Nordwaldecker Trio kehrt mit vielen Erfahrungen von Masters Games in Turin zurück

Europa-Spiele: Arolser Bogenschützen  schnuppern an Medaille

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Gute Reise: Für Jan und Petra Heimbeck sowie Oliver Schwich (von links) waren die Europa-Spiele der Masters-Bogenschützen ein lohnendes Ziel. 

Was für ein Erlebnis: Drei Bogensportler des SV Arolsen nahmen an den europäischen Masters Games statt, so wie 7500 andere Athleten aus aller Welt, im Alter von 30 bis 93 Jahren.

Und die Nordwaldecker waren im Piemont auch noch in guter Form. Während sich Petra Heimbeck und Oliver Schwich auf die olympische Disziplin fokussierten, nutze Jan Heimbeck die Möglichkeit, zusätzlich auch in der Feld-Disziplin zu starten. Die Feldwettkämpfe wurden im Park des Castello di Rivoli vor den Toren Turins ausgetragen. 

Und Heimbeck gelang eine starke Vorrunde, die er auf dem dritten Rang abschloss. In den Ausscheidungsrunden setzte sich der Arolser im ersten Match deutlich durch und zog ins Viertelfinale ein. 

Gegen den Franzosen Antoine Massieye entwickelte sich ein spannendes Match, das Heimbeck mit 72:73 Ringen verlor. Das bedeutete Platz fünf und verpasstes Halbfinale.

Viele Bekanntschaften machten die Arolser Mastersschützen in Turin. Jan Heimbeck traf zum Beispiel auf den Türken Ertgul Arda.

Die Wettkämpfe auf der olympischen Distanz – sie fanden nahe des Turiner Olympiastadions inmitten eines militärischen Sperrgeländes der italienischen Kavallerie statt – gab Oliver Schwich in der Kategorie Recurve 30+ als jüngster Teilnehmer sein internationales Debüt.

Kräftemessen mit Olympioniken

Eine weitere Besonderheit der internationalen Masters Games ist, dass dort neben ambitionierten Hobby-Sportlern auch ehemalige und aktive Profis aus den verschiedenen Disziplinen teilnehmen, sodass sich die Möglichkeit ergibt gegen Kaderschützen oder ehemalige Olympioniken anzutreten.

Für Schwich bedeutete dieses beispielsweise, dass er im kleinen Startfeld von acht Schützen auf drei ehemalige Kaderschützen aus Italien, Frankreich und Island traf. Nach guter, leicht nervöser Qualifikation landete Schwich mit 542 Ringen auf Rang fünf. 

Oliver Schwich musste die Überlegenheit von Ashish Reddy Shenigaram anerkennen. Der Inder gewann Bronze.

Im Viertelfinale gegen den zuvor vierplatzierten Inder Ashish Reddy Shenigaram verlor er mit 1:7 – die fehlende Erfahrung auf dem internationalem Parkett und mit Finalmatches machte sich bemerkbar. Shenigaram gewann am Ende Bronze.

Jan Heimbeck sicherte sich in dem mit 52 Schützen teilnehmerstärksten Feld der Klasse 50+ mit 620 Ringen Platz sechs und ein direktes Freilos für die erste Ausscheidungsrunde. Nach einem glatten 6:0 folgte ein knappes Achtelfinale. Der Arolser verlor nach fünf Sätzen mit 4:6 gegen den späteren Silbermedaillengewinner Giorgio Botto aus Italien und musste die Medaillenträume aufgeben.

Petra Heimbeck nervenstark

Petra Heimbeck musste in ihrer Qualifikationsrunde stark kämpfen, lag als 19. im Mittelfeld. Im ersten K.o.-Match am selben Abend trag sie wie im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften auf Simone Creutzburg aus Treysa. In einem ausgeglichenen Match über die volle Distanz konnte sich Heimbeck auf ihre Nervenstärke verlassen, siegte mit 6:4.

Deutsch-deutsches Duell: Petra Heimbeck traf unter anderem auf Vize-Weltmeisterin Petra Nüssgen-Patz

Auch das Achtelfinale am nächsten Tag gegen die Britin Cherry Lyne gewann die Arolserin mit diesem Ergebnis. Im Viertelfinale gegen die spätere Bronzemedaillengewinnerin Petra Nüssgens-Patz war nach einem umkämpften Match (4:6) Endstation – auf einem hervorragenden fünften Rang.

Rolf Wilhelmi, der aus Waldeck stammt und für Luxemburg startet, schied als 43. der Qualifikation mit dem Blankbogen in der ersten Ko.o.-Runde aus.

Das nächste große Ziel des Arolser Trios sind in zwei Jahren die World Masters Games in Japan, bei denen bis zu 52 000 Sportler erwartet werden. (red)

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