Interview mit SCW-Präsident Jürgen Hensel

"Alles läuft planmäßig"

- Willingen (ni). Seine Tage sind lang. Sie beginnen morgens um halb sechs mit Joggen. Anschließend stürzt er sich bis zum späten Abend in seine Arbeit als OK-Chef des Willinger Weltcups. Wenige Tage vor dem Skisprung-Fest – und seinem 50. Geburtstag am Samstag – äußert sich Jürgen Hensel im Interview.

An der Mühlenkopfschanze ist mächtig Betrieb in allen Ecken. Was sind die Hausaufgaben in der heißen Phase?

Es gilt nicht nur die Schanze zu präparieren, mit Anlauf, Aufsprung und Auslauf, sondern es müssen die Stände und die Werbebanden aufgebaut, die Zelte sowie Rennbüro und Pressezentren eingerichtet werden. Insgesamt ist es ein ruhiges, konzentriertes Arbeiten, weil alles dank der vielen freiwilligen Helfer planmäßig läuft. Da kann ich nur jetzt schon danke sagen.

Die Anstrengungen sind wieder immens, nur wird dies immer weniger honoriert. Insgesamt 34 000 Zuschauer kamen 2009, knapp 30 000 im vergangenen Jahr – mit wie vielen Fans rechnen Sie, auch aufgrund des Vorverkaufs, diesmal?

Für den Sonntag haben wir im Vorverkauf mehr Karten abgesetzt, der wird auf jeden Fall besser als im Vorjahr. Auch weil die gemeinsame Aktion mit den hessischen und nordrheinwestfälischen Feuerwehren sehr gut läuft. Insgesamt liegen wir noch etwas hinter den Zahlen von 2010. Aber für die Weltcup-Tage wird kaltes Winterwetter mit Sonne gemeldet, von daher sollten noch einige die Gelegenheit an den Tageskassen nutzen. Ein Grund für das nachlassende Interesse dürfte sicherlich auch die fehlende Unterstützung der deutschen Springer mit großen Weiten sein. Momentan sind sie ja nicht schlecht. Severin Freund hat in Sapporo einen Weltcup gewonnen und stand einige Male auf dem Podest.

Weltcup in Willingen war, ist und bleibt immer eine spannende Geschichte. Sie feiern am Samstag ihren 50. Geburtstag, das ist doch eine gute Gelegenheit, um Wünsche zu formulieren.

Sportlich ist für mich immer der Wunsch, dass bei einer solch großen internationalen Sportveranstaltung kein Sportler und kein Zuschauer verletzt werden und alle wieder gesund nach Hause kommen. Wer gewinnt, ist mir egal, ob es Schlierenzauer, Freund oder Malysz ist – Hauptsache es bleibt spannend bis zum Schluss.

Und privat?

Früher habe ich immer gedacht, Leute mit 50 sind scheintot. Jetzt bin ich selber 50 und fühle mich, ehrlich gesagt, nicht wie scheintot. Ich fühle mich fit, und das muss man auch sein, sonst hält man den Job als OK-Chef nicht durch. Also kann ich mir nur Gesundheit wünschen und das in der Familie alles passt, denn wenn die Ehefrau nicht mitzieht, dann geht es sowieso nicht. Von daher einen besondern Dank an meine Ehefrau Christine, die das alles mitmacht.

Das gesamte Interview lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 26. Januar.

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