2:3-Niederlage beim KSV Hessen Kassel II - Ingmar Merle macht den Unterschied

SC Willingen missglückt der Start aus der Winterpause

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Willingens Kapitän Christoph Keindl zieht eine Flanke vors Tor, später machte aber der Kasseler Ingmar Merle (links) mit zwei Freistoßtoren und einer Vorlage den Unterschied aus.

Kassel. Dem SC Willingen ist mit dem 2:3 (1:0) beim Drittletzten Hessen Kassel II der Start aus der Winterpause der Fußball-Verbandsliga missglückt. Den Unterschied machte Ingmar Merle aus, die ausgeliehene Regionalliga-Stammkraft erzielte zwei Tore und bereitete den Siegtreffer vor.

Auf dem gut bespielbaren Kunstrasen, bei zwei Grad minus und eisigem Wind, gab es den ersten nennenswerten Abschluss nach sieben Minuten durch Jan-Henrik Vogel. Auf der Gegenseite musste Torwart Alessandro Casella gegen Laurin Unzicker das erste Mal zupacken (12.). Ansonsten war aber beiden Teams die fehlende Spielpraxis anzumerken. „Es war viel Hektik drin, einige Unsicherheiten im Passspiel und damit selten Spielfluss“, fasste Thorsten Hirdes den Kick zusammen.

Nur ein Tor aus vier Chancen

Bestärkt wurde der KSV-Trainer durch die Tatsache, dass die meiste Gefahr von Standardsituationen ausging. In der 16. Minute setzte Jan-Niklas Albers einen Freistoß von Christoph Keindl von der Strafraumkante aus acht Metern drüber, kurz danach wählte beim Vogel-Freistoß auch Florian Heine frei die falsche Ballverwertung (24.). Es dauerte bis zur 31. Minute, dann kombinierten sich die Upländer das erste Mal gut in die Gefahrenzone, aber Kassels Keeper klärte per Fuß gegen Heine zur Ecke. Und nach 37 Minuten lauerte Max Ullbrich vergeblich, als Mohammed Gülsen in letzter Sekunde die Hereingabe von Heine blockte.

„Die erste Halbzeit war absolut in Ordnung“, fand Willingens neuer Trainer Hubertus Abers, „leider haben wir aus unseren Chancen nur ein Tor gemacht“. Das gelang Niklas Michel per Kopf am langen Pfosten nach Freistoß von Vogel und Verlängerung von Heine (43.). Direkt danach hätte Max Ullbrich fast sogar noch nachlegen können (44.).

Mit Wiederbeginn veränderte sich aber die Chancenverteilung, die Platzherren machten nun mächtig Druck. „Wir haben den Zugriff aufs Spiel verloren“, ärgerte sich Albers. Nicht nur das Mittelfeld um Keindl und Vogel kam nicht mehr richtig in die Zweikämpfe. „Wir haben versucht Fußball zu spielen“, sah Hirdes seine Truppe, die er zusammen mit Sebastian Busch coacht, nun stark verbessert. Sie stiftete reichlich Unruhe in den gegnerischen Reihen und daraus resultierten einige Freistöße. Bekannt als Spezialist für solche Fälle trat Merle an – und drehte die Partie. In der 58. Minute senkte sich sein 26-Meter-Versuch unten rechts ins Eck, sieben Minuten später streckte sich Casella beim ruhenden Ball zentral aus 22 Metern vergebens, zwischen Hand und Innenpfosten schlug das Leder ein. „Das darf nicht wahr sein“, schüttelte der Routinier den Kopf.

Michels Ausgleich reicht nicht

Die Gäste wehrten sich gegen die drohende Niederlage und Ullbrich hätte den Ausgleich völlig frei vor Keeper Niklas Neumann machen müssen. Sekunden später aber hieß es 2:2, erneut Michel stocherte den Ball über die Linie, als Neumann ihn wieder fallen ließ (81.). Plötzlich hatte die Partie ansehnliches Verbandsliga-Niveau, mit den klaren Möglichkeiten für Kassel. Erst glänzte Casella beim Drehschuss des aus Waldeck stammenden Unzicker (82.), dann faustete er einen Schuss von Tobias Bredow zur Ecke (84.). Dazwischen lag nur eine Halbchance für Heine.

Doch dann machte Merle den Unterschied. „Wieder ein Standard“, seufzte Albers. Der 27-jährige Rechtsfuß zog nach einer Ecke den zweiten Versuch auf den langen Pfosten, wo Gülsen freistehend nur noch zum 3:2 einköpfen musste (84.). Für Hirdes nicht unverdient, „wir waren aufgrund der zweiten Hälfte das eine Tor besser“. Gut waren freilich beide Teams noch nicht.

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