Hessischer Verband beschließt Abbruch der laufenden Serie

„Alternativlos“: Volleyballer befürworten vorzeitiges Saisonende

Zwei Beachvolleyballer am Netz sind als schattige Umrisse zu sehen.
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Ein Schattendasein mussten Hessens Volleyballer fristen, nachdem die Saison kurz nach dem Start unterbrochen wurde. Nun hat sie der Verband für beendet erklärt, und die Hoffnungen der heimischen Vereine ruhen auf der Beachsaison.

Einige wie die Badmintonspieler haben schon länger Gewissheit. Seit Wochenmitte steht auch für Hessens Volleyballer fest: Die Hallensaison ist durch.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat sich die Landesspielkommission in ihrer Sitzung am 12. Januar entschlossen, die bisher pausierende Spielzeit ab sofort für beendet zu erklären. Gewertet wird das bisher Gespielte nicht. Das bedeutet, es wird 2021 weder Auf- noch Absteiger geben.

Eine Entscheidung, über die es aus Sicht von Bärbel von Hagen vom VfL Bad Arolsen nichts zu diskutieren gibt. „Dazu gibt es keine Alternative, wenn man sich das Geschehen anschaut“, sagt die Abteilungsleiterin des VfL, der neben Korbach als einziger Waldecker Verein noch Volleyball im Ligabetrieb spielt. Zudem könne man die ausgefallenen Spieltage gar nicht mehr alle nachholen.

Heimische Vereine haben volles Verständnis

Sorge, dass die Motivation der Spielerinnen leidet, sieht von Hagen nicht: „Ich denke, die ganz Kleinen und auch die großen kommen nach der Zwangspause wieder.“

Die verbliebene Hoffnung der Volleyballer ist, dass wenigstens die Beachsaison weitgehend planmäßig über die Bühne gehen kann. Und allein schon deshalb halten sie eine Verlängerung der Hallensaison auch für relativ sinnlos.

„Wir hoffen erneut, dass wir draußen schneller wieder spielen und trainieren können“, sagt Volleyball-Obmann Uwe Burkard vom TSV Frankenberg, nachdem im vorigen Jahr die Beachanlagen früher freigegeben worden waren als die Hallen. „Alles andere hätte keinen Sinn gemacht“, hat auch Burkard volles Verständnis für die Verbandsentscheidung.

Blickt auch schon nach vorn: Amelie Müller (TSV Frankenberg) aus Bad Arolsen.

Und Amelie Müller, Bad Arolser Talent in Reihen der Landesliga-Mannschaft des TSV Frankenberg, sieht es genauso. „Angesichts der hohen Corona Fallzahlen ist der Abbruch der Saison aber die einzig richtige Entscheidung.“ Gleichwohl schwingt etwas Wehmut bei Burkard und Müller mit, denn die Frauen waren Tabellenführer. „Wer weiß, was am Ende der Saison dabei herausgekommen wäre“, sagt Amelie Müller. Sie schaut aber nach vorn: „Ich freue mich jetzt schon auf die Beach-Saison, auf meine Mannschaft, Sonne und Sand.“

In der Vereinsbefragung zu den möglichen Optionen einer Fortsetzung des Spielbetriebs sprachen sich bereits im Dezember 55 % der Teilnehmenden für eine Verkürzung auf eine Einfachrunde und 40 % für eine komplette Beendigung aus. Bis mindestens Ende Januar sei aber kein Mannschaftstraining möglich und einige Sporthallen seien langfristig nicht nutzbar, da sie zu Impfzentren umfunktioniert wurden, schreibt der Hessische Volleyballverband (HVV) in seiner Mitteilung unter anderem als Begründung.

Jugendsaison könnte noch beendet werden

„Unabhängig von den ganzen organisatorischen Aspekten für eine Hallen-Saison müssen wir auch einfach an die Gesundheit aller direkt und indirekt beteiligten Personen denken und die Situation im Kontext unserer gesellschaftlichen Verantwortung betrachten“, sagt Timo Geppert, Vorsitzender der Landesspielkommission, die eine verkürzte Saison nicht mehr als sinnvolle Option betrachtet.

Aktuell werde im Verband, so der HVV, mit Hochdruck an alternativen Spielformen gearbeitet. So soll eventuell auch die Jugendsaison noch über die Bühne gehen können. Dies soll eventuell nicht im Ligabetrieb, sondern nach dem früher schon praktizierten Modus mit Ausscheidungsspielen erfolgen, um die Zahl der Spiele zu verringern. (schä)

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