Fußball-Verbandsliga:

0:5 –Weidenhausen deckt Willinger Schwächen auf

Kein Schritt nach vorn. Die Willinger Fußballer hatten dem SV Weidenhausen beim 0:5 nur wenig entgegen zu setzen, Das Bild zeigt Christian Kuhnhenne (links) im Duell mit dem Sören Gonnermann (Weidenhausen).
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Kein Schritt nach vorn: Die Willinger Fußballer hatten dem SV Weidenhausen beim 0:5 nur wenig entgegen zu setzen, Das Bild zeigt Christian Kuhnhenne (links) im Duell mit Sören Gonnermann (Weidenhausen).

Willingen – Huch, das war deutlich. 0:5 (0:2) endete für den SC Willingen das erste Heimspiel der neuen Verbandsliga-Saison gegen den SV Weidenhausen.

Vielleicht kam nach dem 3:0-Sieg zum Auftakt beim FSV Thalau bei den Upländern und ihren Anhängern schon das gute Gefühl auf, Umbruch mit den vielen jungen Spielern ist doch gar nicht so schwer. Doch er ist schwer und die spielstarken Adler aus Weidenhausen haben den Willingern in vielen Szenen Grenzen aufgezeigt, wo in der vergangenen Saison noch keine waren.

„Wir wussten, dass wir solche Spiele erleben werden, aber so früh haben wir nicht damit gerechnet“, sagte SCW-Coach Rainer Schramme. Aber vielleicht ist dieser Zeitpunkt genau richtig für die beiden Coaches, um frühzeitig die Weichen so zu stellen, dass die Youngster nicht mehr so oft in dieser Saison Lehrgeld zahlen müssen. Weidenhausen war teuer.

Die Mannschaft von Trainer Maikel Buchenau trat im Uplandstadion vor rund 300 Zuschauern nahezu ohne Schwachpunkt auf. Sie zogen in diesen 90 Minuten alle Register, waren läuferisch, taktisch, spielerisch und vor allem auch gedanklich stets auf Ballhöhe.

Spielen mit Köpfchen fehlt

Das Spielen mit Köpfchen hat Schramme am meisten bei seinen Spielern vermisst. „Wir waren gedanklich immer zu langsam.“ Das Führungstor der Gäste in der elften Minute war ein Beleg für diese Aussage. Durch einen leichten Ballverlust im Aufbauspiel mangels körperlicher Robustheit verschafft sich Weidenhausen Überzahl auf der linken Seite Sören Pfliegner passt den Ball scharf nach innen und Kilian Löffler vollendet.

Nur vier Minuten später bekommen die Willinger das Zentrum nicht zu, der Pass erreicht Löffler im Strafraum und er ließ erneut mit einem Flachschuss Torwart Yannick Wilke keine Abwehrmöglichkeit. Weidenhausen eiskalt.

Während die Gäste ihr Spiel längst gefunden hatten, suchten die Willinger auch nach einer Viertelstunde immer noch danach. Sie sollten an diesem Tag nicht mehr fündig werden. Die Upländer hatten zwar mehr Ballbesitz und auch Feldvorteile, aber sie agierten mit diesen zwei positiven Komponenten sehr ideenlos. Und die Weidenhäuser schienen zu sagen: „Macht ihr mal, wir können es mit weniger Ballbesitz genauer und spielerisch qualitativ besser.“

Der Willinger Torhüter Wilke hatte eine gute Sicht auf das schwerfällige und einfallslose Offensivspiel seiner Teamkollegen und er forderte lautstark von ihnen: „Seid doch mal geil auf den Ball.“ Ein Ruf ins Nichts.

30 Minuten Stille auf dem Platz

Sein Gegenüber Johannes Klotzsch ging nahezu beschäftigungslos in die Halbzeit. Nach dem Wechsel hatten sich die Willinger ein druckvolleres Spiel vorgenommen, aber dazu sollte es gar nicht erst kommen, denn Weidenhausen holte schon in Minute 54 zum K.o.-Schlag aus. Der dritte Treffer von Löffler hatte in seiner Entstehung für die Willinger einen sehr frustaufbauenden Charakter. Löffler erhielt nämlich den Ball im Mittelkreis, sah, dass Torwart Wilke weit vor seinem Kasten stand und sein Weitschuss flog über den Keeper zum 3:0 ins Netz. Das war’s SC Willingen. Es folgten 30 Minuten Stille auf dem Platz statt anfeuernde und aufmunternde Rufe.

Es redete nur noch Weidenhausen. „Nicht nachlassen, wir spielen hier zu null“, schrie Torwart Klotzsch seinen Teamkollegen zu. Die hatten auch noch jede Menge Lust auf diesen Kick und spielten zwei Konter mit präzisen Pässen und guten Laufwegen mustergültig aus, sodass der chancenlose Wilke den Ball noch zweimal aus dem Netz holen musste. Vollstrecker war zweimal Torjäger Sören Gonnermann (70./90.).

„Wir bekommen nach Eckbällen für uns zwei Gegentore, das darf uns nicht passieren“, sagte der zweite Willinger Coach Dardan Kodra. Er legte aber auch optimistisch klingende Schlussworte in diese Fünfzunull-Packung: „Das Positive an diesem Spiel war, dass wir heute viele Fehler gemacht haben, die wir wahrscheinlich in Zukunft in der Form nicht mehr machen werden, denn vieles war heute dem Alter und der mangelnde Erfahrung geschuldet.“

Sein Kollege Buchenau stand hingegen nahezu kritiklos vor seinen Spielern. „Heute hat bei uns vieles geklappt. In der letzten Woche haben wir eine ähnlich gute erste Halbzeit gespielt, danach aber leider etwas den Faden verloren.“ Diesen Gefallen hat Weidenhausen den Willingern heute nicht getan. rsm

SC Willingen: Wilke - Löber, Albers, Bärenfänger, Kroll - Schumann (66./Peters), Kuhnhenne, Vogel, Kodra (84./Querl) - Müller, Heine
SV Weidenhausen: Klotzsch - Hammer, Renke, Göbel, Mainz (60./Assmann) - Tim Ullrich (76,/Jan Gonnermann), Toro Moreno, Jan Ullrich (78./Nowak), Löffler - Pfliegner, Sören Gonnermann
SR: Eberhardt (Besse) - Z: 300
Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Löffler (11./19./54.), 0:4, 0:5 Sören Gonnermann (70./90.)

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