Interview vor dem Abstiegsduell der Kreisoberliga am Sonntag in Berndorf

Wesetals Kapitän Rohleder: Mit zwei Siegen wären wir unten raus

WP, Vasbeck/Adorf - Wesetal, 04/19Andre Böhle (Vasbeck, Mitte) gegen die Wesetaler Patrick Lückel (links) und Andreas RohlederFoto: Artur Worobiow
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Nah am Mann: Andreas Rohleder, Kapitän der SG Wesetal (rechts), hier im Pokalspiel gegen den Vasbecker Andre Böhle, Links Patrick Lückel.

Kleinern – Der Saisonstart perfekt, und doch: Die SG Wesetal spielt wie in der vergangenen Saison wieder gegen den Abstieg aus der Kreisoberliga. Kapitän Andreas Rohleder (23) sieht jedoch gute Chancen auf ein Ende der Punkteflaute.

Langsam werde es wieder, sagt der Mittelfeldspieler, der in Göttingen Agrarwissenschaften studiert, mit Blick auf die Rückkehr verletzter Leistungsträger.

Die SG Wesetal kam mit dem Sieg über den TSV/FC Korbach blendend in die Saison, holte danach aber nur noch zwei „Dreier“. Was sind die Hauptgründe dafür? 

Wie in vielen anderen Mannschaften auch: Wir hatten viele Verletzte. Wenn zwei, drei Stammkräfte ausfallen, die in der letzten Saison maßgeblich für den Klassenerhalt waren, ist es für uns schwierig, Ersatz zu finden. 

Einer der Ausfälle war Ihr Zwillingsbruder Steffen. 

Nicht nur er, auch Martin Rohleder oder Martin Paschko, drei Leistungsträger in der Abwehr. 

Eine Konsequenz war, dass Sie verstärkt defensiv aushelfen mussten und deshalb im Angriffsspiel gefehlt haben. 

Stimmt. Ich habe in den meisten meiner bisher zwölf Spiele entweder auf der Sechs oder in der Innenverteidigung gespielt. Erst am Sonntag gegen Arolsen konnte ich wieder auf die Zehn zurückkehren, weil Steffen als Abwehrchef erstmals wieder von Anfang an dabei war. Er hatte vorher nur ein paar Kurzeinsätze. Nicht zu vergessen Hendrik Karges, der auch wieder zurück ist. Langsam wird es wieder. 

Ist der Wesetaler Kader für eine Saison mit 30 Partien zu klein? 

Mit zwei Verletzten können wir leben, wenn drei oder vier Spieler ausfallen, müssen wir die Löcher mit Leuten aus der „Zweiten“ stopfen. Wir können froh sein, dass Leute wie Willi Rabe, der nur noch in der Reserve kicken wollte und sonntags morgens außerdem mit der B-Jugend unterwegs ist, oder Daniel Döring aushelfen. 

War das 2:2 gegen den TuS Arolsen ein Fortschritt im Vergleich zu den Partien davor? 

Auf alle Fälle. Ärgerlich war, dass wir sieben, acht richtig gute Chancen liegen gelassen haben. Fabian Drebes zum Beispiel geht allein aufs Tor zu, umspielt den Keeper und schießt dann einen Abwehrspieler an. Außerdem trifft er zweimal die Latte. Zu guter Letzt kriegen wir in der 92. Minute den Ausgleich.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? 

Gut – dafür, dass wir erst drei „Dreier“ gemacht haben. Erst letzte Woche haben wir einen Teamabend organisiert, da hatten alle Lust drauf. Wir wissen ja, woran es liegt, dass wir unten stehen. Neben den Verletzten sind es die vielen individuellen Fehler. Sie wurden gegen Arolsen abgestellt. Man hat auch gesehen, dass die ganze Mannschaft will. 

Lässt sich der Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag wie in der Vorsaison vermeiden? 

Schwierig. Man muss sich ja nur die Tabelle angucken, unten geht es eng zu, nur sechs Punkte liegen zwischen Platz sieben und Platz fünfzehn. Ich hoffe nur, dass wir diesmal vor dem letzten Spieltag alles klarmachen können. Das kann schnell gehen, mit zwei Siegen wären wir unten raus. Verlieren wir zweimal, bleiben wir unten drin. Wir haben noch vier Spiele bis zur Winterpause: Vor allem in Berndorf, gegen Buchenberg und Blau-Gelb Korbach, gegen direkte Konkurrenten, müssen wir alles geben. Das letzte Spiel haben wir dann beim TSV Korbach. 

Den TSV/FC können Sie ja. Das stimmt (lacht). Schon mit der B- und A-Jugend haben wir gegen den TSV immer gewonnen. 

Was zählt am Sonntag in Berndorf? Dass alle richtig Gas geben und wir vor dem Tor kaltschnäutziger sind. 

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