Was ist noch drin in der Wundertüte?

Verbandsliga: Willingen will gegen Weidenhausen Auftaktsieg bestätigen

 Nick Bärenfänger (Willingen/vorn) und Thomas Hammer (Weidenhausen)
+
Viel Vertrauen haben sich die Willingen Youngster bereits erarbeitet; auch Nick Bärenfänger, der schon im vorigen Jahr gegen Weidenhausen mitwirkte (und ein Tor schoss). Hier wird er von Thomas Hammer übersprungen.

Der erste Blick in die „Wundertüte“ SC Willingen hat Rainer Schramme Erfreuliches offenbart. „Wir können auch mit der veränderten Formation Spiele gewinnen und bleiben ein unangenehmer Gegner“, sagt der Trainer des Fußball-Verbandsligisten

Willingen – Schramme zieht diese Schlussfolgerungen, na klar, aus dem 3:0-Auftaktsieg seiner Mannschaft in Thalau. Was der „Dreier“ wert war, wird sich am morgigen Samstag (15.30 Uhr) zeigen. Zum ersten Heimspiel um Punkte nach mehr als neun Monaten erwartet der SCW den SV Weidenhausen im Uplandstadion.

Den Begriff der „Wundertüte“ hat Schramme selbst gebraucht. Er hat sie als so groß beschrieben, „wie selten zuvor“ beim SCW und damit zum Ausdruck gebracht, wie wenig er und sein Trainerkollege Dardan Kodra wussten, was das um Leistungsträger geschrumpfte und junge Leute ergänzte, durch Corona lange stillgelegte Team leisten kann. Nun, es hat ein erstes Signal gesetzt, auch in Richtung der Konkurrenz. „Die Erleichterung war natürlich groß“, sagt Schramme.

Zwei erst 18 Jahre alte Spieler standen in der Startelf: Jerome Löber, links in der Abwehrkette, Yasin Dogan auf der Neunerposition. Schramme war von den Debütanten angetan, will aber öffentlich nicht zu sehr loben: Beide hätten die Erwartungen absolut erfüllt, müssten aber natürlich noch dazulernen.

Wie die Mannschaft am Samstag aussehen wird, entscheidet sich nach dem Abschlusstraining. Der Kader ist vor den letzten Einheiten soweit komplett, Schramme schließt Veränderungen auf ein, zwei Positionen nicht aus – „falls sich Spieler im Training anbieten“.

Ob es eine Neuauflage des stürmenden Jan-Henrik Vogel gibt, lässt er offen. In Thalau hatten die Trainer den Kapitän nach der Pause als eine Art zweite Spitze eingesetzt. Dieser taktische Zug wirkte. „Insbesondere mit der zweiten Halbzeit waren wir sehr zufrieden“, so Schramme.

Weidenhausen sei als gestandener Verbandsligist allerdings eine andere Größe als Aufsteiger Thalau, sagt Schramme. Er verweist zuvörderst auf die starke Offensive des SVW: „Da gibt es einen Torjäger Sören Gonnermann, da gibt es einen Jan Gerbig auf dem Flügel.“

Gerbig fehlt zwar möglicherweise morgen, dennoch heißt die erste Willinger Mannschaftspflicht, die stürmende Abteilung der Adler „in den Griff zu kriegen“, wie Schramme sagt. Er folgert: „Wir müssen eine Leistungssteigerung nachschieben, um erfolgreich sein zu können.“

Adler hoffen: Aller guten Dinge sind drei

Maikel Buchenau war schwer enttäuscht. „Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Ich weiß nicht, warum wir in der zweiten Hälfte so den Faden verloren haben“, rätselte der Trainer des SV Weidenhausen gleich nach dem 1:1 zum Verbandsliga-Auftakt seiner Mannschaft gegen die Reserve der SG Barockstadt.

Mittlerweile ist Buchenau etwas schlauer. In der ersten Halbzeit habe vieles gepasst, „Das Aufbauspiel war gut und geduldig, wir haben die langen Bälle souverän verteidigt und wir haben mit guten Kombinationen nach vorne gespielt.“ Dann jedoch sei sein Team nicht mehr so kompakt vom Sturm bis zur Abwehr gewesen, wodurch zu große Löcher im Verbund entstanden seien. In der 72. Minute kassierten die Adler den Ausgleich und liefen den Gästen nun häufig hinterher.

Die Forderung an die Mannschaft für Willingen formuliert Abteilungsleiter Stefan Stederoth so: „Wir müssen über 90 Minuten wesentlich konstanter spielen.“ Anders als zuletzt sind Stederoth und die Seinen erst mal auf einen Punkt aus. „Es wäre gut, mit einem Teilerfolg in die erste englische Woche zu starten“, sagt der Fußballchef.

Bisher allerdings gab es im Uplandstadion nichts zu holen für den SVW. Beide Gastspiele der Adler gewannen die Willinger (4:2, 3:1). „Wir sind mit dem Platz noch nicht so vertraut“, sagt Stederoth. Er setzt im dritten Anlauf arauf, dass sein Team, das vor der Saison um zwei Spieler ergänzt wurde, besser eingespielt ist als das des SCW. „Wir wollen uns in der Liga weiter nach vorn orientieren“, sagt Stederoth, heißt: besser sein als Platz acht.

Fehlen wird morgen vermutlich der starke Außenspieler Jan Gerbig, bei ihm besteht Verdacht auf eine Bänderverletzung. „Es ist vermutlich nichts Schlimmeres, aber er wird in Willingen fehlen, wenn es keine Blitzheilung gibt“, so Stederoth. Passen muss Außenverteidiger Jannis Benn, der am Meniskus operiert wurde. mn/nic

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare