Von Jan Frodeno nass gemacht

Bad Wildunger Patrick Lange wird bei Triathlon-EM in Frankfurt Dritter

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Völlig platt: Der drittplatzierte Bad Wildunger Patrick Lange sinkt im Ziel der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt erschöpft in die Arme des Siegers Jan Frodeno. 

Frankfurt. Patrick Lange stolperte in Richtung Ziellinie, bevor er nach deren Überquerung Sieger Jan Frodeno, der acht Minuten und 28 Sekunden schneller war, in die Arme fiel und von diesem sowie einigen Helfern erst einmal mit Eis versorgt wurde.

Völlig ausgepumpt saß der Dritte der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt, Zweiter wurde der Schweden Patrik Nilsson (8:08:15 Stunden), dann auf Podestplatz drei und stützte sich mit dem rechten Arm auf der höchsten Stufe des Treppchens ab. „Das war hier sehr viel härter als überall anders. Ich habe alles gegeben“, sagte der Weltmeister aus Bad Wildungen, nachdem er sich wieder etwas gefangen hatte und bevor er von Frodeno bei der Siegerehrung eine Bierdusche verabreicht bekam.

Kampfansage für Hawaii

„Ich bin zufrieden und muss zufrieden sein, dass ich das Podium erreicht habe. Aber bis Hawaii ist noch einiges zu tun. Dass Frodeno, der auf den Sieg in Hawaii brennt, und Patrik hier vor mir waren, motiviert mich umso mehr“, schickte Lange im Hinblick auf die WM am 13. Oktober, bei der er seinen Titel verteidigen will, gleich eine Kampfansage an seine Konkurrenten. Bereits nach seinem Sieg am 23. Juni beim Triathlon in Waldeck hatte er im WLZ-Interview geäußert, „dass die Siegchance für mich auf Hawaii größer als in Frankfurt ist“.

Frodeno bejubelte seinen „Auswärtssieg“ mit einem gewaltigen Schrei der Erleichterung. Der zweite Triumph in Frankfurt und der klare Erfolg im Duell mit Lokalmatador Lange schmeckten dem 36-Jährigen sichtlich. Für die WM auf Hawaii ist er nun der Top-Favorit. „Ich bin echt happy, dass es geklappt hat. Da ist auch jede Menge Stolz dabei“, sagte Frodeno im hr-Fernsehen und versicherte nach der Tortur: „Jetzt bin ich aber auch richtig kaputt.“ Frodeno absolvierte die 3,8 km Schwimmen, 185 km Radfahren und 42,195 km Laufen in 8:00:58 Stunden. Das reichte auch aufgrund der verlängerten Raddistanz zwar nicht, um seinen Streckenrekord aus dem Jahr 2015 (7:49:48 Stunden) zu pulverisieren, aber um die Ambitionen auf den Sieg beim Saisonhöhepunkt auf Hawaii zu untermauern.

Das Rennen war schon das zweite Duell zwischen Frodeno und Lange 2018 und der erste echte, direkte Härtetest der zwei besten Eisenmänner. Im Juni hatte Frodeno zwar schon im Kraichgau einen Wettkampf gewonnen, der wurde allerdings nur über die halbe Distanz ausgetragen. Der Sieg am Sonntag war so vielmehr ein Fingerzeig.

„Habe noch Nachholbedarf“

Die Entscheidung bei nahezu idealen Bedingungen fiel beim abschließenden Marathonlauf. Lange, der vor dem Rennen selbstbewusst getönt hatte, er könne aufgrund seiner Laufstärke „Minuten aufholen“, wollte Frodeno genau dort überflügeln. Aber der Olympiasieger von 2008 bewies Stärke, baute seinen kleinen Vorsprung nach dem Radfahren noch aus. „Ich weiß, dass ich rennen kann“, sagte der Kölner Frodeno. Lange meinte hingegen: „Ich habe noch etwas Nachholbedarf.“

Daniela Ryf bei Frauen vorn

Bei den Frauen siegte Daniela Ryf (Schweiz, 8:38:44 Stunden). Anne Haug (Saarbrücken, +35:22 Minuten) wurde Vierte. (jh/sid).

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