe hat in der Rückrunde eine Marke hinterlassen“, sagt Trainer Rainer Schramme, „und sie hat bestimmt keine Lust, die Saison mit einer Niederlage zu beenden“.

Abschied von Wissemann und Ullbrich

Das wollen auch zwei SCW-Kicker nicht, für die es (zunächst) der letzte Verbandsliga-Einsatz sein wird. Für Patrick Wissemann, gleichzeitig Physiotherapeut der Mannschaft, stehen Fortbildungen an, deshalb kehrt er wahrscheinlich zu seinem Heimatverein TSV Altenlotheim zurück. 

Philipp Ullbrich, der nach langer Leidenszeit mit zwei Kreuzbandrissen eine überragende Saison spielt, will ebenfalls kürzer treten. „Ich halte ihn für den stärksten Innenverteidiger der Liga“, steht Schramme mit seiner Meinung nicht allein da. Der 26-jährige Rattlarer arbeitet im elterlichen Malerbetrieb, geht demnächst auf die Meisterschule und will deshalb nur noch in der SCW-Reserve auflaufen. 

Beide werden vor dem Hessenpokalfinale am nächsten Mittwoch gegen die SG Goddelsheim/Münden offiziell verabschiedet.

Zunächst gilt aber die Konzentration dem Eschwege-Spiel. Dabei bereitet Schramme die jüngste Leistung beim dank der Offensivkraft hohen, aber zuvor äußerst glücklichen 4:0 gegen Johannesberg keine Sorgen. „Ein Durchhänger, zumal am Ende der Saison, ist nicht ungewöhnlich.“ Den gab es auch beim 2:3 im Hinspiel. Für eine kleine Revanche ist nur Torwart Yannick Wilke aus privaten Gründen fraglich.

Eschwege personell gebeutelt

Dieses kleine personelle Problem, zumal Michael Schirk als erstklassiger Ersatz parat steht, hätte Rafal Klajnszmit wohl gerne. Aber dem Eschweger Coach stellte sich die Mannschaft angesichts eines von Verletzungen gebeutelten, überschaubaren Kaders zuletzt fast immer von selbst auf. Die Folge: In den letzten neun Spielen gab es nur den Derbysieg gegen Weidenhausen, jüngst ein 1:1 in Kaufungen und ansonsten sieben Niederlagen.

Bezeichnend dabei war das 0:8 gegen Vellmar, als der 40-jährige Abdenour Bounakhla nach einer Stunde mitmischen musste und zudem nur noch Co-Trainer Pawel Jarosz (43 Jahre) und Stefan Hertel (54) auf der Bank saßen.

Zur kommenden Saison drohen viele wichtige Spieler zum aufstrebenden Nachbarn Lichtenau abzuwandern. Selbst ein freiwilliger Rückzug der Eschweger scheint derzeit nicht ausgeschlossen. (ni)

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