Die Bad Wildunger Handball-Trainerin Tessa Bremmer bewältigt eine Vierfachbelastung

Baby, Vipers, Lizenz und Praxis

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Alles hört auf ihr Kommando: Die Vipers-Spielerinnen Marie-Theres Raum, Sarah van Gulik, Johanna Stockschläder, Simona-Maria Cipaian, Laura Vasilescu und Annika Busch (v. l.) lauschen beim Spiel gegen Oldenburg (18:35) in einer Auszeit den Anweisungen von Trainerin Tessa Bremmer.

Bad Wildungen - Bis zur Geburt ihres Kindes Mitte November will Vipers-Coach Tessa Bremmer den theoretischen Teil ihrer niederländischen Trainerausbildung hinter sich gebracht haben.

Anstrengende Wochen liegen vor Tessa Bremmer. Zum einen trainiert die 31-Jährige die Erstligahandballerinnen der HSG Bad Wildungen. Zum anderen lernt die Holländerin gerade für die niederländische A-Trainer-Lizenz und hilft in der Zahnarztpraxis ihres Mannes Christoph mit. Außerdem erwartet die unter ihrem Mädchennamen Cocx bekannte Diplom-Sportlehrerin zusammen mit ihrem Gatten Mitte November ihr erstes Kind.

Weil sie noch über keine Trainerlizenz verfügt, arbeitet die 40-fache niederländische Nationalspielerin mit einer Ausnahmegenehmigung der Handball- Bundesliga der Frauen (HBF) als Vipers-Cheftrainerin, die bis zum 31. Januar 2015 gilt. Bis dahin will sie aber den theoretischen Teil ihrer Trainerausbildung, die in Deutschland und auch von der Europäischen Handballföderation (EHF) anerkannt wird, längst abgeschlossen haben. „Bis das Kind da ist, will ich das fertig haben, deshalb habe ich bis Mitte November extrem viel Arbeit und ziehe mir von morgens bis abends die Sachen rein“, sagt Bremmer, die zudem einige Male zu Workshops nach Holland reisen muss.

Während bei der Trainerausbildung des Deutschen Handball-Bundes viel Klassenunterricht praktiziert wird, kann Bremmer beim Erwerb der A-Lizenz in den Niederlanden, „das System ist völlig anders“, viele Themen per Internet abarbeiten. So muss sie beispielsweise eine Ernährungsberatung für Leistungssportler oder Trainingspläne schriftlich bei einer Kommission einreichen, der unter anderem der ehemalige niederländische Nationaltrainer Bert Bouwer angehört.

Mentor Mark Schmetz

Als sogenannter Lerncoach wurde Bremmer der ehemalige Lemgoer, Essener und Wallauer Rechtsaußen Mark Schmetz, Ex-Trainer des niederländischen Männernationalteams und derzeit Coach des holländischen Männer-Pokalsiegers Volendam, zur Seite gestellt, der seine A-Lizenz in Deutschland erworben hat. „Ihn kann ich immer anrufen, wenn ich bei einigen Lehrinhalten nicht weiterweiß“, sagt Bremmer, die Anfang 2015 ihre praktische Prüfung ablegen will.

Die Suche nach einem Co-Trainer bei den Vipers hat sich durch die Ausnahmegenehmigung der HBF erst einmal erledigt. Bremmer hofft, dass sie der HSG wegen der Geburt ihres Babys nur bei den Spielen gegen Metzingen (15. November) und in Berlin (22. November) vor der Pause durch die Europameisterschaft fehlt. In den zwei Partien könnte sie dann von Torwarttrainer Zoltan Bartalos und Linksaußen Miranda Robben-Schmidt, die Anfang September ihren Sohn Leo bekam und im kommenden Januar wieder spielen will, an der Seitenlinie vertreten werden.

Ein Familienunternehmen

Familiäre Unterstützung hatte Bremmer durch ihren Mann Christoph auch schon beim 24:20-Sieg in Bietigheim auf der Bank erhalten, als der Kreisläufer von Männer-Bezirksoberligist HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim als Mannschaftsverantwortlicher kurzfristig aushalf. Zudem ist er auch sonst bei fast allen Partien dabei und trainiert auch oft bei den Vipers mit, die aufgrund ihres dünnen Spielerkaders über jeden Trainingsteilnehmer froh sind.

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