Niklas Michel und Christoph Keindl treffen beim 2:2 gegen Verbandsliga-Tabellenführer

SC Willingen verdient sich Punkt gegen Spitzenreiter

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Gleichermaßen stark in der Defensive und im Spielaufbau: Matthias Bott, hier gegen den Hünfelder Julian Rohde.

Rattlar. Ihm war anzumerken, dass er einen Sieg eingeplant hatte. „Über 90 Minuten gesehen war es kein ungerechtes Ergebnis“, kommentierte Hünfelds Trainer Dominik Weber am Ostersamstag etwas quer das 2:2 (2:1) in der Verbandsliga beim SC Willingen.

Gegenüber Hubertus Albers machte des dafür kurz und direkt: „Ein hochverdienter Punkt.“ Es hätten durchaus auch drei werden können, denn die zweite Halbzeit ging klar an die Upländer. Bezeichnend dafür war, wie aufgeregt die Weber an der Seitenlinie agierte und wie viele Sekunden er allein bei seinem dritten Wechsel in der 85. Minute von der Uhr nahm. 

Keine Ausrede war der Ausweichplatz in Rattlar. „Alles in Ordnung, da können wir uns nicht beschweren“, empfand auch Weber den Rasen als bespielbar. Was ihm nicht gefiel war, was seine Elf in der Anfangsphase bot. „Hört auf mit dem Klein-Klein“, schimpfte er nach gut 20 Minuten. Da lag der Spitzenreiter schon längst verdient mit 0:1 zurück, weil Niklas Michel einen Konter der tiefstehenden Willinger, ausgehend von Innenverteidiger Christian Pohlmann und weitergeleitet von Florian Heine, veredelt hatte (8.). 

Doppelschlag nach Eckbällen

Die Gastgeber nutzten das auf der Alm begrenzte Platzangebot immer wieder zu spielerisch feinen Lösungen. Nach einem Einwurf von Jan-Niklas Albers prüfte Jan-Henrik Vogel am kurzen Pfosten volley HSV-Keeper Jonas Hosenfeld (19.) und nur 60 Sekunden später war erneut Heine Passgeber für Michel, aber der brachte das Spielgerät frei durch im Strafraum nicht an Hosenfeld vorbei. Das rächte sich binnen 60 Sekunden, als zunächst Christoph Neidhardt und dann Sebastian Schuch scharfe Ecken von Maximilian Fröhlich einköpften (25./26.).

 „Zum Glück ist uns der Doppelschlag gelungen“, meinte Weber. Die Gäste kontrollierten in der Folge das Geschehen im ungefährlichen Bereich; allerdings hätten sie bei der Abwehraktion von Pohlmann gegen Schuch durchaus einen Strafstoß bekommen können (40.). 

Zweite Hälfte klar an Willingen

Mit Wiederbeginn machten sich die Upländer dran den Rückstand aufzuholen. Dafür kreierten sie eine Reihe von guten Möglichkeiten durch Christoph Keindl (52.), Michel (58./64.) und den spielfreudigen Vogel (73./78.). In der 80. Minute war es dann soweit, über Heine und Vogel kam der Ball zu Keindl und der schon von halblinks mit rechts gekonnt halbhoch ins Glück. „Längst verdient“, lobte auch HSV-Abteilungsleiter Mario Rohde der Leistung des Gegners. Die Gastgeber setzten nach, aber mehr als die Halbchance für den eingewechselten Daniel Butterweck sprang nicht mehr heraus. 

Hubertus Albers war trotzdem froh, auch wenn es nur ein Punkt geworden war. „Wenn man gegen den Tabellenführer zurückliegt, dann ist es schwer noch etwas zu holen.“ Seine Mannschaft habe aber eine gute Moral und ein gutes Spiel gezeigt. Sie erlaubte den Osthessen nur eine wirklich große Chance zur Vorentscheidung, aber Fröhlich blieb nach einer Stunde frei durch am auf der Strafraumlinie klasse klärenden SCW-Keeper Alessandro Casella hängen. Um bei Webers Formulierungen zu bleiben: Es wäre auch nicht gerecht gewesen.

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