Fußball-Verbandsligist feiert mit 3:1 gegen Schwalmstadt weiteren Sieg auf „Rattlarer Alm“

SC Willingen vertreibt das Abstiegsgespenst

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Nicht nur wegen seinem Traumtor zum 3:1 überragend: SCW-Spielführer Christoph Keindl.

RATTLAR. Der SC Willingen hat auch sein fünftes Spiel in Rattlar nicht verloren. Mit dem verdienten 3:1 (1:1) gegen den 1. FC Schwalmstadt, der vierte Sieg auf der „Alm“, haben die Upländer bei zehn Punkten Vorsprung auf den fünftletzten Platz das Abstiegsgespenst praktisch vertrieben.

Nach der freundschaftlichen Begrüßung der beiden Trainer Hubertus Albers und Atilla Güven ging es gleich mit viel Tempo und bissigen Zweikämpfen zur Sache. Nur große Chancen blieben zunächst Mangelware. Entsprechend überraschend fiel die Gästeführung, als Timo Brauroth einen direkten 30-Meter-Freistoß verwandelte; Alessandro Casella hatte noch die Hände am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern (17.).

Für Albers kein Grund zur Sorge. „Ich hatte trotz des Rückstands nicht den Eindruck, dass wir auf der Verliererstraße bleiben.“ Seine Heimelf übernahm jetzt das Kommando, aber Regisseur Jan Henrik Vogel (23./24.) und der starke Christoph Keindl (26.), der bei seinem abgefälschten Schuss an die Latte freilich im Abseits stand (26.), verpassten den Ausgleich „Leute, wir müssen jetzt noch mehr tun“, forderte Torjäger Florian Heine seine Nebenleute lautstark zu weiteren Aktionen auf. Abermals Keindl per Kopfball nach Flanke von Niklas Michel (29.) und Vogel, der an Torwart Tobias Kreuter scheiterte (36.), blieb der verdiente Lohn verwehrt. 

Erst Glück, dann Ausgleich vor der Pause

Auf der Gegenseite stellte Brauroth unter Beweis, dass sein Kracher zur Führung kein Zufall war, diesmal hämmerte er einen Freistoß aus 40 Metern auf die Latte. „Wir haben bis auf zwei Freistöße nichts zugelassen“, meinte Albers. Beim möglichen 0:2 in der 38. Minute stockte dem Willinger Anhang aber der Atem. So durften die Fans vor der Pause sogar noch jubeln, der umsichtige Matthias Bott setzte Heine in Szene, der aus 13 Metern im Stile eines echten Knipsers ins lange Eck einnetzte (42.). 

„Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen genau so konsequent weitermachen, dann werden die Chancen von alleine kommen“, verriet Albers seine Kabinenansprache. Die Gäste aber kontrollierten zunächst das Geschehen – bis zum Willinger 2:1 aus heiterem Himmel. Einen der immer gefährlichen Vogel-Freistöße köpfte der völlig freie Innenverteidiger Raphael Mütze unhaltbar ein (61.). Vogel selbst scheiterte kurz danach zweimal am gut reagierenden Kreuter (65./66.). 

Traumtor von Christoph Keindl

Mit einem Traumtor belohnte sich Keindl selbst für seine Topleistung. Im Fallen hämmerte der SCW-Kapitän den Ball aus gut zehn Metern aus halblinker Position in den Winkel – 3:1 (69.). Kurz danach umkurvte der eingewechselte Max Ullbrich bei seinem sehenswerten Solo auch noch Fabian Seck, aber der spielte den Ball mit der Hand. Der zuletzt so sichere Elfmeterschütze scheiterte aber diesmal an Kreuter und Heine setzte den Abpraller daneben (76.). Auch in der Schlussphase blieben weitere Chancen durch Ullbrich, Eric Kroll und Heine zum Ergebnisausbau ungenutzt.

„Wir haben hochverdient gewonnen“, freute sich Albers über die Saisonpunkte 39 bis 41. Der Ausgleich vor der Pause sei wichtig, die weiteren Treffer durch Raphael Mütze und das „Supertor von Christoph Keindl“ dann folgerichtig gewesen. „Wenn wir noch etwas konsequenter im Abschluss gewesen wären, hätte es durchaus noch weitere Treffer geben können.“ Güven gratulierte zwar seinem Kollegen fair, aber das Spiel kommentieren wollte er nicht. „Ich bitte um Verständnis, meine Enttäuschung ist einfach zu groß.“ Weil die Willinger seiner Truppe das Abstiegsgespenst ganz tief ins Gepäck gesteckt haben. (r)

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