Viele Termine gesetzt, aber Fragezeichen für Punktrunde

Waldecker Fußball: Pokal total zum Start

Screenshot einer Videokonferenz des Fußballkreises Waldeck mit mehreren eingeblendeten Teilnehmern; groß Gottfried Henkelmann.
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Kein ungewohntes Bild mehr: Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann leitet vom heimischen Büro aus die Videokonferenz des Fußballkreises Waldeck.

Korbach – Pokal total ab der zweiten Augusthälfte und weiter offene Fragen zur Punktrunde: Nach der zweiten Kreisvideokonferenz im Waldecker Fußball am Freitagabend zeichnet sich zumindest in Teilen ab, wie der Spielbetrieb in Corona-Zeiten wieder Fahrt aufnehmen soll.

Einen Termin für die übliche Sommersitzung des Fußballkreises gibt es außerdem: Es ist der 2. August, ein Sonntag, Ort ist die Aartalhalle in Eppe - sie ist groß genug, damit die gastgebende SG Eppe/Nieder-Schleidern Abstands- und Hygieneregeln einhalten kann.

Unsicherheit besteht sieben Wochen vor dem geplanten Saisonstart am 5./6. September über den Modus, nach dem gespielt wird - der Hessische Fußball-Verband (HFV) bietet mehr Modelle an, als die Vereinsvertreter am Freitag diskutierten. Die umfangreiche HFV-Präsentation der verschiedenen Optionen erhielt Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann erst nach dem virtuellen Treffen. Der Stand der Dinge:

Die Politik

So viel vorweg: Alle Planungen stehen unter Vorbehalt. Hessen gehört zur Minderheit der Bundesländer, in denen Kontaktsportarten mit mehr als zehn Personen wegen der Infektionsgefahr untersagt bleiben - nach aktuellem Stand bis zum 16. August. Spätestens ab dann, hoffen alle, dürfen sie wieder kicken. HFV-Präsident Stefan Reuß hat schriftlich bei der Landesregierung interveniert.

Hoffen lässt die Konferenz der Sportminister: Nach ihrem Willen soll „die Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebs bundesweit harmonisiert werden, damit Mannschaften und Vereine aus allen Bundesländern gleiche Voraussetzungen für die Wettkämpfe besonders in den Ligen haben“.

Dass die Wettbewerbe zweier Spielzeiten parallel laufen, hat es in der Geschichte des altehrwürdigen Pokals wohl noch nicht gegeben. Und zwei Endspieltage in einem Spieljahr auch nicht. Covid-19 lässt grüßen. Der „Wapo“ der vergangenen Saison blieb im Viertelfinale stecken. Es soll am 21. August nachgeholt werden. Das Halbfinale haben Henkelmann und seine Kollegen für den 9. September angesetzt, das Finale in Altenlotheim noch nicht.

Einen Tick früher startet die erste Runde im Wettbewerb 2020/21: am 18./19. August; ausgelost wird sie in Eppe. Es geht Schlag auf Schlag weiter: Zweite und dritte Runde folgen am 23. und 30. August, bereits am 14. Oktober die Runde der letzten vier. Offen ist: Wann der Endspieltag stattfindet und wer ihn ausrichtet. Es könnte spät werden - die Punktrunde dauert bis 13. Juni 2021.

31 Meldungen, ein Rekord, zeigen: Die Fußballer haben nach jetzt gut vier Monaten Zwangspause mächtig Nachholbedarf. Losgehen soll’s mit dem Endspiel der alten Saison zwischen der SG Goddelsheim/Münden als Gastgeber und dem SC Willingen am 25. August. Einen Tag später startet der neue Wettbewerb (außer für die Finalisten, die erst am 28. August eingreifen). Weitere Termine: 2. und 30. September, 28. Oktober (Extratermin für den Titelverteidiger), 14. April 2021 (Halbfnale). Die Paarungen werden nach bewährtem Verfahren am 2. August ausgelost.

Die Punktrunde

Der Kreisfußballausschuss hatte zum virtuellen Treffen eingeladen, um ein Meinungsbild zu gewinnen, welches Spielmodell die Vereine für die kommende Spielzeit favorisieren - das herkömmliche mit Hin- und Rückspielen oder aber die einfache Runde, an der sich eine Playoff- und Playdownrunde anschließen könnte. Gut 30 Vereinsvertreter schalteten sich zu.

Für Kreisliga A und B mit ihren 14 und 13 Mannschaften sprach sich jeweils eine klare Mehrheit für die übliche Variante aus, allerdings ohne anschließende Relegation. Beide Ligen sollten trotz des Septemberstarts ihre 26 Spieltage selbst dann schaffen, wenn sie ab Mitte November Winterpause haben.

Anders die Kreisober- und die C-Liga: Das Unterhaus mit 18 Teams soll nach dem Wunsch der Mehrheit (eine Gegenstimme) eine einfache Runde spielen. Fast eine Pattsituation ergab sich laut Henkelmann bei der KOL (17 Teams): die eine Hälfte plädierte - vor allem unter Verweis auf die normalerweise ab November zu erwartenden witterungsbedingten Ausfälle - für eine Einfachrunde, die anderen Hälfte für Hin- und Rückserie wie gewohnt.

Henkelmann hätte den Vereinen gern andere Optionen vorgestellt, die der HFV für die neue Spielzeit diskutiert und im Nachgang einer Sitzung des Verbandsfußballausschusses am Mittwoch angekündigt hatte. Die 27seitige, überaus detaillierte Präsentation habe ihn jedoch erst am Freitagabend nach der Videokonferenz per Mail erreicht, sagte Henkelmann. Erläutert werden soll sie Hessens Kreisfußballwarten an diesem Dienstag.

Die Alternativen

Henkelmann berichtete, dass der Verband zum Beispiel die Teilung großer Klassen auf Kreisebene ins Spiel bringt - eine Option sowohl für die KOL als auch die C-Liga. in Waldeck. Dem Spielen in Achter- und Neunergruppen mit Hin- und Rückrunde würden sich danach etwa Playoff- und (für die KOL) Playdownspiele anschließen.

Eventuell müsse man die Vereine erneut per Videokonferenz extra befragen, sagte Henkelmann; der Aufwand sei überschaubar Die Umsetzung alternativer Spielmodelle dagegen ist vertrackt. Für die Verzahnung der Termine unterschiedlicher Spielklassen verwenden die Klassenleiter einheitliche Ansetzungsschlüssel. Diese machen es möglich, dass die Reserve wann immer möglich das Vorspiel vor ihrer ersten Mannschaft bestreitet. Das werde aber bei unterschiedlichen Spielmodellen schwierig, so Henkelmann. Er warb um Verständnis: Man müsse Entscheidungen treffen in einer Situation, „die es so noch nie gab“. Das gilt auch für den DFB. Der Dachverband muss wie in der Vorsaison seine Spielordnung ändern, damit Alternativen zum System mit Hin- und Rückrunde umgesetzt werden können. Die Entscheidung über die Öffnungsklausel ist laut Henkelmann für heute angekündigt.

Die Frauen

Die Fußballfrauen haben angesichts meist übersichtlicher Ligagrößen keine Schwierigkeit mit Hin- und Rückserie. Neues probieren sie im Poka ausl: Wie Frauenreferentin Gudrun Biederbick mitteilte, startet der Verbandswettbewerb wie bei den Männern ab sofort mit dem Kreispokal (bisher Regionalpokal). Die jeweiligen Sieger erreichen die nächste Runde; Biederbick bittet um Meldung für den Wettbewerb bis Freitag. Ausgelost wird, ebenso wie im Waldecker Pokal, am 2. August. Termine gibt es noch nicht.

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