Aktion Junges Ehrenamt: 19-Jährige arbeitet vielseitig

Anna Bieding: Herz und Händchen für Kinder des TV Volkmarsen

Anna Bieding (links) beim Landesturnfest an der Bergstraße 2019, wo sie als Kampfrichterin eingesetzt war und die Turnerinnen (von links) Jana Wiesemann, Marlene Seeger und Aila Sichler betreute.
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Ein vielsagendes Bild: Anna Bieding (links) beim Landesturnfest an der Bergstraße 2019, wo sie als Kampfrichterin eingesetzt war und die Turnerinnen (von links) Jana Wiesemann, Marlene Seeger und Aila Sichler betreute.

Auch mit 19 Jahren kann man schon vielseitig engagiert sein in seinem Heimatverein. Das beweist Anna Bieding vom TV Volkmarsen – ein weiteres Porträt unserer Aktion „Junges Ehrenamt“.

Wenn Anna Bieding von sich, ihrem Sport und den Gründen erzählt, warum sie sich im Verein einsetzt, dann kommt sie immer wieder auf den Spaß zurück. „Man muss Spaß an der Arbeit mit Kindern haben, dann funktioniert das schon ganz gut“, sagt die 19-Jährige vom TV Volkmarsen. Oder: „Ich habe von Anfang an gemerkt, dass es mir Spaß gemacht hat, dem Trainer ein bisschen zu helfen.“

Die Freude, anderen etwas beizubringen, also als Schlüssel zum Engagement: Anna Bieding hat ihn früh gefunden. Schon mit zwölf Jahren lernte sie neben der Aktiven- auch die Vermittlerrolle kennen. Sie ging ihrer Mama zur Hand, die als Übungsleiterin die Bambini-Gruppe des Vereins anleitete. Und merkte: „Ich konnte mein Wissen weitergeben.“

Anna Bieding: Über die Rasselbande zum Gerätturnen

Anna Bieding, die von sich sagt, sie sei „quasi im Turnverein groß geworden“, war nach Mutter-Kind- und Bambinigruppe sowie der sogenannten Rasselbande zum Geräteturnen gekommen. Irgendwann unterstützte sie auch beim Training an Barren, Boden oder Reck die Übungsleiter – was sie selbst gelernt hatte, das konnte sie nun anderen zeigen. „Ich bin da reingewachsen“, sagt sie.

Mit 14, 15 Jahren ging sie das Ganze methodischer an: Ausbildung zur Sportassistentin, Erwerb der Kampfrichter-D-Lizenz und im Sommer 2016 der Einstieg als Übungsleiter-Assistentin, jeweils im Geräteturnen, wobei sie selbst noch turnte. Nach einer Auszeit für das Abitur in Korbach machte sie nahtlos weiter. Aktuell hängt sie in der C-Lizenz-Ausbildung im Fachmodul Geräteturnen fest – diese zieht sich wegen Corona bereits über mehr als ein halbes Jahr hin. Zudem strebt sie die nächsthöhere Kampfrichterlizenz an.

Es ist sicher kein Zufall, dass der Umgang mit Kindern auch für die Berufswahl der Volkmarserin zentral ist. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr an der Arolser Karl-Preising-Schule, einer Förderschule, studiert sie in Paderborn auf Lehramt an Förderschulen. Ihr mache die Arbeit mit allen Kindern und Jugendlichen Spaß, egal, ob sie eine Beeinträchtigung hätten oder nicht, sagt sie.

Auch in Sachen Homepage und Kindeswohl engagiert

Ihr Leitmotiv formuliert die 19-Jährige so: Geduld mitbringen, zeigen, man für alle offen ist, alle Kinder würden gleich behandelt. Und: „Man möchte jedes Kind in seinem Werdegang anleiten, auch privat, so gut man das kann in diesem Bereich.“ Dass sie sich gut vorstellen kann, im TV ein inklusives Angebot im Kinderturnen aufzubauen, ist da sehr stimmig.

Aktuell sitzt Anna Bieding für die Turnabteilung des TV noch in der Arbeitsgruppe „Neue Vereinshomepage“. Ganz frisch hat sie eine weitere Aufgabe übernommen: Nachdem sie sich im Herbst durch die Sportjugend online hat schulen lassen, stellt sich Anna Bieding als Kindeswohlbeauftragte ihres Vereins zur Verfügung. „Ein ganz wichtiges Thema, es sollte überall präsent sein“, sagt sie zur ihrer Motivation.

Ihr Ziel: Die Übungsleiter im TV für die Problematik sensibilisieren, sie anzuhalten hinzuschauen. Man müsse als Vertraute der Kinder agieren und ihnen die Möglichkeit aufzeigen, „dass sie sich öffnen können“.

Ihre Erfahrungen, auch im Umgang mit den Eltern, beschreibt Anna Bieding als rundum positiv. Sie zieht Gewinn aus ihren Jobs im Ehrenamt. Sie bekomme von den Kindern viel zurück, betont sie: „Man freut sich gerade mit den Anfängern mit, wenn sie eine Rolle vorwärts oder den Handstand geschafft haben.“ (Gerhard Menkel)

Aktion Junges Ehrenamt

Oft werden von Vereinen und Verbänden vor allem ältere Mitglieder der Sportfamilie für ihre Verdienste geehrt. Doch es gibt auch zahlreiche junge Menschen, die sich in den Sportvereinen ehrenamtlich engagieren. Sie will der Sportkreis Waldeck-Frankenberg zu seinem 75. Geburtstag in diesem Jahr besonders in den Mittelpunkt stellen. 13 junge, engagierte Sportlerinnen und Sportler wurden ausgesucht und werden von der Waldeckischen Landeszeitung und der HNA Frankenberger Allgemeine in den kommenden Wochen vorgestellt. Die Ehrung soll beim Sportkreistag am 6. Mai in der Korbacher Kreissporthalle erfolgen.  

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