Winter-Check Fußball-Gruppenliga

SG Bad Wildungen hofft auf Rückkehr der Verletzten

Winter-Check Fußball-Gruppenliga, SG Bad Wildungen hofft auf Rückkehr der Verletzten
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Zu wenig Wildunger: Die SG wurde in der Hinrunde vom Verletzungspech gepeinigt, nun hoffen die Kicker, dass die Restrunde glücklicher und siegreicher verläuft. Das Bild zeigt Janis Schuldt inmitten eines deutlichen Edermünder Überzahlspiels. 

Ein guter zweiter Anzug. Die Verantwortlichen der SG Bad Wildungen/Friedrichstein waren in den jüngeren Jahren stolz auf den breiten Spielerkader.

Bad Wildungen - Zurecht, denn die Fußballer der „Zweiten“ schafften 2017 den Aufstieg in die Kreisoberliga und haben bis heute die Klasse gehalten.

Doch als in der laufenden Saison die erste Mannschaft extrem vom Verletzungspech gebeutelt wurde, geriet sie schnell zum Abstiegskandidaten. Trainer Simon Lieber trat Mitte Oktober zurück, Rückkehrer Jörg Schäfer übernahm.

Alle Positionen auf dem Prüfstand

Da drängt sich die Frage auf: Passt der gute zweite SG-Anzug auch für die Gruppenliga? Wie viele Spieler haben diese Kragenweite? Schäfer überlässt die Antwort Carsten Laun, der kurzfristig als Interimscoach eingesprungen war, weil er das Team erst in fünf Spielen gecoacht hat.

„Unser Kader ist breit, aber von den 40 Spielern erreichen nur 15 bis 16 Gruppenliga-Niveau und wenn davon vier, fünf Leistungsträger länger ausfallen, dann kommt so etwas heraus.“ Die Badestädter hatten vorderes Drittel als Saisonziel ausgegeben, nun überwintern sie als Tabellenelfter und sind nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Durch die langen Ausfälle etwa von Tim Krollpfeifer, Kevin Wathling oder Alen Muratovic fehlten dem Team nicht nur gute Fußballer, sondern auch Spieler, die eine Mannschaft und auch weniger erfahrene Mitspieler führen könnten, betont Laun.

44 Gegentore sind zu viel 

Dieses Manko habe Kettenreaktionen ausgelöst. „Wir haben viele Spiele durch individuelle Fehler verloren, du bist verunsichert, es geht die Ordnung verloren und dann bekommst die irgendwann das Tor.“ 44-mal musste der Wildunger Torwart bisher den Ball aus dem Netz holen. „Das sind eindeutig zu viele Gegentore“, betont Schäfer. Aber er weiß, dass eine gute Defensivarbeit nicht automatisch dadurch verbessert wird, indem man eine zweite Viererkette vor die erste stellt. Das Gesamtpaket muss stimmen.

Der Coach möchte in der Vorbereitungsphase zunächst drei Hauptpfeiler in das wacklige SG-Gebäude einziehen, damit es mehr Stabilität bekommt: „Für mich ist zunächst wichtig, wie fit sind die Jungs, wie weit sind sie taktisch und sind die Positionen alle richtig besetzt.“ Der Trainer findet es in dieser Keller-Situation wichtig, etwas zu verändern, damit sich die Spieler nicht mehr mit den alten Sachen beschäftigen, sondern sich vor allem auf die neuen Aufgaben konzentrieren. „Dann kommt hoffentlich auch wieder ein Stück Selbstvertrauen zurück“, erklärt Schäfer.

Da die Trainingsbeteiligung gut ist, kann der Coach auch an taktischen Details feilen. Sein Credo lautet: Die Positionen sollten so besetzt sein, dass jeder Spieler in diesem taktischen System seine Aufgabe erfüllen kann, die auch von seinen technischen und läuferischen Fähigkeiten abhängt. „Taktisch gut geschulte Spieler haben es einfacher, Probleme auf dem Feld zu lösen.“

Der Coach weiß, dass sein Team im physischen Bereich noch zulegen muss, denn er habe in den fünf Spielen vor der Pause schon bemerkt, dass „uns hinten raus die Luft etwas ausgegangen ist“. Schäfer weiß aber auch, dass er Fingerspitzengefühl bei den Veränderungen zeigen sollte, denn für langwierige Übungseinheiten fehlt ihm momentan die Zeit. Kurzfristige Impulse sind gefragt.

Spieler sind eher zu lieb zueinander

Der 42-Jährige, der die Wildunger bereits von 2012 bis 2015 coachte, möchte seinem Team auch eine andere Gesprächskultur einimpfen. „In Wildungen ist man eher zu lieb zueinander, wir müssen kritischer miteinander umgehen, wobei jeder zunächst auf sich selber schauen sollte.“ Der Kader hat sich in der Winterpause nicht verändert, aber die bereits verabschiedeten Routinees Carsten Laun und Waldemar Schubert kehren zurück. „Sie werden uns fußballerisch weiterhelfen“, betont Schäfer.

Das Team hat bereits zwei siegreiche Testspiele gegen Spangenberg (5:2) und Biedenkopf (3:2) absolviert. Der Verbandsligist aus Melsungen gastiert am kommenen Sonntag in Wildungen (17 Uhr). Nach den Tests gegen die SG Neuental/Jesberg (22. Februar.) und den VfL Kassel (1. März) startet die Liga am 8. März mit einem echten Prüfstein für die Wildunger: Tabellenführer FSG Gudensberg ist zu Gast. (rsm)

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