Vereinsvertreterversammlung der Gruppenligisten - Klassenleiter erinnert sich ungern an vergangene Saison

Gruppenliga Kassel 1: 71 Spiele verlegt - „Das gab's noch nie“

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Alles anders. Was im vergangenen Jahr noch ein Kreisoberliga-Spiel war, ist in der kommenden Saison ein Gruppenliga-Duell: SG Ederbringhausen/Buchenberg gegen SG Eintracht Edertal oder Juan Romero (Edertal) gegen Jörn Kümmel (rechts). 

Bad Wildungen.  Für 71 Spiele musste der Klassenleiter einen neuen Termin finden. „Das hat es bisher noch nie gegeben“, betont Horst Riemenschneider.

Wenn die Vertreter der Fußballvereine einer Liga zusammenkommen, um über die künftige Saison zu reden, hört sich dieses Treffen bei der Spielplanbesprechung bisweilen wie eine Auktion oder ein Markt an, auf dem um Preise gefeilscht wird. Das ist bei der Sitzung der 16 Vereine der Fußball-Gruppenliga 1 Kassel nicht anders, sie fand im Sportheim der SG Bad Wildungen/Friedrichstein statt.

Und das Ganze klingt in etwa so: Der Klassenleiter und „Auktionator“ Horst Riemenschneider stellt zunächst die „Ware“ vor. Als Beispiel nehmen wir SG Goddelsheim/Münden gegen SG Brunslar am 26. August, 15 Uhr. Und nun beginnt das Feilschen um den optimalen Spieltermin. „Das Spiel findet in Goddelsheim statt“, beginnt Karl-Reinhard Grosche das Rededuell - „Können wir auf Samstag verlegen?“ fragt sein Gegenüber aus Brunslar - „Nein, das geht bei uns leider nicht“, erwidert Grosche - „Ist denn am Sonntag ein späterer Spielbeginn möglich, eine Stunde, 16 Uhr?“ - der Goddelsheimer lenkt ein: „Ja, das geht.“

Waldecker-Duo als Neulinge

Natürlich haben die Vereine schon vor dieser Sitzung einige Weichen mit den jeweiligen Gegnern gestellt, sonst würde dieses Treffen vermutlich zeitlich ausufern. Dennoch hat jeder Verein immer noch den einen oder anderen Vorschlag, den Spielplan zu seinen Gunsten zu verändern.

Doch der Klassenleiter trommelt die Vereinsvertreter einer Liga auch aus anderen Gründen jeweils vor der Hin- und Rückrunde zusammen. Da gibt es Redebedarf, weil sich der Verband neue Regeln oder andere Innovationen ausgedacht haben könnte, die der Ligaleiter anspricht, damit sie auch von jedem Verein richtig angewendet werden.

Allerdings gibt es an diesem Abend in der Gruppenliga kaum nennenswerte Neuvorstellungen. Einzig, dass künftig Entscheidungsspiele um Auf- oder Abstieg nicht mehr mit Hin-und Rückspiel ausgetragen werden, sondern nur noch eine Begegnung auf neutralem Platz stattfinden wird.

Riemenschneider begrüßt aber Neulinge in der Gruppenliga-Familie, die Vertreter der Aufsteiger FSG Gudensberg, Eintracht Edertal und der FSG Ederbringhausen/Buchenberg stellen sich selbst kurz vor.

Der Klassenleiter schaut auch noch einmal auf die vergangene Saison zurück und hier fällt ihm vor allem die große Zahl an Spielverlegungen ein, die meist witterungsbedingte Gründe hatten. Für 71 Spiele musste der Klassenleiter einen neuen Termin finden. „Das hat es bisher noch nie gegeben“, betont Riemenschneider. Da es immer enger geworden sei, die Saison pünktlich zu beenden, „mussten wir bei dem ein oder anderen Spiel auch unpopuläre Entscheidungen treffen“, entschuldigt sich der Klassenleiter bei jenen Clubs und deren klammen Kassen, denen er ein Heimspiel gestohlen hat.

Zwei Schiedsrichter mehr

Auch das Regelwerk aus Schiedsrichtersicht hat in der kommenden Saison so gut wie keine neue Änderung. Darauf weist Willi Reinemann (Vellmar) hin. Eine gute Nachricht überbringt er aber auch: Die Schiedsrichterzahl von 46 in der Gruppenliga aus der Vorsaison steige nun auf 48. Reinemann wies noch einmal daraufhin, dass in einem Pokalspiel mit Verlängerung vier Spieler eingewechselt werden dürften und dass es möglich sei, auf die Verlängerung zu verzichten, wenn beide Teams damit einverstanden seien, das Spiel sofort per Elfmeterschießen zu entscheiden.

Der populistischen Annahme, dass es auf dem Fußballplatz immer gewalttätiger zugehe, hielt der Kreissportgerichtsvorsitzende Ewald Wollert zwei Zahlen entgegen: In den zwei Kasseler Gruppenligen habe es in der vergangenen Saison 60 Einzelrichterurteile (29/31) gegeben, in der Spielzeit 16/17 seien es noch 90 gewesen. Riemenschneider gibt den Vereinsvertreter noch einige Tipps mit auf den Heimweg. „Eine Nachricht per Whatsapp habe bei einer Rechtsangelegenheit keine Beweiskraft, etwa bei einem Vereinswechsel eines Spielers.

Außerdem rät der Klassenleiter den Vereinen, dass sie Fotos ihrer Kicker in die Spielberechtigungsliste des DFBnet laden sollten, damit sie sich beim Schiedsrichter ausweisen könnten falls der Pass mal fehle. Spieler, die sich aus Datenschutzgründen weigern, ihr Foto ins DFBnet zu stellen, sollten dann zum Spiel stets Ausweis oder Führerschein dabei haben. (rsm)

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