Trainerin Tessa Bremmer und die Vipers wollen in Koblenz bei Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg unbedingt gewinnen

„Alles andere als ein Sieg wäre Enttäuschung“

- Bad Wildungen (jh). „Wenn wir dort siegen, wird auch Koblenz im Abstiegskampf mit dabei sein“, sagt Bremmer vor dem Bad Wildunger Spiel am Sonntag beim punktelosen Erstligavorletzten.

Als Tessa Bremmer vor Saisonbeginn auf den HSG-Spielplan schaute, war die Partie in der Conlog-Arena, „das einzige“ der ersten fünf Erstligaspiele, „bei dem ich gedacht habe, dass dort für uns etwas möglich ist.“ Dass die Gastgeberinnen vor der Runde einen Mittelfeldplatz als Ziel ausgaben, fand die Vipers-Trainerin Bremmer eine „sehr optimistische“ Vorgabe. Ihre Meinung bestätigte dann der katastrophale Start der Vulkan-Ladies mit Pleiten gegen die HSG-Mitaufsteiger Berlin (17:31) und Celle (24:27). „Koblenz steht nun mehr unter Druck als wir. Die haben die Pflicht, gegen uns zwei Punkte zu holen“, sagt Bremmer, aber die Holländerin weiß auch, dass ihre Mannschaft ebenfalls in Zugzwang ist. Auch dazu genügt wieder ein Blick auf den Spielplan, der bis zur EM-Pause am 23. November für Bad Wildungen nach dem Spiel übermorgen noch Partien in Buxtehude, Leipzig und Berlin sowie zu Hause gegen den Thüringer HC, Göppingen und Metzingen vorsieht. In diesen sind die Vipers bis auf die Begegnung gegen Göppingen krasser Außenseiter. So wären „vier Punkte ein Superanfang“, sagt Bremmer, wobei diese Zählerzahl durch den überraschenden Auftaktsieg in Bietigheim überhaupt erst möglich wurde.Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die HSG überhaupt an einen Sieg in Koblenz, „wir wollen da unbedingt gewinnen“, so Bremmer, denken kann, ist, dass sie die ernüchternde 18:35-Heimklatsche gegen Oldenburg gut verarbeitet hat. Bremmer hofft nach dem Katastrophen-Spiel gegen den VfL auf eine Trotzreaktion ihres Teams. „Die Mädels dürfen das sehr schlechte Spiel gegen Oldenburg nicht überbewerten. Wir hatten auch in der Vorbereitung unsere Höhen und Tiefen“, sagt sie und erinnert daran, dass dem misslungenen Auftritt beim Turnier in Oldenburg eine gelungene Generalprobe mit dem Sieg im letzten Testspiel gegen Dortmund folgte.

„Führungsspielerin fehlt uns“

Die Schwankungen führt sie darauf zurück, dass den Vipers „eine Führungsspielerin fehlt, wenn es nicht läuft. Wir haben dann niemanden, der die anderen mitreißt und mal schnell drei Tore wirft. Und wir werden da auch in einer Woche niemanden finden“, sagt sie.Bis zu ihrer schwangerschaftsbedingten Pause füllte die 31-Jährige diese Rolle mit Bravour aus. Vom Charakter her würde als Führungsspielerin am ehesten die gewählte Spielführerin Manuela Brütsch in Frage kommen. Doch die 30-jährige Schweizerin kann als Torfrau nur begrenzt auf das Spiel Einfluss nehmen. Die erfahrenste Feldspielerin Laura Vasilescu „ist vom Typ her extrem ruhig“, sagt Bremmer, weshalb auch die 29-Jährige sich mit einer Führungsrolle schwer tut. Mit gerade einmal 24 Jahren ist Sarah van Gulik bereits die drittälteste Spielerin im derzeit 13-köpfigen Vipers-Kader. Die Spielmacherin wäre von ihrer Position her für die Führungsrolle wie geschaffen, doch die Holländerin ist wie der Rest des Teams „viel mit sich selbst beschäftigt“, so Bremmer. Das hat bei van Gulik gute Gründe, weil sie vorne das HSG-Spiel lenken soll und hinten durch ihre neue Rolle im Abwehrinnenblock ebenfalls voll gefordert ist.

Van Guliks große Belastung

„Das ist eine Riesenbelastung“, sagt Bremmer und ist sich sicher, dass die hoch talentierte Regisseurin „mit der Zeit“ die Führungsrolle übernehmen wird. Sie traut auch Linksaußen Johanna Stockschläder zu, in Zukunft eine solch diese hineinzuwachsen. „Wir dürfen einfach nicht in Rückstand geraten“, nennt Bremmer lachend die Lösung der Problematik, was beim Coup in Bietigheim der Fall war. Bei den Vulkan-Ladies hat die neue Spielmacherin Kim Berndt (Blomberg) das Sagen. „Koblenz hat wie wir aber keine überragende Spielerin“, sagt Bremmer und geht davon aus, dass „die Tagesform“ der Teams entscheidend für den Ausgang der Partie sein wird. „Die Stimmung der Mannschaft war schon am Wochenanfang wieder positiv“, sagt Bremmer und hofft, dass dies auch nach der Partie in Koblenz der Fall sein wird.

Am 3. Oktober in Buchholz

Das Spiel der 2. Pokalrunde zwischen Zweitligist SGH Rosengarten-Buchholz und den Vipers wurde auf den 3. Oktober (19 Uhr, Nordheidehalle Buchholz) terminiert.

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