SVA verpasst Meistertitel in der Regionalliga nach Fauxpas hauchdünn

Heimvorteil ohne Fortune: Arolser Bogenteam Vizemeister

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Spannung zum Greifen: Während sich die Spitzenteams Arolsen (rechts) und Hamm (in weiß) konzentrieren, schauen Zuschauer und Teamkollegen gebannt hin

Bad Arolsen – Die Aufstiegsträume sind geplatzt für die Bogenschützen des SV Arolsen: Beim Saisonfinale in eigener Halle zeigte die Regionalliga-Mannschaft gute Nerven, am Ende fehlte nach 28 Matches nur ein Punkt zum Meistertitel, der an Hamm ging.

Nur noch zwölf Pfeile waren zu schießen, und es war spürbar: Hier geht es um was! Um nicht weniger nämlich als den Meisteritel in der Regionalliga West der Recurvebogen-Schützen. Und der wurde erst nach dem allerletzten Pfeil vergeben. 56 von 60 Ringen für Bad Arolsen, 54 für Hamm. 

Der Gastgeber hatte den Tabellenführer besiegt, und konnte ihn zum Ende des letzten Wettkampftages doch nicht mehr von Platz eins verdrängen. Denn die Entscheidung des Schiedsgerichts stand felsenfest: Der 6:0-Sieg gegen Oberauroff wird in ein 0:6 umgewandelt.

Eine falsche Nummer und die Folgen

Was war passiert? Vor jedem Match muss Arolsens Teamchefin Petra Heimbeck die drei Schützen aufschreiben; genauer gesagt: die Ziffer, die jedem zugeordnet ist. Das ist einfacher, als jedes mal den Namen hinzuschreiben, wurde aber dem SVA zum Verhängnis. Heimbeck hatte sich in der Nummer vertan – Punkte weg am „grünen Tisch“.

Regionalliga-Finale der Bogenschützen in Bad Arolsen

„Das hat mir in der Seele leid getan, weil es auch noch die Gastgeber betraf und es für sie um viel ging. Aber mir blieb keine Wahl“, sagte Christel Dohm-Schwarze. Im Arolser Lager suchte man nicht lange nach Schuldigen. „Schlimmer wäre gewesen, wenn wir durch diesen Faupax nicht aufgestiegen wären“, sagte Oliver Huber, am Samstag der beste Arolser.

„Wir hatten noch 27 andere Wettkämpfe, und da waren einige dabei, in wir es hätten besser machen können“, meinte Jan Heimbeck, Teil des Arolser Quintetts, von denen diesmal nur die drei besten durchweg eingesetzt wurden. Annika Paul und Oliver Schwich, verlässliche Größen im Laufe der Saison, jubelten freilich am Ende mit über Platz zwei, der einen Erfolg darstellt.

Bester Bad Arolser in dieser Saison: Marc Siebert.

„Für mich sind sieben Matches pro Tag kein Problem. Es hat Spaß gemacht“, sagte Marc Siebert, der einen sehr guten Eindruck hinterließ und viele Neuner und Zehner fabrizierte. Zwei Siebener musste Jan Heimbeck registrieren, der Pech hatte. „Mir ist ein Pfeil kaputt gegangen, ich habe es erst nach dem zweiten schwächeren Schuss bemerkt“, erklärte der Arolser, der aber wie seine Teamkollegen konstant schoss. In der Begegnung gegen den BSC Laufdorf II gelang den Gastgebern sogar das Idealergebnis – eine Passe (3x2 Schuss) mit 60 Ringen.

Ausgeglichene Liga sorgt für Spannung

Hin und wieder waren aber auch 52er- und 53-er Passen dabei; was angesichts des hohen Niveaus dann dazu führte, dass drei Punkte verloren gingen. Etwa beim 4:6 gegen den TuS Barop, bei dem die Arolser die 58 und 57 der Westfalen im vierten und fünften Satz nicht kontern konnten. Dass aber Barop (5:5) und die sich sieben Minuspunkte einhandelnden Soester (0:6) gegen den Vorletzten aus Eberstadt Punkte abgaben, zeigte, wie ausgeglichen die Westgruppe der Regionalliga war. Und auch das Spitzenduo machte es spannend. Nach der Pause (nach dem vierten Match) gewann der Hammer BSC nur einmal; hauchdünn 6:4 gegen Barop. Und Arolsen schoss im fünften Satz beim 5:5 gegen Soest nur einen Ring zu wenig, um zu gewinnen.

Schließlich lieferten sich die Gastgeber direkt vor der gut gefüllten Tribüne gegen Hamm ein packendes Schlussmatch. Vor allem Oliver Huber steigerte sich noch einmal und legte meist zwei gute Schuss vor – stets begleitet von Szenenapplaus und dem Klang der hölzernen Rasseln im Publikum. Das 6:4 gegen den Meister, der im Gegensatz zum SVA das Glück auf seiner Seite hatte, war ein würdiger Abschluss, bei dem das Heimteam untermauerte, dass es das Zeug zum Aufstieg gehabt hätte.

Der bleibt aber auch Hamm verwehrt, da aus drei Regionalligen nur zwei Meister in die 2. Liga Nord hoch dürfen. Da der Nordmeister BC Hagen (114:80) und vor allem der Ost-Meister BSSC Olympia Berlin (161:49) ein deutliches besseres Satzverhältnis als die Westfalen (140:98) haben, die das Pech hatten, in der stärksten und ausgeglichensten der dritten Ligen antreten zu müssen.

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