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Sport als Brückenbauer: „BadBiber“ der TSV-Jugend soll Kontaktstelle bei Alltagsproblemen sein

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Von: Dirk Schäfer

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Selbst aufgebautes „Hilfsprogramm“: Kai Terörde, Magdalena Gutmann, Felicia Falk von der Badmintonabteilung des TSV Korbach arbeiten an der „daVinci Brücke“.
Selbst aufgebautes „Hilfsprogramm“: Kai Terörde, Magdalena Gutmann, Felicia Falk von der Badmintonabteilung des TSV Korbach arbeiten an der „daVinci Brücke“. © pr

Die Potenziale der eigenen Mitglieder nutzen – mit dem Projekt „BadBiber“ hat der TSV Korbach in den Reihen seiner Federballer das nicht zum ersten Mal gemacht.

Dahinter verbirgt sich kein schlecht gelauntes Nagetier, sondern die Initiative „BADminton BIetet BERatung“, die eine Anlaufstelle für vorwiegend junge Sportler sein soll. Von der Planung bis zur Umsetzung waren aktive Mitglieder des Juniorteams der Badmintonabteilung im Alter von 15 bis 25 Jahren zu großen Teilen selbst federführend.

Die Idee: Wenn Kinder und Jugendliche über Probleme sprechen wollen, ist die Schwelle dazu am niedrigsten, wenn der erste Ansprechpartner ein „Kumpel“ ist, den man jede Woche im Training sieht. Wissenschaftlich fasst Dankwart Terörde das so zusammen: Wenn es ein gutes Freizeitangebot gibt, läuft die Konfliktbewältigung nebenher und gut.

Think Tank bereitete das Projekt vor

Die Federballer stehen seit Jahren für ein gutes Freizeitangebot für ihre 80 bis 100 Mitglieder. „Wir haben irgendwann bemerkt: In der Abteilung gibt es viele Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fach- und Interessengebieten, die das oft selbst gar nicht wahrnehmen“, erklärt der Badminton-Abteilungsleiter, der mit seinem Bruder Ortwin (beide Mitglied im Juniorteam) als fachlich geschulter Ansprechpartner zur Verfügung steht. Einmal wöchentlich – mittwochs von 17 bis 18 Uhr – fungieren sie im Herbert-Kuhaupt-Sportzentrum quasi als feste Beratungsstelle. Als „Fühler“ nach draußen fungieren aber vor allem die Nachwuchssportler der Sparte.

Die tauschten sich nach Vorüberlegungen im Vorstand ab Ende Januar im „Think Tank“ auf der Hauer aus. Im Gymnastikraum des Sportzentrums erarbeiteten Magdalena Gutmann, Felicia Falk, Lisa-Marie Mitze, Kai Terörde und Noelle Polomski unter der Leitung von Ortwin Terörde und Luisa Bielau das Konzept „BadBiber“.

Diese Mindmap erstellten die „BadBiber“
Problemzonen: Diese Mindmap erstellten die „BadBiber“ © pr

Auch wenn in Coronazeiten der Gesprächsbedarf zugenommen hat – so die ersten Erfahrungen: Die Bandbreite der Probleme, über die man mit ihnen sprechen kann, ist sehr groß, zumal es den Organisatoren des Beratungsnetzwerkes auch darum ging, niederschwellige Angebote zu machen. „Es gab ein Referat zum Auftakt, danach haben wir in Kleingruppen verschiedene Aspekte behandelt“, berichtet Magdalena Gutmann von den Anfängen.

Zu den weiteren Überlegungen gehörte: Wen wollen wir mit dem Angebot erreichen? „Wir wollen das zunächst auf die eigene Abteilung beschränken“, so Gutmann. Mit kleinen „Visitenkärtchen“, die unter den Jungmitgliedern immer wieder mal verteilt werden, halten sich die „Biber“ in Erinnerung.

Thematisch soll es nicht nur um Gewalt oder psychische Probleme gehen. „Umgang mit Freunden, schlechte Schulnoten oder die Wahl der Fächer für die Oberstufe – auch so etwas beschäftigt junge Leute“, erklärt Felicia Falk. „Wir suchen in solchen Fällen dann in der Abteilung nach Menschen, die helfen können, zum Beispiel, weil sie selbst ähnliche Erfahrungen gemacht haben, und knüpfen Kontakte, wenn das gewünscht ist.“

Es habe auch schon Fälle gegeben, in denen Schüler vor einer Gruppe aus der Badminton-Abteilung eine Präsentation für die Schule geübt haben, um weniger nervös zu sein“, nennt Ortwin Terörde ein weiteres Beispiel für ganz einfache Hilfe. Nur bei sehr ernsten Problemfällen versuche er, die Betroffenen selbst zu beraten bzw. sie vom Einbinden weiterer Experten zu überzeugen. (schä)

Mehr zum Projekt „BadBiber“ erzählt ein Youtubefilm

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