Bad Wildunger Leichtathlet eifert Carolin Schäfer nach und ist Robert-Harting-Fan

Marius Karges: DM-Medaille im Diskuswurf als Ziel

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Volle Konzentration: Marius Karges peilt im Kugelstoßen bei den deutschen Schüler-Meisterschaften in Wattenscheid einen der ersten fünf Plätze an. 

Bad Wildungen. Erst Riesenfreude, dann großer Frust. Innerhalb von nur zwei Wochen hat Marius Karges die Höhen und Tiefen in seinem noch jungen Sportlerleben kennengelernt.

„So krass war es noch nie. Ich hatte einen Tag richtig daran zu knabbern“, sagt der 15 Jährige in Anspielung darauf, dass er bei den süddeutschen Meisterschaften der U16 in Walldorf in seiner Paradedisziplin, dem Diskuswurf, nach drei Fehlversuchen ausschied.

„Vor dem dritten Versuch habe ich noch gelächelt. Dass der dann auch noch ins Netz ging, war richtig schlimm“, sagt Karges. Und das, nachdem der Bad Wildunger zwei Wochen zuvor in Frankfurt mit seinem Wurf auf 61,12 Meter, „über 60 Meter ist noch einmal ein anderer Bereich“, für einen Paukenschlag gesorgt und sich mit seiner neuen Bestleistung auf Rang zwei der deutschen Rangliste in seiner Altersklasse gesetzt hatte.

„Unter Druck gesetzt“

„Das war schon ein ziemlich harter Schlag für mich“, sagt Karges über seinen Fauxpas, der in der sehr schwierigen technischen Disziplin aber sogar Olympiasieger Christoph Harting am Dienstag bei der Europameisterschaft in Berlin passierte.

„Das zeigt, dass er auch nur ein normaler Mensch ist. Ich habe mich bei den Süddeutschen ein bisschen unter Druck gesetzt, auch weil ich schon die Angewohnheit habe, das kleinste Detail wissen zu wollen. Besser wäre es gewesen, mich auf die Tipps meines Trainers zu konzentrieren“, sagt der für den TV Friedrichstein startende Athlet, dem sein Heim- und Kadertrainer im Diskuswurf und Kugelstoßen, Michael Kollmar, schon eine große Reife bescheinigt. „Er ist sehr ernst für sein Alter. Vielleicht waren die drei Fehlversuche für Marius gar nicht so schlecht, weil ihm diese Erfahrung in Zukunft helfen kann“, sagt Kollmar.

„Er hinterfragt alles“

„Marius ist sehr gewissenhaft und hinterfragt alles“, sagt der Frankenberger über den Zehntklässler, bei dem Erika Keller als erste Heimtrainerin wie schon bei der ebenfalls aus Bad Wildungen stammenden Siebenkampf-Vizeweltmeisterin Carolin Schäfer die sportlichen Grundlagen gelegt hat. „Eine breite Ausbildung ist wichtig“, weiß der Schüler des Bad Wildunger Gustav-Stresemann-Gymnasiums, der bei Keller einmal wöchentlich Sprint, Sprung und Hürden trainiert.

Entspannt aufs Podium?

Sein größter Erfolg war bisher der zweite Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Blockwettkampf Wurf 2017 in Lage bestehend aus den fünf Disziplinen 100 Meter, 80 Meter Hürden, Weitsprung, Kugel und Diskus und Kugel. „Da habe ich mir keinen Stress gemacht und war total entspannt“, blickt Karges zurück.

Nach dem Fauxpas in Walldorf will er unter diesem Motto auch bei den deutschen Schüler-Meisterschaften am 18. und 19. August in Wattenscheid starten starten: „Das ist mein Saisonhöhepunkt. „Dort will ich es wie in Lage lockerer angehen lassen“, sagt der Robert-Harting-Fan.

In seiner Lieblingsdisziplin im Diskus hat er sich kommende Woche „eine Medaille“ zum Ziel gesetzt. Mit der Kugel, bei der er mit 15,75 Metern in Walddorf Vierter geworden war, will der frühere Handballer einen der ersten fünf Plätze erreichen.

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