Verbandsliga Nord: Nach 1:0 zur Pause lange Zeit um den Ausgleich gebettelt

SC Willingen beim 4:0 gegen Johannesberg gnadenlos effektiv

+
Vollendete das schönste Tor des Tages: Tobias Schumann traf nach einem Konter zum Willinger 3:0.

Willingen – Das 1:0 zur Pause ging mehr als in Ordnung, aber das 4:0 nach der zweiten Halbzeit der Verbandsliga-Partie spiegelte den Spielverlauf zwischen dem SC Willingen und der SG Johannesberg kaum wider.

Über den ersten Durchgang gab es keine zwei Meinungen. „Wir hatten 5:2 Chancen“, hatte SCW-Trainer Hubertus Albers ziemlich genau mitgezählt. „Die Willinger Führung war angesichts des Chancenplus verdient“, meinte auch Gegenüber Jochen Maikranz.

Verdiente Führung durch Max Ullbrich

Die Partie startete ausgeglichen und etwas schleppend. Entsprechend überraschend tauchte Florian Heine urplötzlich vor dem Gästetor auf, wurde aber von Radomir Vlk im letzten Moment zur Ecke geblockt (5.). Auf der Gegenseite konnte Cino Schwab einen Ausrutscher von Abwehrchef Raphael Mütze nicht nutzen, es wurde ein Roller auf Keeper Yannick Wilke (10.). Auch wenn die Willinger noch nicht richtig ins Kombinieren kamen, das Selbstvertrauen und die Ruhe dank der letzten Erfolgsserie war ihnen stets anzumerken.

Bald wurden sie auch richtig gefährlich. Zunächst scheiterte Heine noch am zupackenden Keeper Mitja Hofacker (14.) und zielte knapp vorbei (19.). Kurz danach konnte Jan Rintelmann den Torjäger aber nach klasse Kombination über Max Ullbrich und Jan-Niklas Albers über die rechte Seite nur unfair stoppen und „Toppi“ verwandelte den Elfmeter sicher (25.). Die schnelle Antwort hatte Niklas Zeller auf dem Fuß, aber nach seinem Solo zielte er völlig frei aus 16 Metern knapp vorbei (28.). Danach ließen Heine und Sebastian Butz (beide 43.) noch gute Gelegenheiten aus.

Nach Pause spielen nur die Gäste

Daran knüpften die Willinger nach der Pause nicht an. „Das war nur larifari“, war Hubertus Albers überhaupt nicht zufrieden, „wir hatten wohl in den Köpfen, dass das eine Tor reichen würde“. Die Gäste ihrerseits waren nun viel lebendiger und engagierter. „Wir haben alles reingelegt“, lobte Maikranz den Teamgeist, „und Willingen 30 Minuten an die Wand gespielt“.

 Die Johannesberger versuchten alles, aber dem Ausgleich nahe waren sie nur einige wenige Mal, ihr Spiel war meist nur bis zum Strafraum gefällig. Dazu kam die Abschlussschwäche bei den wenigen Chancen. „Wir haben einfach nicht den Killer in der Box“, erklärte Maikranz. Innenverteidiger Radomir Vlk vergab volley (58.), zudem scheiterte Zeller per Kopf ebenso an Wilke (64.) wie Lars Jordan (79.). Dazwischen lag aber schon das 2:0 durch Heine, nach einem Sololauf von Vogel über links und Ablage von Max Ullbrich (72.). Es war nach der Dreifachchance von Butz, Vogel und Albers aus der 53. Minute erst die zweite gelungene Offensivaktion nach der Pause. Das nennt man wohl effektiv. Albers, zuvor froh nicht den Ausgleich kassiert zu haben, konnte aufatmen: „Denn nach dem 2:0 hat man gesehen, was alles möglich ist.“ 

Traumtor von Tobias Schumann

Von den imponierenden 20:1 Toren in den sechs siegreichen Heimspielen nach der Winterpause war das 3:0 sicherlich eins der schönsten: Wilke wirft flach ab, Heine stürmt über rechts, passt fast von der Grundlinie quer, Vogel lässt durch und der eingewechselte Tobias Schumann nagelt das Spielgerät ins Netz (79.). Da wollte dann Heine nicht nachstehen und setzte einen Kunstschuss aus 20 Metern zum Endstand in den Winkel (84.). „Sicherlich um ein, zwei Tore zu hoch“, war Albers ehrlich. 

„Die Willinger wissen sicherlich nicht so recht, warum sie 4:0 gewonnen haben“, meinte Maikranz. Die Antwort schob er selbst nach. „Der Gegner war gnadenlos und wenn wir einen Heine hätten, dann würden wir vorne stehen.“ So aber ist die SG Johannesberg nur Neunter und die Upländer zumindest bis Sonntag Tabellenvierter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare