Upländer trotzen starkem Wind, Regen und Hagel - Sebastian Butz zweifacher Torschütze

SC Willingen schlägt den Spitzenreiter SV Steinbach 4:1

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Jubel um Doppeltorschützen: Sebastian Butz (14) wird von seinen Mitspielern für das 3:1 gefeiert, kurz danach erzielte er auch das 4:1. Links Steinbachs Spielertrainer Petr Paliatka.

Willingen – Starker Wind, Regen, Hagel und zweimal mussten beide Mannschaften zum Schauern in die Kabine. Am Ende war es dem SC Willingen egal, er besiegte Verbandsliga-Spitzenreiter SV Steinbach mit 4:1 (2:0).

„Es waren wirklich schwierige Witterungsbedingungen“, meinte ein völlig durchnässter Trainer Rainer Schramme, „aber anscheinend kommen wir gut damit klar“. Schon beim 2:2 beim Tabellenzweiten Sandershausen hatten die Upländer Wind und Wetter, wenn es auch nicht so krass war, getrotzt. 

Einig waren sich beide Seiten, der Willinger Erfolg war verdient. „Wir haben nahtlos an die gute Leistung der letzten Woche angeknüpft“, fand Hubertus Albers, der bis zum Saisonende zusammen mit Schramme das Trainerduo bildet. Gegenüber Petr Paliatka konnte nur gratulieren, „wir haben aufgrund der ersten Halbzeit verdient verloren, die haben wir komplett verschlafen“. 

Heine nutzt Missverständnis eiskalt aus

Der Steinbacher Spielertrainer stand angesichts der Personalprobleme von Beginn an in der Viererkette und sah zunächst auf dem Kunstrasen ein stark verdichtetes Mittelfeld. Als dann Sebastian Butz ein wichtiges Kopfballduell gewann, waren sich Torwart Christian Beikirch und SVS-Kapitän Steffen Trabert nicht einig. Florian Heine spritzte dazwischen, wurde gefoult, aber der Ball kullerte über die Linie – 1:0 (10.).

Die frühe Führung spielte den Hausherren in die Karten, die aufmerksam im 4-2-3-1 verteidigten und auf Konter lauerten. Christoph Keindl, Matthias Bott und Jan-Hendrik Vogel bekamen zudem im Spielaufbau immer mehr die Oberhand. „Männer, das sieht gut aus“, lobte Abwehrchef Raphael Mütze seine Mitspieler. „Die Willinger haben das sehr geschickt gemacht“, sah auch Paliatka den Gegner zweikampfstärker. Sein Team entwickelte nur bei drei, vier Freistößen einen Hauch von Gefahr.

Innenverteidiger Philipp Ullbrich erzielt 2:0

 Glück für die Gäste, dass beim ansonsten sehr guten Schiedsrichter Johannes Baumann bei einem klaren Handspiel von Trabert im Strafraum die Pfeife stumm blieb (33.). Nach 42 Minuten dann aber das verdiente 2:0, als der aufgerückte Innenverteidiger Philipp Ullbrich einen Freistoß von Bott mit der Hacke im Netz unterbrachte. 

Durchgang zwei war kaum vier Minuten alt, da zwang der von starken Böen über den Platz getriebene Hagel zur ersten, gut fünfminütigen Zwangspause. Die kam den Steinbachern offenbar gelegen und Michael Wiegand köpfte unbedrängt einen Freistoß von Marcel Ludwig zum 2:1 ein (56.). „Wir haben Gott sei dank schnell darauf reagiert“, freute sich Schramme mit Butz über dessen 3:1 nur vier Minuten später aus 16 Metern nach Vorarbeit von Heine. Der Tabellenführer ließ sich zwar nicht entmutigen, aber nach der Kopfballchance des ansonsten abgemeldeten Mittelstürmers Petr Kvaca (64.) besorgte auf der Gegenseite Butz vorzeitig die größten Zweifel. Vogel hatte Max Ullbrich über die rechte Seite geschickt und dessen Rückpass auf den Youngster aus Winterberg kam perfekt (68.). 

Keeper Schirk muss seine Klasse zeigen

Eine Viertelstunde vor Schluss war es der Starkregen, der erneut für einige Minuten Pause sorgte. Auch danach suchten die Gäste gegen nun mehr auf Ergebnisverwaltung bedachte Willinger den Weg nach vorne. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit einen Tick besser gemacht“, so Paliatka, „und auch Chancen herausgespielt“. Dass es nicht noch einmal unruhig wurde, dafür sorgte dann der bis dahin kaum beschäftigte Michael Schirk, der erneut für den dieses Mal grippegeschwächt zuschauenden Yannick Wilke im Tor stand. In der 77. Minute hatte er beim Pfostenschuss von Max Schäfer Glück, aber dann flog der Keeper einen Kopfball von Jan Ullrich aus dem Winkel zur Ecke (82.). Kurz danach blieb er per Fußabwehr Sieger gegen Sasa Dimitrijevic (85.). 

„Das war eine starke Leistung“, freute sich Albers. „Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen“, ergänzte Schramme mit Blick auf vier Punkte gegen das Spitzenduo, „das kann ruhig so weiter gehen“. Am liebsten schon nächsten Samstag in Weidenhausen.

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