3:1-Sieg im Finale über TSV/FC Korbach

Waldecker Pokal: SG Höringhausen/ Meineringhausen triumphiert

Ein Spieler der SG Höringhausen hält einen Pokal hoch, im Hintergrund jubelt die Mannschaft
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Da ist das Ding: Kapitän Dominik Sach feiert mit dem „Hö/Mei“-Team den Pokalsieg

Der TSV/FC Korbach muss weiter auf einen Sieg im Waldecker Pokal warten. Statt dessen verewigte sich die SG Höringhausen/Meineringhausen im Endspiel in Anraff als 3:1-Gewinner. Dritter wurde der VfR Volkmarsen.

Anraff - 450 zahlende Zuschauer, insgesamt waren es mehr als 500, sahen an einem vom SV Anraff bestens organisierten Endspieltag einen verdienten Erfolg der Mannschaft von Trainer Martin Wagner. „Hö/Mei“ zeigte den größeren Pokalspirit, verwertete seine Torchancen besser und wollte den Sieg einen Tick mehr als die Kreisstädter.

Das erkannte auch Uwe Tenbusch an. „Höringhausen/Meineringhhausen hat verdient gewonnen. „Wir haben nicht ruhig genug gespielt, um zu guten Torschüssen zu koemmen. Das hat die SG besser gemacht“, sagte der Korbacher Trainer.

„Wir haben den Platz besser genutzt und waren effektiver“, fand Pokalsieger-Coach Wagner ebenfalls. Er spielte auf das wegen Corona abgesagte Endspiel der Saison 2019/20, als er sagte: „Wir haben uns nach der zweijährigen Pokalgeschichte verdientermaßen belohnt.“

Die Begegnung, die nach einem trockenen Nachmittag doch noch einen Regenguss abbekam, ging nicht ohne Ärger über die Bühne: Zwischendurch unterbrach Schiedsrichter Andreas Beyer, weil sein Assistent von Zuschauern auf geschmacklose Art und Weise beleidigt worden war.

Aus welchem Lager, blieb offen, auch wenn unter anderen die Vorsitzenden des TV Höringhausen und des TSV Meineringhausen, Ingo Göbel und Gerd Rinninsland, neben den Platzordnern eingriffen und es schafften, die Situation rasch zu beruhigen.

Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt nach gut einer Stunde schon so gut wie entschieden. Die SG führte 3:1. Sie war von Anpfiff weg gedanklich und körperlich schneller unterwegs als die Korbacher. Torhüter Yannik Ziesmann musste schon in der 3. Spielminute das erste Mal ran, er parierte gegen Marcel Bangert, der kurz darauf verletzt ausschied.

Nico Martin trifft doppelt

Fünf Minuten später lag die Spielgemeinschaft vorn. Die Korbacher Abwehr bekam den Ball nicht richtig geklärt, sondern legte ihn Nico Martin vor die Füße. Der aktuell beste Torschütze seiner Farben fackelte nicht lange und ließ mit seinem satten Schuss aus 22 Metern Ziesmann keine Abwehrchance.

Die Führung wirkte beim Pokalsieger von 2017 nicht eben als zusätzlicher Zündstoff. Beide Mannschaften gingen zu einer Phase des Abtastens über, aus der der TSV/FC besser herauskam. In der 19. Minute besaß Fabian Jaslar die erste Torchance der Korbacher, jagte den Ball aber über das Tor.

Nach einer halben Stunde war auch „Hö/Mei“ wieder besser im Spiel, und Thomas Pendzich kam nach einem langen Abschlag von Keeper Jan-Henrik Bracht zum Abschluss, der aber in den Armen von Ziesmann landete (32.). Derselbe Spieler köpfte bei nächster Gelegenheit eine Ecke aus sieben Metern hoch über die Latte (40.).

Korbach kehrt entschlossener zurück und wird zweimal kalt erwischt

Mit Wiederbeginn schien in den Kreisstädtern der Pokalgeist lebendiger zu werden. Sie gingen nun früher auf den Ball, standen etwas höher und kamen besser in die Zweikämpfe. Doch der nächste Schlag ließ nicht auf sich warten: Nach einem Zuspiel von Viktor Hardt kurvte Nico Martin von der rechten Außenbahn nach innen und schlenzte das Leder am chancenlosen Ziesmann vorbei. 2:0 (50.).

War‘s das schon? Iwo. Korbach meldete sich schnell zurück, Steffen Emde flankte nach einem schönen Angriff fast von der Torauslinie nach innen, wo der eingewechselte Kevin Walger mit dem Kopf zum Anschluss traf (52.).

Jetzt signalisierte auch die Körpersprache des TSV/FC: Wir wollen den Pott. Es war Feuer in ihrem Spiel. „Hö/Mei“ löschte es kaltblütig, als Adam Pendzich in der 63. Minute eine Vorarbeit von Justin Schäfer zum 3:1 über die Linie drückte (63.). Derselbe Pendzich und Martin ließen kurz darauf im Doppel das 4:1 liegen (67.).

Die folgende Unterbrechung wegen der Zuschauer steckten die Vereinigten besser weg als ihr Gegner. Korbach vermochte nicht mehr, sich wirklich gegen die drohende Pleite zu stemmen. Das lag an der SG, die fast immer näher am Mann war; das lag auch den Korbachern selbst: Alle Versuche von Spielmacher Kevin Staniek , seine Kollegen gefährlicher einzusetzen, endeten ohne nennenswerte Abschlüsse.

Einzige Ausnahme: Der Schuss von Bjarne Deselaers aus der Drehung. Er flog deutlich über das Tor (83.). Vorher hatte Martin das 4:1 für den neuen Pokalsieger vergeben: Frei durch scheiterte er ans Ziesmann Fuß (76.). Der Regen hatte dann ein Einsehen, verkrümelte sich und die Siegerehrung verlief einigermaßen trocken. Feuchtfröhlich wurde es auch so.

Schossen den VfR Volkmarsen zum dritten Platz: Jannik Herbold (links) und Jona Wießner.

VfR gewinnt „kleines Finale“ mit 2:0

Im kleinen Finale sicherte sich der VfR Volkmarsen mit einem 2:0 (0:0)-Erfolg gegen die SG Adorf/Vasbeck verdient den dritten Platz. Der VfR begann engagierter und befand sich zunächst meist im Vorwärtsgang, der Gegner eher im Kontermodus.

Eine Abseitsstellung verhinderte das 1:0 nach schon zwei Minuten. Steffen Schröder (7.) und Jona Wießner (10.) verpassten den Kasten mehr oder weniger knapp. Patrick Michel versuchte es als nächster, seinen Flugkopfball klärte Lasse Winkler zur Ecke (18.). Dann köpfte Wießner den Ball Keeper Philipp Pohlmann genau in die Arme (20.). Und schließe rettete Lukas Bornemann nach einem Missverständnis für den bereits geschlagenen Pohlmann (27.)

Adorf/Vasbeck kam bis dahin zu zwei Abschlüssen - der von Bornemann landete auf dem Netz (13.). Die SG wehrte sich auch mit Einsatz, das ging schief: In der 32. Minute traf Maik Müller den Volkmarsen David Michels böse am Fuß und sah die Gelb-Rote Karte.

Der VfR blieb im Angriff, musste aber stets gegenwärtig zu sein, den Rot-Weißen überrumpelt zu werden. Beinahe wäre Noa Kotthoff durchgewesen, legte sich aber den Ball etwas zu weit vor und Michels klärte zur Ecke (41.). Drei Minuten später klärte VfR-Tormann Rudolph Pisarenko im Herauslaufen.

Wießner scheitert erst von Punkt, dann trifft er

Das 1:0 für Volkmarsen schien in der 50. Minute fällig. Nachdem er selbst im Strafraum gefoult worden war, ging Wießner zum Punkt, doch seinen Strafstoß hielt Pohlmann klasse - und den Nachschuss semmelte Wießner über die Latte.

Die Führung 21 Minuten später war also völlig verdient. Jannik Herbold reagierte nach flachem Pass von Sören Heinemann vors Tor schneller als sein Bewacher und spitzelte den Ball aus ein, zwei Metern ins kurze Eck. Die Entscheidung fiel dann nach einem weiteren Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Herbert Mitze.

Heinemann war zu Boden gegangen. Wieder trat Wießner an, wieder war Pohlmann in der richtigen Ecke, doch der Schuss zu platziert. 2:0. Die einzige gute Chance der SG im zweiten Abschnitt vergab der eingewechselte Nico Gerhard. (schä/mn)

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Waldecker Pokal: Das Endspiel der Männer in Bildern

Höringhausen/Meineringhausen besiegt Korbach - das Endspiel im Waldecker Pokal in Anraff
Höringhausen/Meineringhausen besiegt Korbach - das Endspiel im Waldecker Pokal in Anraff
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