Kreisjugendtag des Fußballkreises Waldeck

Noël Backhaus neue Frau im Jugendausschuss

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Der neue Kreisjugendfußballausschuss - hinten von links: Björn Hasecke, Klaus Schlömp, Manuel Menne, Noël Backhaus, Albrecht Will; vorn von links: Manfred Pallagst, Joachim Schmolt, Axel Menne.

Frauen waren seit 2008 im Jugendausschuss des Fußballkreises Waldeck nicht präsent. Das hat sich am Freitagabend in Buchenberg geändert.

Buchenberg – Der Kreisjugendtag wählte Noël Backhaus zur Referentin für Schulfußball. Die 26-Jährige vom SV Buchenberg stellte sich selbstbewusst vor, sie bringt als Schiedsrichterin, Trainerin und Lehrerin an der Ederseeschule Herzhausen alles mit für ihren Ehrenamtsjob.

Die Nachfolgerin von Uli Rehbein (Willingen) ist als einzige neu im Ausschuss. Ansonsten erhielt das bisherige Personal mit Joachim Schmolt an der Spitze einstimmig das Ja für weitere vier Jahre; vertreten waren 33 von 44 Waldecker Vereinen mit Jugendabteilung.

Steigende Geburtenrate: Ab 2027 sollen Senioren profitieren

Hauptaufgabe des Gremiums bliebt es, Bedingungen zu gestalten, die möglichst viele Jugendliche am Ball halten. Eine große Aufgabe. Schmolt legte Zahlen für die Region Kassel vor: Sie hat seit der Saison 2003/04 von 699 auf 389 Jugendteams verloren. Der Kreisjugendfußballwart zitierte aus einer Studie von Lutz Thieme. Der Koblenzer Professor hat für den hessischen Verband (HFV) prognostiziert, dass aufgrund einer seit 2009 wieder steigender Geburtenrate ab 2027 positive Folgen für den Seniorenfußball zu erwarten seien.

Schmolt äußerte sich skeptisch. Mehr Kinder bedeutet schon lange nicht mehr automatisch ein Plus junger Spieler. Und auch ob ein Bambini als Erwachsener immer noch am Ball ist, darüber bestimmen zahlreiche Faktoren, wie Schmolt in seiner Präsentation darstellte.

Modellprojekt: B-Jugend mit drei Jahrgängen

Vieles wie den gesellschaftlichen Lebensstil oder den Schulalltag kann der Fußball nicht oder kaum beeinflussen. In seiner Macht liegt es, ein den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen angepasstes Spielsystem anzubieten. „Wir sind bereits sehr flexibel“, bekräftigte Schmolt seine Position (WLZ v. 29. Januar). Für A- bis C-Junioren gelte es aber, „weitere Optionen zu schaffen“.

Auf der Tagesordnung bleiben Grenzen überwindende kleine Spielklassen und neue Spielformen. Das sagte der Regionalbeauftragte Uli Gerke (Kassel), der gleich ein neues Modellprojekt ankündigte: eine um den jüngeren A-Jugend-Jahrgang erweiterte Altersklasse der B-Jugend. Es ist eine Reaktion auf den häufigen Zugriff der Senioren auf die 18-Jährigen. Welche Reformen sonst noch kommen, wird der Verbandstag weisen.

Angebote zur Qualifizierung werden oft ausgeschlagen

Die Vereine forderte Schmolt zu einer Analyse auf, ob sie in der Nachwuchsarbeit richtig aufgestellt seien. Er appellierte an Trainer, Jugendleiter und -betreuer, die Angebote zur Qualifizierung anzunehmen. Daran hapert es laut Björn Hasecke, dem Bildungsbeauftragten, in Waldeck. Die Rückmeldequote sei schwach. Woran es liege, wisse er nicht – die Versammlung konnte ihm trotz Fragen in die Runde nicht weiterhelfen.

Deutlich wurde, dass die Basis die Politik ganz oben nicht immer als hilfreich ansieht. Bernd Keindl, einer von drei Trainern am DFB-Stützpunkt Korbach, berichtete, die DFB-Vorgaben gingen dahin, nur noch mit den wirklich guten Spielern zu trainieren. „Ich finde das schade“, sagte er und versicherte, seine Kollegen und er versuchten, möglichst viele junge Fußballer am Stützpunkt zu versammeln.

Bauschmann: DFB nimmt keine Rücksicht auf Kinder

Der Willinger Jugendleiter beklagte als kontraproduktiv zudem den Ausfall des B-Jugend-Finals im Kreispokal. Der Termin lag in den Ferien. Schmolts Stellvertreter Klaus Schlömp spielte den Ball zurück: Die Vereine seien frühzeitig informiert gewesen.

Der scheidende Kreisfußballwart Peter Bauschmann richtete den Blick auf die Ansetzung von Länderspielen auf abends 21 Uhr wegen der besseren Vermarktung. Das sei zu spät für die Kinder, die damit ihre Idole nicht sehen könnten, sagte Bauschmann unter Beifall.

Ehrungen beim Kreisjugendtag des Fußballkreises Waldeck:Joachim Schmolt (links) zeichnete Manfred Pallagst (MItte) und Axel Menne aus.

Gold für Manfred Pallagst

Eines der altgedienten Ausschussmitglieder wurde in Buchenberg geehrt: Manfred Pallagst erhielt die Ehrennadel in Gold des Verbands. Der Administrator und Klassenleiter, Mitglied des TuSpo Mengeringhausen, erhielt die laut Joachim Schmolt höchste Auszeichnung des HFV für ehrenamtliche Mitarbeiter für seine langjährige Arbeit im Jugendausschuss. 

Pallagst gehört dem Gremium seit 1993 an, zwischen 1997 und 2002 war er Schmolts Stellvertreter. Der Kreisjugendwart dankte ihm für seine Zuverlässigkeit und Stetigkeit. Pallagst selbst kommentierte die Übergabe der großen gerahmten Urkunde launig: Um sie aufzuhängen, müsse er bei seinem Vermieter wohl nachfragen, „ob ich zwei Meter Wandfläche im Flur dazumieten kann“. 

Die Große Verdienstnadel des HFV überreichte Schmolt an Axel Menne (TV Friedrichstein). Der Beisitzer und Klassenleiter arbeitet seit 2012 im Ausschuss mit. Er sei immer bereit einzuspringen, lobte Schmolt den Kollegen.

 

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