Christian Hartmann hat Respekt vor dem Amt als Ederbergland-Cheftrainer

Aufstieg - gerne um zwei Ligen

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Battenberg - Einen Aufsteiger gibt es beim FC Ederbergland bereits: Christian Hartmann wird im Sommer Trainer der ersten Mannschaft des aktuellen Verbandsliga-Tabellenführers - eine Entscheidung, die sein Vorgänger Wolfgang Werth sehr begrüßt.

An diesem Samstag will der FC Ederbergland einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg in die Fußball-Hessenliga machen. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen den VfB Gießen (15.30 Uhr/in Allendorf) würde die Mannschaft die Tabellenspitze verteidigen - und Christian Hartmann würde sich mitfreuen. Seit Donnerstagabend ist offiziell: Der 34-jährige Elektroniker, aktuell für das Gruppenliga-Team verantwortlich, wird im Sommer Cheftrainer der ersten Mannschaft des FCE (WLZ-FZ berichteten). Während der Jahreshauptversammlung in Battenberg wurde er den anwesenden Mitgliedern als Werth-Nachfolger vorgestellt. „Christian ist der richtige Mann für diesen Posten“, sagt der Sportliche Leiter Horst Kziuk, „er hat es sich verdient.“

In der Winterpause der Saison 2010/2011 kam Hartmann als Spielertrainer vom westfälischen A-Ligisten FC Ebenau zum FC Ederbergland, konnte den Abstieg der Reserve aus der Gruppenliga aber nicht mehr verhindern. Im vergangenen Jahr gelang ihm mit einer sehr jungen Mannschaft dann allerdings überraschend der direkte Wiederaufstieg. Aktuell belegt sein Team den sechsten Platz, hat den Klassenerhalt in der sehr ausgeglichenen Klasse damit aber noch nicht sicher. „Ich konzentriere mich zunächst auf meine Aufgabe mit der Gruppenliga-Mannschaft, damit wir unsere Ziele erreichen“, betont der zweifache Familienvater.

Dass er die Reserve nach dieser Saison in jedem Fall abgegeben hätte, daraus machte er in den Gesprächen mit den Vorstandsmitgliedern keinen Hehl. „Er hat klargemacht, dass er ab Sommer gerne eine erste Mannschaft trainieren möchte - hier oder woanders“, sagt der Vorsitzende Dietmar Bienhaus. Hartmann sei aufgrund seines Fachwissens sofort ein Kandidat gewesen, nachdem Wolfgang Werth bereits während der Hinrunde seinen Abschied zum Saisonende angekündigt habe, den er dann in der Winterpause verkündete.

„Wir haben mit drei Trainern lange gesprochen“, erzählt Bienhaus, Hartmann habe dabei den besten Eindruck hinterlassen. „Wir bleiben damit unserer Linie treu, mit Leuten aus dem eigenen Verein zusammenzuarbeiten“, ergänzt Kziuk. Geschätzt wird nicht nur Hartmanns Akribie, sondern auch der Umgang mit den Spielern. Auch wenn ihm der Ruf anhaftet, manchmal zu brav zu sein zu den Spielern, hat er deren vollen Respekt. Sein taktisches Wissen und Verständnis vom Fußball ist für einen Trainer mit diesem Erfahrungsstand sehr gut, sagen viele.

Chef hofft auf Co-Trainer

Die beiden FCE-Teams trainieren in der Regel zusammen, Hartmann kennt daher auch die Spieler aus dem Verbandsliga-Kader bestens. „Ich weiß, welches Potenzial im Team steckt“, sagt er und hofft, dass die Mannschaft für die neue Saison zusammenbleibt. „Aber gerade wenn wir aufsteigen, brauchen wir einige hochkarätige Neuzugänge“, meint er. Der C-Lizenz-Inhaber, der „in nächster Zeit“ die Trainer-B-Lizenz anstrebt, hat Respekt vor der neuen Aufgabe mindestens eine Klasse höher, traut sie sich aber durchaus zu - „sonst würde ich das ja nicht machen“. Wobei der Beddelhäuser, der inzwischen in Dotzlar lebt, darauf hofft, von einem Co-Trainer unterstützt zu werden: „Die Belastung ist hoch. Da ist es besser, sie auf mehrere Schultern zu verteilen.“

Zumindest im Aufstiegsfall darf er mit zusätzlicher Unterstützung rechnen, sagt Bienhaus: „Wir führen Gespräche mit mehreren Personen, die dafür in Frage kommen.“ Favorisiert werde, einen Aktiven als spielenden Co-Trainer zu gewinnen, erklärt der Vorsitzende. Er bestreitet zumindest nicht, dass Michael Möllmann oder auch Rene Eickhoff für diesen Posten infrage kämen. Für die Nachfolge von Hartmann als Trainer der Zweitvertretung sei ein ähnliches Modell denkbar. Fest stehe indes: Vladimir Kovacevic soll die Trainer weiterhin einmal in der Woche unterstützen, Volker Brunner sich auch in der nächsten Spielzeit um die Torhüter kümmern.

Werth ist „heiß“ auf Aufstieg

Und was macht Wolfgang Werth? Der will ab Sommer „andere Schwerpunkte setzten“: „Der Trainerjob ist sehr zeitintensiv, da kommt anderes zu kurz.“ Zum Beispiel wolle er selbst wieder mehr Sport machen. „Dazu kommt, dass ich es sinnvoll finde, ab und zu den Trainer zu wechseln“, sagt der Lehrer, der auch Mitglied des erweiterten FCE-Vorstands ist. Bis zum Sommer gilt seine Konzentration aber noch der Mannschaft. Ich bin heiß auf den Aufstieg“, macht er klar, dass in Anbetracht der guten Ausgangslage alles außer der Meisterschaft - oder notfalls der Sprung in die Hessenliga über die Relegation - eine Enttäuschung wäre.

„Eigentlich ist es ja bescheuert, eine Mannschaft in so einer Situation abzugeben“, findet Werth. „Aber ich weiß, dass sie bei Christian in den richtigen Händen ist. Daher fällt mir das nicht so schwer.“ Das Ende seiner Trainerlaufbahn möchte der 53-Jährige allerdings noch nicht verkünden: „Vielleicht habe ich in zwei oder drei Jahren wieder Lust. Einen Schlussstrich zu ziehen, dafür bin ich zu gerne Fußballer.“

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