Verbandsliga: SCW-Serie in Rattlar reist gegen Sand

Willingen zieht bei „Keilerei“ den kürzeren

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Beäugt vom SR-Assistent: Jan Henrik Vogel (Willingen, links) und die Sander Steffen Klitsch ( rechts) und Pascal Itter zeigen ein „Tänzchen“ nahe der Eckfahne.

Willingen. Wer mit zwei Teams gerechnet hatte, für die es um nichts mehr geht und die einfach nur Lust auf Fußballspielen hatten, der rieb sich verwundert die Augen.

Der SC Willingen und der SSV Sand lieferten sich am Freitagabend eine Verbandsliga-Partie mit Haken und Ösen und einem glücklichen 3:2 (1:1) für die Gäste.

„Das war eigentlich kein Fußballspiel“, sprach SSV-Trainer Peter Wefringhaus gar von einer „Keilerei, als wenn beide Mannschaften tief im Abstiegskampf stecken“. Davon sind beide weit entfernt. Die Emstaler haben immerhin noch eine kleine Chance auf Platz zwei.

Es wäre sicherlich ruhiger verlaufen, wenn Schiedsrichter Tim Waldinger früher eingegriffen und oftmals anders entschieden hätte. „Dann wäre es nicht zu der Hektik gekommen“, meinte auch Willingens Trainer Hubertus Albers, der zudem bemerkt hatte, „dass viel mehr Freistöße für den Gegner als für uns gepfiffen worden sind“.

Unbemerkte Unfairness

Die muntere Anfangsphase im letzten Heimspiel des SCW in Rattlar verlief noch ruhig und endete mit dem 1:0 durch Steffen Butterweck, der einen Freistoß von Christoph Keindl einköpfte (18.). Die Gäste suchten rasch eine Antwort, die Lukas Knigge (20.) und Jan-Philip Schmidt (21.) knapp verpassten. Zunehmend fiel der Unparteiische auf die Schauspielereien der SSV-Kicker um die besonders auffälligen Steffen Klitsch und Kapitän Tobias Oliev herein. Zudem bekam Keindl unbemerkt einen Tritt von Steffen Bräutigam in die Wade.

Fußball wurde auch noch gespielt. Dabei verpasste Michel mit einem herrlichen Volleyschuss gegen drei Sander das 2:0 (43.). Die Strafe folgte im Gegenzug, Pascal Itter traf trocken zum 1:1. „Wir waren so schlimm wie die Willinger auch“, fand Wefringhaus. Leider nach der Pause schlimmer. Ganz mies war der nicht geahndete Tritt von Klitsch gegen den am Boden liegenden Tobias Schumann (47.) oder kurz danach die Attacke von Florian Amert gegen Michel. Die Upländer antworteten sportlich – mit dem 2:1 durch Heine nach Flanke von Keindl (60.).

Dass die Führung nicht in drei Punkte umgemünzt wurde, lag trotz aller Nebengeräusche letztlich an den Willingern selbst. Denn vor dem 2:2 durch das unglückliche Eigentor von Raphael Mütze (70.) hatte Michel die Vorentscheidung auf dem Fuß (63.). Und auch nach dem 2:3 durch Schmidt (76.) hätte der dabei schlecht aussehende Innenverteidiger Raphael Mütze seinen Fehler einige Minuten später frei und nur sechs Meter vor Schmeer wieder gut machen können, ja müssen.

„Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen“, gab Wefringhaus offen zu. „Zumindest einen Punkt hätten wir verdient gehabt“, fand auch Albers nach einem „spannenden und dramatischen Spiel“. Leider wurde auch einige Mal, vor allem von Sand, das Fairplay mit Füßen getreten.

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