Henkelmann: Vereine reden mit

Playoffs in der Kreisoberliga Waldeck?

Leere Ersatzbank mit Fußbällen, Fußballschuhen und Koffern.
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Der Fußball im Wartestand: Leere Ersatzbank. Doch die neue Saison kommt, fragt sich nur wie und wann.

Nach welchem Modus wollen wir kommende Saison spielen? Auf diese Frage sollen Waldecks Fußballvereine eine Antwort geben.

Korbach – Hessens Kreisfußballwarte haben da schon mal einen Vorschlag: Die Mehrheit erwärmt sich in den größeren Spielklassen für eine Einfachrunde mit abschließenden Playoff- und Playdownspielen. Diese Tendenz ließen sie in ihrer Videokonferenz mit Verbandsfußballwart Jürgen Radeck am Montagabend erkennen. So berichtet es Waldecks Fußballchef Gottfried Henkelmann. Der Ehringer wird das favorisierte Modell und mögliche Alternativen den Klubs demnächst vorstellen und ihre Meinung dazu einholen. „Es geht um eine Grundsatzentscheidung, deshalb müssen wir die Vereine mit in die Verantwortung nehmen“, sagt er.

Der Termin ist offen. Sinnvoll wäre eine Kreiskonferenz erst nach dem 6. Juni. Bis dahin müssen die Mannschaften für die Saison 2021/22 gemeldet sein, dann steht die jeweilige Klassenstärke als Basis für die Entscheidung über den Modus fest. Bisher haben wie berichtet zwei Mannschaften – SV Freienhagen/Sachsenhausen (aus der Gruppenliga) und SV Gembeck (aus der B-Liga) – erklärt, dass sie freiwillig absteigen werden. Weitere Rückzüge sind bisher nicht bekannt.

Die Kreise können für ihre einzelne Ligen unterschiedliche Modelle festschreiben. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) will nur sichergestellt sehen, dass die Punktrunde sportlich beendet wird. „Wir haben aus den letzten zwei Jahren gelernt, dass wir erst mal eine Wertungsgrundlage schaffen müssen, damit es später nicht zu Diskussionen kommt“, sagte Radeck kürzlich der Hessenschau.

Ligen zwischen 12 und 19 Mannschaften

In Waldeck reicht die Bandbreite der Staffelgrößen von 19 Teams in der Kreisliga C über 18 in der Kreisoberliga bis zu 14 in der A- und 12 in der B-Liga. Henkelmann hat gerechnet: Bei einem Start der Runde am 5. September (wie im Vorjahr) kommt er für dieses Jahr auf elf und für 2022 auf dreizehn Spieltage.

Diesen Annahmen liegen mehrere Variablen zugrunde: eine Winterpause ab 14. November – da gehe es erfahrungsgemäß mit den Absagen wegen unbespielbarer Plätze los –; die Fortsetzung der Runde am 6. März 2022; Osterreservierung für Nachholspiele; Saisonende am 4. Juni (Pfingstsamstag), wie es der Verband andenkt (ein verbindlicher Rahmenterminplan liegt aber noch nicht vor); und schließlich Regelspielbetrieb allein am Wochenende.

Die B-Liga könnte danach wie immer Hin- und Rückrunde spielen, die A-Liga mit 26 Spieltagen wohl auch, wenn sie sich auf englische Wochen einlässt. Für die C-Liga käme wie in der annullierten Vorsaison eine Einfachrunde infrage. Aber was macht die KOL? Nach dem am Montag favorisierten Modell würde sie 27 beziehungsweise 28 Spieltage benötigen.

Auch Teilung in zwei Gruppen ein Modell

Die Rechnung geht so: Nach der Einfachrunde (17 Spieltage) ermitteln sechs Mannschaften in der Aufstiegsgruppe in Hin- und Rückspiel (zehn Spieltage) den Meister, die übrigen zwölf in einer weiteren einfachen Runde (elf Spieltage) die Absteiger. Diese vom HFV ausgetüftelte Variante garantiert laut Henkelmann, dass alle Vereine etwa gleich viele Begegnungen haben.

Ein anderes Modell sähe die Teilung der KOL in zwei Neuner-Gruppen vom Saisonstart weg vor. Nach 18 Spieltagen würden die beiden Gruppenersten den Meister ausspielen. Bei diesem Modus müsste Henkelmann keine Wochenspieltage einbauen; ebenso wenig wie bei einer Einfachrunde. Die Chancen, die Spielzeit wie gewohnt komplett durchzuziehen, erscheinen derzeit äußerst gering.

Zeitliche Annahmen von der Corona-Entwicklung abhängig

Die zeitlichen Annahmen von Gottfried Henkelmann beruhen erst mal auf den Vorgaben der Bundesnotbremse; sie gilt bis 30. Juni. „Im Moment ist noch nicht an Fußball zu denken, weil er von der Politik verboten ist“, sagt der Kreisfußballwart. Verbandsfußballwart Radeck hält einen Saisonauftakt Ende August und Pokalspiele schon ab Anfang des Monats für möglich.

Nur hessenweit sinkende Coronazahlen könnten eine frühere Rückkehr auf denPlatz bewirken. Drei Landkreise in Hessen weisen bereits eine Inzidenz unter 50 vor; bleibt die Zahl stabil, geht auch wieder Mannschaftssport. Davon ist Waldeck-Frankenberg noch mindestens zwei bis drei Wochen entfernt – falls die Inzidenz sinkt und nicht, wie zuletzt wieder „in die falsche Richtung geht“, so Henkelmann.

Dass die Vereine befragt werden, wie sie spielen und ob sie auch ein „strammes Programm“ umsetzen wollen, nennt der Fußballchef sinnvoll. Schließlich müssen sie auch Kompromisse bei den Vorspielen eingehen. Unterschiedliche Spielmodelle für die einzelnen Ligen machen es schwierig für die Klassenleiter, die Reserve in der Regel vor der „Ersten“ anzusetzen.

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