Nach starker erster Halbzeit lange Zeit das Fußballspielen eingestellt

SC Willingen findet beim 4:2 gegen SV Weidenhausen späte Antworten

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Kommt und trifft: Nick Bärenfänger, der hier den Weidenhäuser Innenverteidiger Thomas Hammer beschäftigt, machte mit dem 4:2 den Deckel drauf.

Willingen – Der eine Punkt schien auch noch flöten zu gehen, da wurden es doch noch drei: Der SC Willingen besiegte den SV Weidenhausen mit 4:2 (2:1) und setzte sich zunächst im ersten Drittel der Verbandsliga Nord fest.

„Hier spielt nur eine Mannschaft Fußball“, schrie Luis Göbel in der Schlussphase, „und hier kann nur eine Mannschaft Fußball spielen“. Der Gästeakteur hatte mit Teil eins seiner Motivation Recht, denn nach der Pause waren permanent die Adler im Vorwärtsgang. „Wir haben da zu schnell die Bälle verloren, hatten zu wenig Ballbesitz und so wurde der Druck immer größer“, stimmte Hubertus Albers zu. „Aber über die 90 Minuten gesehen haben wir verdient gewonnen“, schob der SCW-Trainer sofort nach.

In der Tat, Teil zwei von Göbels Schlachtruf stimmte auch – in der ersten Hälfte freilich für die Upländer. Die gingen bereits in der zweiten Minute durch Sebastian Butz in Führung, als er nach einem Ausrutscher von Innenverteidiger Manuel Toro Moreno loszog und flach und sicher vollendete. Schon in der achten Minute holte sich Eric Teipel gegen Sören Gonnermann die gelbe Karte ab, aber danach war der SV-Goalgetter lange Zeit nicht zu sehen. Nach einer Viertelstunde wurde Florian Heine im allerletzten Moment von Fabian Assmann zur Ecke geblockt. Die zog Vogel auf den langen Pfosten und Jan-Niklas Albers köpfte unbedrängt ein – 2:0 (17.).

Bott vergibt vom Punkt das 3:0

„Da waren wir eigentlich schon erledigt“, staunte Gästetrainer Maikel Buchenau ob der Offensivstärke und Spielfreude der Platzherren. Zumal sich nur 60 Sekunden später die große Chance zum 3:0 bot, aber Matthias Bott, sonst ein sicherer Schütze, setzte den von Torwart Johannes Klotzsch an Vogel verwirkten Strafstoß an den Außenpfosten. Die langen Kerle in der Weidenhäuser Dreierkette rutschten im wahrsten Sinne des Wortes von einer Verlegenheit in die andere. Und doch war das Spiel nach 27 Minuten wieder offen, weil Yannick Wilke einen Distanzversuch von Tim Gonnermann nach vorne abprallen ließ und Tim Ullrich einschoss. Die schnelle Antwort verpasste zweimal Vogel, erst traf er die Querlatte (29.), dann zielte er, von Butz freigespielt, um Millimeter vorbei (34.).

„Das war ein richtig gutes Spiel von uns“, lautete Albers Zwischenfazit. Nur seine Pausenpredigt, auf keinem Fall der möglichen klaren Führung hinterherzutrauen, fruchtete nicht. Fortan hatten die Willinger alle Füße voll zu tun, um die Adler am erfolgreichen Abschluss zu hindern. Vielleicht wäre es ruhiger weitergegangen, wenn Christoph Keindl, frei durch und klar nicht im Abseits, nicht zurück gepfiffen worden wäre (58.). Es blieb aber für lange Zeit die einzige nennenswerte Entlastung, zumal Florian Heine schon mit einer Oberschenkelzerrung draußen war. 

Antwort durch Schumann und Bärenfänger 

Nachdem Wilke den Freistoß von Jannis Berg mit Hilfe des Aluminiums zur Ecke geboxt hatte (73.), rückte Sören Gonnermann immer mehr in den Blickpunkt. Erst klärte Wilke gegen den leichtfüßigen Stürmer, der sich geschickt zwischen den Abwehrketten bewegte (78.), aber dann konnte er dessen zehnten Saisontreffer nicht verhindern (83.). „Vor dem Spiel wären wir mit einem Punkt zufrieden gewesen“, meinte Buchenau, „und den hatten wir“. Allerdings nur gut 100 Sekunden, „denn“, so Albers, „wir sind wieder einmal klasse zurückgekommen“. 

Der für Heine gekommene Tobias Schumann erzielte im Fallen das 3:2 nach einem Gewühl im Strafraum und überlegtem Pass von Christian Kuhnhenne. Während die Gastgeber eine Jubeltraube bildeten, schüttelte Buchenau nur den Kopf, „was die Abwehr hier abliefert, da fehlen mir die Worte“. Gleichzeitig lobte er den Gegner, „der wirklich aufopferungsvoll gekämpft hat“. Der eingewechselte Nick Bärenfänger machte mit 4:2 nach Querpass von Keindl schnell den Deckel drauf (88.). Da war es egal, dass Göbel zuvor die (halbe) Wahrheit gesagt hatte.

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